Home / LinuxUser / 2007 / 03 / Unreifes Früchtchen?

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mageia 2 ist fertig
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Unreifes Früchtchen?

Mailclient Mulberry im Test

Schreiben und Editieren

Auf der rechten Seite des Fensters Preferences findet sich die Checkbox Advanced, über die Sie die erweiterten Einstellungen erreichen. Dahinter verbirgt sich ein wahres Feuerwerk an Optionen: Von Details im Umgang mit Anhängen und Mailboxen über Einstellungen zur Sicherheit und zum Verschlüsseln von Nachrichten bis hin zu frei wählbaren Farben von Quoting-Ebenen ist hier alles möglich – ausreichende Englischkenntnisse vorausgesetzt. Als erstes sollten Sie unter Spelling die – wie bereits erwähnt nur Englisch beherrschende – Rechtschreibprüfung deaktivieren: Sonst moniert Mulberry jedes Wort einer neuen deutschsprachigen E-Mail mit roter Hinterlegung als Fehler.

Trotz korrekter Angabe des Zeichensatzes ISO-8859-15 im Header zeigt Mulberry in ersten Test-E-Mails das Euro-Zeichen nicht an. Auch beim Schreiben von Mails bleibt die Software störrisch: Zwar kodiert sie jede ausgehende Nachricht mit Sonderzeichen zu UTF-8; das Euro-Zeichen scheint jedoch nicht darunter zu sein. Die Gegenprobe auf einem Windows-Rechner zeigt, dass das Problem dort nicht existiert. Als Ursache stellen sich schließlich die von Mulberry vorgegebenen Zeichensätze heraus, die alle kein Euro-Zeichen enthalten. Nach dem Umstellen über Preferences | Fonts auf Euro-taugliche Schriften (etwa Nimbus Sans L für die Listenanzeigen und Nimbus Mono L für die Nachrichten) klappt alles wie gewünscht.

TIPP

Wen die Vorgabe der UTF-8-Kodierung aller Mails stört, der unterbindet dies unter File | Preferences | Advanced | Outgoing | Options durch Deaktivieren der Checkbox Always use Unicode Character Set for non-ASCII Text.

Wer sich mit dem internen Editor von Mulberry nicht anfreunden mag, dem liefert das Untermenü Outgoing im Fenster Preferences eine Alternative: Dort finden sich die Einstellungen zum Konfigurieren der ausgehenden Nachrichten. Auf dem Karteireiter Editor bietet das Programm die Möglichkeit an, Mails mit Hilfe eines externen Editors wie XEdit, GVim oder KWrite zu verfassen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein erster Schritt in die richtige Richtung: Mulberry erlaubt die Integration eines externen Editors.

Mulberry ermöglicht sowohl das Darstellen als auch das Verfassen von Mails als reinen Text, im HTML-Format oder mit so genannten Enriched-Auszeichnungen – letztere kommen allerdings mit Umlauten nicht zurecht. HTML-E-Mails erstellt das Programm dagegen fehlerfrei. Der eingebaute Editor erfreut mit der Fähigkeit, Textbausteine als Makro zu definieren. Über das Menü Edit | Text Macros legen Sie zum Beispiel fest, dass ein geschriebenes mfg durch einen anschließenden Druck auf [Umschalt]+[Eingabe] zu Mit freundlichen Grüßen expandiert.

Zu den wichtigen Features eines modernen Mailclients gehört das Verschlüsseln von elektronischen Nachrichten. Hier überrascht Mulberry angenehm: Es gilt lediglich ein Häkchen bei PGP using GPG-Plugin im Abschnitt Preferred Plugin im Untermenü Security der Preferences zu setzen, schon klappt das Verschlüsseln und Signieren von Nachrichten. Damit gibt sich Mulberry im Umgang mit der Kryptosoftware GnuPG [4] komfortabler als der Konkurrent Thunderbird, der dafür das Addon Enigmail benötigt.

Als weiteres Highlight fallen die umfangreichen Filterfunktionen auf, mit denen Mulberry E-Mails nach nahezu beliebigen Kriterien umsortieren, weiterleiten, ablehnen, bouncen, drucken und mit vorgegebenen sowie selbst definierbaren Flags versehen kann. Auch der Aufruf externer Programme oder serverseitiger Sieve-Skripts erfolgt auf Wunsch bei einem Filtertreffer.

Kalender und Adressbuch

Mulberry bringt neben dem eigentlichen Mailclient auch Kalender und Adressbuch mit. Beide zeigen sich auf den ersten Blick benutzerfreundlich und übersichtlich. Das Menü bietet die Möglichkeit, Daten aus verschiedenen gängigen Mailprogrammen zu im- oder exportieren sowie aus Dateien in Standardformaten wie LDIF oder vCard einzulesen. Für einen Import gilt es allerdings zunächst ein neues Mulberry-Adressbuch zu definieren und zu öffnen (Address | Address Book Manager | Open Address Book...). Anderenfalls quittiert das Programm jeden Versuch eines Im- und Exports mit der Fehlermeldung To import and export addresses you must have an address book window open and on the top.

Im Kalender fällt die lückenhafte Lokalisation der Anzeige auf: Während das Datum in der Tagesanzeige unseren Gegebenheiten entsprechend Samstag, 14. Oktober lautete, kam die Monats- und Wochenansicht weiterhin mit englischen Bezeichnungen wie Monday oder January daher. Die Qualität des KDE-Programms Kontact erreicht Mulberry weder in dieser Hinsicht, noch beim Bedienkomfort (Abbildung 3). Immerhin lassen sich alle gängigen Terminarten einschließlich ganztägiger und wiederholender Ereignisse verwalten, mit Teilnehmern aus dem Adressbuch verknüpfen und Einladungen via E-Mail abwickeln.

Abbildung 3: In Bezug auf den Kalender zeigt Mulberry noch deutliche Defizite bei der Lokalisation.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 49 Punkte (9 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Jörg Luther

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

Zum Blog von Jörg Luther →


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...