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© Ilco, sxc.hu

Digitale Schnitzeljagd

Linux und Geocaching

01.04.2010 Geocaching zieht als Hobby immer mehr Mensch in seinen Bann. Für Linux gibt es mittlerweile eine kleine, aber feine Auswahl an Programmen dazu.

Geocaching wird häufig als moderne Form der Schnitzeljagd beschrieben. Im Mai 2000 veröffentlichte der US-Amerikaner Dave Ulmer in der Mailingliste sci.geo.satellite-nav den ersten Geocache. In seinem Posting [1] beschreibt er die recht einfache Grundidee: Mithilfe eines GPS-Empfängers begibt sich der Geocacher an einen Ort, dessen Koordinaten er sich aus dem Internet besorgt hat. Dort angekommen, sucht er einen an dieser Stelle versteckten Behälter, in dem sich mindestens ein Logbuch befindet. Dort vermerkt der Geocacher den Fund mit Datum und Namen.

Der von Dave Ulmer versteckte "Schatz" – so bezeichnet man den Behälter meist – wurde binnen 24 Stunden zum ersten Mal gefunden, weitere Verstecke folgten. Die erste Website mit einer Sammlung von Koordinaten, an denen man Geocaches suchen konnte, ging kurz darauf online. Eine Kopie dieser Plattform existiert noch unter [2]. Aus diesen Anfängen hat sich eine große Fangemeinde entwickelt.

Moderne Varianten

Obwohl das Grundprinzip erhalten blieb, haben sich einige Varianten herausgebildet. So unterscheidet man mittlerweile zwischen zehn verschiedenen Cache-Arten. Sie reichen vom einfachen Traditional, wo man den versteckten Behälter an dem per Koordinaten festgelegten Ort findet, über den Multicache, bei denen man ausgehend von einer Startposition verschiedene Stationen anlaufen muss, um schließlich das finale Versteck zu finden, bis hin zum Mystery: Hier gilt es bereits vorab ein Rätsel zu lösen, um überhaupt erst einmal an die GPS-Daten zu gelangen.

Auch die Größe des zu suchenden Gegenstandes variiert. So gibt es beispielsweise Nanos, meist so groß wie ein Schraubenkopf, oder Mikros – traditionell eine Filmdose. Einen besonderer Reiz des Geocachens stellt es dar, die Verstecke möglichst ungesehen von den anderen Passanten – in Cacher-Kreisen auch Muggels genannt – zu finden und auch wieder zu verstecken. Zur Zeit existieren weltweit rund 1 Million Geocaches, davon allein 122 000 in Deutschland.

Die wichtigsten Anlaufstellen, um an die Koordinaten der Verstecke zu kommen, bilden Websites wie Geocaching.com, Navicache.com oder die deutschsprachige Seite Opencaching.de. Bei den beiden erstgenannten Plattformen benötigen Sie eine kostenfreie Registrierung, um an die Daten zu gelangen, bei Opencaching.de ist der Zugang zu Koordinaten nicht an eine Anmeldung gebunden. Alle drei Websites stellen neben den Koordinaten auch Beschreibungen ("Listings") der Geocaches zur Verfügung.

Einstieg ins Geocaching

Für den Einstieg genügt ein Computer mit Internetanschluss. Über die veröffentlichten Koordinaten und verschiedene digitale Onlinekarten wie etwa Google Maps oder Openstreetmap lassen sich die ersten Geocaches finden. Auch der Autor selbst hat so seine ersten Funde loggen können. Allerdings stößt man mit dieser Methode schnell an Grenzen.

Komfortabler gestaltet sich die digitale Schnitzeljagd mit einem GPS-Empfänger, kurz GPSr. Unter einem breiten Angebot an Geräten und Herstellern haben zwei Produzenten bei der Gemeinschaft der Hobbyschatzjägern die Nase vorn: Garmin [3] und Magellan [4] (siehe auch Kasten "GPS-Receiver und Linux"). Die beiden Anbieter liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ihre Geräte immer besser an die Bedürfnisse der Geocacher anzupassen. So findet man bei diesen GPS-Receivern beispielsweise schon voreingestellte Geocaching-Profile (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die GPS-Empfänger der Garmin-Oregon-Serie bieten bereits ein voreingestelltes Geocaching-Profil an.

Hat man erst einmal die passende Ausrüstung beschafft und damit die ersten Caches aufgespürt, dann wächst schnell wächst der Wunsch nach einer Software, die sowohl beim Verwalten der Caches in einer Datenbank hilft, als auch bei der Routenplanung und dem Erstellen von Statistiken über die eigenen Funde. Der wichtigste Anspruch an ein solches Programm: Es muss die von den bereits vorgestellten Geocaching-Websites bereitgestellten Daten übernehmen und verwalten können.

GPS-Receiver und Linux

Für die Besitzer von Magellan-Geräten geht beim Thema Firmware-Update kein Weg an Windows oder einem Windows-Emulator vorbei. Anders verhält es sich bei Garmin: Der Hersteller bietet auf seiner Internetseite die jeweils aktuellste Software-Version zum Download an. Diese laden Sie herunter, benennen sie gegebenenfalls in gupdate.gcd um und kopieren Sie auf den Empfänger in das Verzeichnis /GARMIN. Anschließend trennen Sie den GPSr vom Rechner und starten ihn neu – alles Weitere läuft automatisch.

Naturgemäß sind die GPSr-Hersteller darauf bedacht, ihre eigenen Kartenwerke zu verkaufen. Möchten Sie lieber auf freie Karten zurückgreifen, dann finden Sie beim Openstreetmap-Projekt [11] eine reiche Auswahl. Einen deutlichen Vorteil der Daten von Openstreetmap stellt die Tagesaktualität dar: Täglich verarbeitet der Server die von den Nutzern zur Verfügung gestellten Informationen. Demgegenüber steht als Nachteil die oft noch lückenhafte Darstellung von Gebieten außerhalb von Ballungsräumen.

Besitzer von Garmin-Geräten können direkt auf das freie Kartenmaterial zugreifen, schwieriger gestaltet es sich für Nutzer von Magellan-Devices. Sie benötigen das unter GPL veröffentlichte Werkzeug Pymag [12], um die freien Landkarten in ein für ihr Gerät nutzbares Format zu konvertieren.

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