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Hoch hinaus

Kommerzielles Office-Paket Softmaker 2006

Funktionsvielfalt

Zu den auffälligsten Merkmalen von Softmaker Office 2006 zählt die hohe Arbeitsgeschwindigkeit, die beide Programme trotz ihrer großen Funktionsvielfalt auch beim Umgang mit größeren Dateien an den Tag legen. Bei Start erscheint auf aktuellen Systemen unmittelbar und selbst auf schwachbrüstigen Rechnern in Sekundenschnelle die Programmoberfläche. Selbst auf betagten PCs glänzen Text- und Planmaker durch flüssigen Umgang mit den Dokumenten.

Textmaker beherrscht alle wichtigen Funktionen zum Bearbeiten großer Dokumente wie Diplom- oder Doktorarbeiten. Das Programm bietet Kopf- und Fußzeilen, das automatische Nummerieren von Fußnoten, das Generieren von Inhalts- und Stichwortverzeichnissen und setzt auf Wunsch Textmarken.

Neu in dieser Version ist eine Kommentarfunktion, die in beiden Programmen zur Verfügung steht. Sie verbirgt sich hinter dem Menüpunkt Weiteres | Kommentare. Ihre Vielseitigkeit erlaubt durchaus den Einsatz in Büroumgebungen, in denen oft mehrere Personen an einem Dokument arbeiten.

Serienbriefe

In Softmaker Office gibt es zwar kein echtes Datenbankmodul, das sich mit OpenOffice Base vergleichen ließe. Die Software bietet aber die Möglichkeit, eine Datenbank im dBase-Format aufzubauen und diese auf einfache Weise mit einem Dokument zu verbinden. Der Menüpunkt Weiteres | Datenbank erzeugen öffnet den Dialog zum Bestimmen der relevanten Felder (Abbildung 4).

Abbildung 4: Softmaker Office ermöglicht es, einfache Datenbanken im dBase-Format zu erstellen.

Sie geben dort einfach die entsprechenden Felder ein und bestimmen, ob es sich dabei um eine normale Zeichenkette oder eine numerische Ausgabe handelt. Nach dem Fertigstellen der Felder erscheint die Maske zur Eingabe des ersten Datensatzes (Abbildung 5). Auf diese Weise erstellen Sie schnell eine Adressdatenbank für einen Serienbrief.

Abbildung 5: Die Eingabe von Daten erfolgt über einen einfach gestalteten Dialog.

Ein Klick auf den Menüpunkt Weiteres | Datenbank zuordnen verbindet diese mit Ihrem aktuellen Dokument. Die nun benötigten Funktionen finden Sie bereits gut positioniert in der Symbolleiste: Mit dem Icon, das einen abwärtsgerichteten Pfeil zwischen geschwungenen Klammern zeigt, öffnen Sie den Dialog Feld einfügen. Wählen Sie dort Datenbankfeld aus. Bei korrekt angegebener Datenbankverbindung erscheinen die vorher definierten Feldmöglichkeiten, die Sie nun nach Ihren Wünschen im Dokument platzieren (Abbildung 6).

Abbildung 6: Über die Feldbezeichner fügen Sie Datensätze im dBase-Format aus dem rudimentären Datenbankmodul ein.

Über die Symbolleiste Serienbriefleiste (sie aktivieren diese unter Ansicht | Symbolleisten) zappen Sie durch die Datensätze. Textmaker vervielfältigt dabei nicht den Brief entsprechend der Datensatzanzahl, wie es andere Textverarbeitungen praktizieren, sondern regelt die Auswahl der zu benutzenden Datensätze über den Dialog Datei | Serienbriefdruck (Abbildung 7). Dabei fällt gleich ins Auge, dass die Software nicht nur einzelne installierte Drucker erkennt, sondern jeweils auch den Standard-Systemdrucker oder das KDE-Frontend KPrinter. Über den Eintrag Ghostview [System] generiert das Programm aus dem Dokument eine Postscript-Datei und zeigt sie anschließend im Dokumentenbetrachter Gv an.

Abbildung 7: Beim Drucken übergibt das Programm den Job an eines der installierten Systeme.

Obwohl ein Assistent sicher das Erstellen eines Serienbriefs erleichtert hätte, stellt der Office-erfahrene Anwender schnell fest, das alle wichtigen Funktionen sich recht flott erschließen.

Die Kalkulationssoftware Planmaker steht diesem Komfort in nichts nach. Die Rechenoperationen decken alle gängigen Bedürfnisse für den professionellen Büroeinsatz ab. Durch den Wegfall selten verwendeter Funktionen finden wichtige und oft gebrauchte Komponenten problemlos im Hauptfenster Platz, ohne das Sie zuerst Sonderleisten aktivieren oder sich durch einen verschachtelten Menüwald kämpfen müssten.

Die Vorteile anderen Office-Paketen gegenüber liegen eher im Detail, wie zum Beispiel der etwas einfacheren Benutzeroberfläche. So ziehen Sie für Grafiken und andere zu platzierende Objekte erst einen Rahmen auf und setzen anschließend das Element ein. Über den Außenrahmen bestimmen Sie den Abstand zum Fließtext und drehen innen das Bild nach Belieben. Hakelige Objektpositionen oder Probleme beim Formatieren blieben im Test gänzlich aus: Softmaker erledigte alle Aufgaben äußerst zuverlässig.

Die Rechtschreibkontrolle und der Thesaurus verbesserten sich indes seit der letzten Version kaum. Zwar unterscheidet Softmakers Office-Paket mit unterschiedlichen Farben die neue und die alte Rechtschreibung. Mit zusammengesetzten Wörtern kommt das Programm jedoch immer noch nicht zurecht. Füttern Sie aber das interne Wörterbuch während der täglichen Arbeit regelmäßig mit neuen Begriffen, arbeitet die Software nach einiger Zeit sehr zuverlässig – im Hintergrund mit Autokorrektur oder auf manuelle Anfrage. Als kleine Neuheit bauten die Entwickler in dieser Version einen PDF-Export ein, der im Test problemlos funktionierte.

TIPP

Wenn Sie die Programme der Softmaker-Suite via SSH per X11-Forwarding betreiben möchten, sehen Sie, dass Sie nichts sehen: Die Programmoberfläche erscheint ohne jegliche Menütexte und Symbolleisten-Icons. Um dieses Manko zu beheben, gilt es unter Weiteres | Einstellungen | Allgemein die in der Vorgabe markierte Checkbox SHM-Erweiterungen verwenden zu deaktivieren. Anschließend klappt es auch mit dem Remote-Betrieb.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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