Unreifes Früchtchen?
Mailclient Mulberry im Test
Fazit
Mulberry präsentiert sich als leistungsfähige Personal-Information-Management-Suite, die mit zahlreichen nützlichen Details aufwartet. Unter Linux knirscht und knarrt es aber noch an einigen Ecken, speziell die fehlende Lokalisierung stört außerordentlich. Darüber täuschen auch die üppigen Konfigurationsoptionen oder die überbordenden Menüs nicht hinweg. Für den Anwender unbrauchbare Fehlermeldungen im Windows-Stil (Error = 11001 Account: ...) unterstrichen im Test zusätzlich den Eindruck, dass Mulberry bis zu einer wirklich brauchbaren Linux-Version noch eine gute Strecke Wegs vor sich hat.
Ausgefeilten Programmen wie KMail oder Thunderbird läuft Daboos Mailclient den Rang derzeit also noch nicht nicht ab. Aufgrund des geringen Hauptspeicherbedarfs – Mulberry begnügte sich im Test mit 15 bis maximal 18 MByte RAM – eignet sich das Programm jedoch im Gegensatz zur Konkurrenz auch zum Einsatz auf älteren, weniger üppig ausgestatteten Rechnern.
Glossar
Enriched
RFC 1896 definiert den Mime-Type
text/enriched, der eine HTML-ähnliche Auszeichnung von Formatangaben in E-Mails ermöglicht.Sieve
Eine als Internet-Standard vorgeschlagene Sprache zum Filtern von E-Mails zum Zeitpunkt der Auslieferung (RFC 3028). Sieve-Skripts werden bereits während der Zustellung der E-Mail am Posteingangsserver ausgeführt.
LDIF
LDAP Data Interchange Format. Ein ASCII-basierendes Dateiformat zur Darstellung von Informationen aus einem LDAP-Verzeichnis.
vCard
Standard des Internet Mail Consortiums für elektronische "Visitenkarten".
[1] Mulberry-Download: http://www.mulberrymail.com/download.shtml
[2] Mulberry-Dokumentation: http://trac.mulberrymail.com/mulberry/wiki/documentation
[3] Shellvariablen: Heike Jurzik, "Gleiches Recht für alle?", LinuxUser 07/2004, S. 69, http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/07/069-zubefehl/
[4] PGP: J. Mudrack, P. Jung, "Schloss für die Post", LinuxUser 05/2002, S. 28, http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/05/028-pgp/pgp-1.html



