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Speicher satt

Stratos Online-Storage HiDrive im Test

Sicher verwahrt

Da Strato seine Online-Festplatten nicht verschlüsselt, liegt es bei Ihnen, sensible Daten entsprechend sicher darauf zu verwahren. Am einfachsten bewerkstelligen Sie das mit Truecrypt [11] beziehungsweise einer entsprechenden Containerdatei. Nähere Informationen zu diesem Programm finden Sie im LinuxUser-Artikel "Verborgene Talente" [12].

Eine Möglichkeit besteht darin, den Container mit Truecrypt direkt im gemounteten Netzwerkspeicher anzulegen. Abhängig von der Größe der Containerdatei und der Geschwindigkeit der Internetanbindung kann es durchaus mehrere Stunden dauern, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Alternativ erstellen Sie den Container auf der lokalen Festplatte und kopieren ihn anschließend auf die Netzwerkfestplatte, was allerdings zeitlich keinen Unterschied macht.

Im Test mountete Truecrypt klaglos die Container auf dem Netzwerklaufwerk, allerdings kam es beim Kopieren von Dateien dorthin zu Problemen. Die äußerten sich darin, dass der Kopiervorgang viel zu schnell vonstatten ging, das Aushängen des Containers aus Truecrypt dafür mehrere Minuten dauerte – ein Indiz dafür, dass die Daten erst beim Aushängen aus dem Cache in den Container geschrieben wurden.

Zumindest theoretisch bestünde die Möglichkeit, lokal angelegte Container via Rsync abzugleichen. Das scheiterte im Test jedoch daran, dass die Applikation offenbar nicht in der Lage ist, die Unterschiede zwischen den Containerdateien korrekt zu ermitteln und entsprechend zu synchronisieren.

Benchmark

Um den Datendurchsatz der verschiedenen von HiDrive angebotenen Dienste zu messen, bedienten wir uns neben dem lokalen Redaktionsnetz mit einer bidirektionalen Bandbreite von 100 Mbit/s zur Verifizierung der Ergebnisse zweier weiterer Hosts außerhalb unseres LANs. Die Ergebnisse förderten einige handfeste Überraschungen zutage.

Die wohl am häufigsten verwendete Übertragungsmethode SMB schnitt vergleichsweise schlecht ab: Wir ermittelten lediglich 1,7 MByte/s Upstream und etwa 700 kByte/s Downstream – das reizt nicht einmal die Bandbreite schneller ADSL-Verbindungen aus. Die Transferraten über einen OpenVPN-Tunnel lagen beim Hochladen etwa 15 bis 20 Prozent niedriger, der Download brachen aus unerfindlichen Gründen jedoch drastisch ein: Aus unserem Testnetz erreichten wir Transferraten von gerade einmal 50 bis 80 kByte/s (Abbildung 7), auf einem von uns zur Verfügung stehenden Strato-Host erreichte der Download etwa 230 kByte/s. Beides ist deutlich zu wenig, um eine durchschnittliche ADSL-Leitung auch nur annähernd auszulasten. Auf Rückfrage bestätigte Strato den Fehler (siehe Kasten "Das meint Strato")

Abbildung 7: Lahme Ente: Die Downloadraten über den VPN-Tunnel schwankten im Test zwischen 50 und 80 kByte/s, lagen also um den Faktor 10 niedriger als bei einer unverschlüsselten SMB-Verbindung.

Das meint Strato

In der Korrespondenz mit Strato kristallisierte sich heraus, dass ein Bug im TUN-Treiber des von Strato verwendeten Serverbetriebssystems OpenSolaris für diesen Fehler verantwortlich ist. Er schmälerte nach Strato-Angaben die Bandbreite, weil der Puffer zu klein war. Das Unternehmen gab an, den Bug im nächsten offiziellen Wartungsfenster zu beheben, nannte jedoch keinen genauen Termin dafür.

Die vergleichsweise langsame SMB-Verbindung erklärten die Techniker damit, dass der Linux-Kernel die SMB-Pakete auf eine Größe von 16 kByte begrenzt, was zu häufigen Wartezeiten führe. Abhilfe schaffe hier nur das Patchen des Kernels. Generell empfiehlt Strato, zum Übertragen großer Datenmengen auf Rsync via SSH oder auf SFTP auszuweichen.

Anders sah es bei FTP aus. Hier trumpfte HiDrive mit einer Upload-Bandbreite von annähernd 2 MByte/s auf, beim Download kam es sogar auf über 4 MByte/s. Als Gewinner im Tempotest stellte sich überraschend SCP heraus: Es erzielte beim Download Datenraten von über 9 MByte/s und lud mit annähernd 3 MByte/s hoch. Das ist deswegen so ungewöhnlich, weil dieses Protokoll einen verhältnismäßig großen Overhead besitzt und damit in der Regel deutlich langsamer überträgt als beispielsweise FTP. Der Verzeichnisabgleich mit Rsync bewegte sich mit rund 1,5 MByte/s Datenrate beim Hoch- wie Herunterladen im Mittelfeld. Eine Zusammenfassung der ermittelten Ergebnisse zeigt die Tabelle "Transferraten".

Transferraten

Protokoll

Upload

Download

SMB 1,7 MByte/s 760 kByte/s
SMB via OpenVPN 1,5 MByte/s 152 kByte/s
FTP 1,6 MByte/s 4,5 MByte/s
SCP 2,5 MByte/s 8,0 MByte/s
Rsync 1,5 MByte/s 1,7 MByte/s
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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

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LinuxUser 06/2012

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