Es gibt nicht viele Anbieter in Deutschland, die ausschließlich für Linux geeignete Computer oder Hardware verkaufen. Die großen Versandhändler geben meist keinerlei Informationen zur Linux-Tauglichkeit ihrer Produkte, nur Tuxhardware [1] oder Tuxman [2] halten sich schon länger auf dem Markt und richten sich ganz bewusst an Linux-Benutzer.
Mit Tuxfarm [3] tritt nun ein neuer Versender auf den Plan, der Computer mit vorinstalliertem Linux verkauft. Neben dem Notebook Basalt I [4] findet sich auch ein Desktop-Rechner im Angebot, in Zukunft soll ein Netbook das Portfolio ergänzen.
Software komplett
Tuxfarm liefert das Basalt I mit vorinstalliertem Kubuntu 9.10 aus, als Benutzeroberfläche dient KDE 4.3.2. Der Desktop des Notebooks entspricht weitgehend der für Kubuntu üblichen KDE-Installation, jedoch finden sich einige Zusatzprogramme wie der Audio-Editor Audacity oder das DTP-Programm Scribus.
Der Hersteller zielt darauf ab, ein komplett konfiguriertes System zu liefern. Daher existiert ein ab Werk angelegter Benutzeraccount mit Passwort, so dass Sie sofort starten können. Für dieses Benutzerkonto hat Tuxfarm zusätzlich noch ein paar Plasma-Widgets sowie ein individuelles Hintergrundbild eingebaut (Abbildung 1). Auf eine OEM-Installation, in Sie selbst einen Konto mit selbst gewähltem Benutzernamen anlegen, verzichtete Tuxfarm bewusst.
Dass das System den Benutzer automatisch anmeldet, zieht allerdings die Konsequenz nach sich, dass der Schüsselverwalter KWallet sich beim Einloggen nicht aktiviert. Trotz der automatischen Anmeldung müssen Sie also das eigene Passwort eingeben, um eine WLAN-Verbindung aufzubauen (Abbildung 2).
Solide Hardware
Das Notebook verfügt über einen mit 2,2 GHz getakteten Intel Core 2 Duo T6600. Der Intel-Grafikchipsatz des Typs GMA X4500M eignet sich zwar nicht für leistungshungrige 3D-Spiele, wohl aber für HD-Videos. Die mit Ogg Vorbis kodierte 1080p-Version von Big Buck Bunny [5] spielte der Laptop im Test ruckelfrei ab.
Auch die Desktopeffekte von Compiz beziehungsweise der KDE-Oberfläche stellen die Hardware vor keine Probleme, und dank der freien Intel-Treiber brauchen Sie keine proprietären Treiber nachzuinstallieren. Die installierten 4 GByte Speicher und die 320-GByte-Festplatte entsprechen den derzeit marktüblichen Standards. Weitere Informationen zur verbauten Hardware finden Sie in der Tabelle "Hardware-Übersicht".
Hardware-Übersicht
| CPU | Intel Core 2 Duo T6600 (2,2 GHz) |
| RAM | 4 GByte DDR2 |
| Grafik | Intel GMA X4500M, max. 512 MByte Shared Memory |
| Festplatte | 320 GByte SATA |
| Optisches Laufwerk | DVD-Brenner (DVD+/-RW) |
| LAN | 10/100/1000 Mbit/s (Realtek RTL8111/8168B) |
| WLAN | 802.11b/g (Broadcom RTL8187B) |
| Display | 15,6 Zoll WXGA, 1366 x 768 Pixel (matt, 16:9) |
| Webcam | 1,3 Megapixel (BisonCam NB Pro) |
| Maße | 380 x 38 x 260 mm |
| Gewicht | 2600 g |
| Preis | 599 Euro |
| OEM-Gerät, Typ Nexoc S634 [9] | |
|---|---|
Das recht ordentlich verarbeitete Gerät liegt ungefähr auf dem Niveau der Einstiegsmodelle von Markenherstellern. Die Tastatur klappert zwar nicht, hat aber einen dumpfen Anschlag, wobei die Leertaste besonders unangenehm auffällt: Es gelingt nicht, sie gleichmäßig zu drücken. Sie hängt wie eine Wippe am vorderen Rand, beim Tippen erwischt man sie aber eher am hinteren Rand. Vor allem Vielschreibern dürfte das unangenehm auffallen. Hier sollte der Hersteller definitiv nachbessern.



