Neues rund um Linux

Aus LinuxUser 06/2010

Neues rund um Linux

Aktuelles

LinuxUser-Leserumfrage

Den 10. Geburtstag von LinuxUser nehmen wir zum Anlass, bei Ihnen nachzuhaken, wie wir das Heft weiter verbessern und noch stärker an Ihre Wünsche anpassen können. Dazu haben wir unter http://www.linux-user.de/umfrage10/ einen Fragebogen online gestellt, über den Sie uns Ihre Zufriedenheit mit den Inhalten des Hefts und Ihre Anregungen zu Änderungen und Verbesserungen mitteilen können. Das Ausfüllen dauert nicht länger als fünf Minuten – bitte helfen Sie uns dabei, LinuxUser noch genauer an Ihren Interessen auszurichten.

Grazer Linuxtage 2010

Am 24. April fanden an der FH Joanneum die Grazer Linuxtage 2010 statt (http://linuxtage.at). Über 500 Besucher informierten sich in zahlreichen Vorträgen und an Infoständen rund um das Thema Linux und Open Source. Das Veranstaltungsprogramm bot mit 28 Vorträgen und einem Workshop Stoff für alle Interessensgruppen. Renommierte Open-Source-Projekte wie OpenOffice.org, KDE, Grml, Debian und BSD ermöglichten den Besuchern an insgesamt 18 Infoständen das Informieren und den Austausch über die Aktivitäten der Projekte. Daneben konnten Besucher LPI-Prüfungen und erstmalig auch BSD-Prüfungen absolvieren. Eine gut besuchte Keysigning-Party komplettierte die Veranstaltung. Auf der Webseite der Grazer Linuxtage gibt es die Vortragsunterlagen und ein Photoalbum, das einen umfassenden Eindruck der Veranstaltung bietet. Wer die Veranstaltung im nächsten Jahr nicht versäumen möchte, kann sich für den Linuxtage-Newsletter registrieren oder dem Twitter- (http://twitter.com/linuxtage) und Identi.ca-Account (http://identi.ca/linuxtage) der Veranstaltung folgen. (Mika Prokop)

Als Maskottchen der Grazer Linuxtage trägt Tux natürlich einen Steirer Hut. (Bild: Grazer Linuxtage)

Als Maskottchen der Grazer Linuxtage trägt Tux natürlich einen Steirer Hut. (Bild: Grazer Linuxtage)

AMDs Hexacore mit kleineren Linux-Problemen

Kurz vor Redaktionsschluss traf der neue AMD Phenom II X6 im LinuxUser-Testlabor ein. AMDs neuer Platzhirsch brachte in unseren Tests allerdings auf aktuellen Kerneln nicht die volle Performance, erst das Deaktivieren der Stromspartechnik Cool’n’Quiet im BIOS verhalf dem Hexacore zu voller Leistung. AMD bestätigte uns das Problem: Der neue Turbomodus des Phenom II X6, mit dem dieser sich selbständig übertaktet, bringt das powernow-k8-Kernelmodul durcheinander. Das Problem betrifft alle AMD-CPUs mit Turbocore-Modus unter allen Kerneln ab 2.6.30.

Einen entsprechenden Patch hat AMD schon upstream geschickt (http://tinyurl.com/linux-amd-turbopatch). Der CPU-Hersteller arbeitet eng mit den Distro-Maintainern zusammen, um den Patch möglichst bald per Aktualisierung verfügbar zu machen – für das neue Ubuntu 10.04 soll er schon mit dem ersten Kernel-Update kommen. Ob das Problem Ihr System betrifft, testen Sie mit aktiviertem Cool’n’Quiet mittels dmesg | grep "pstate 0". Steht hier als Maximalfrequenz (Pstate 0) der Turbocore-Takt Ihres Phenom X6 (3600 MHz beim 1090T, 3300 MHz beim 1055T), ist das System ausgebremst. Bis der Patch verfügbar wird, sollten Sie beim Betrieb eines Phenom X6 Cool’n’Quiet im BIOS deaktivieren oder das powernow-k8-Kernelmodul blacklisten.

Einen ausführlichen Test der neuen Sechskern-CPUs von Intel (Core i7 980) und AMD (Phenom II X6 1090T) finden sie in der nächsten Ausgabe von LinuxUser. (dko)

Programm zum Linuxtag 2010 steht

Der 16. Linuxtag geht vom 9. bis 12. Juni 2010 auf dem Berliner Messegelände über die Bühne. Nun haben die Veranstalter das Vortragsprogramm veröffentlicht. Dort finden sich über 200 Vorträge zu 25 Schwerpunktthemen (http://tinyurl.com/lu0610-linuxtag). Die Veranstalter konnten zahlreiche prominente Keynote-Speaker gewinnen, darunter den Ubuntu-Mäzen Mark Shuttleworth, Chris DiBona von Google, Bill Hilf von Microsoft und den ersten Open-Source-Professor, Dirk Riehle. Bei den Eintrittspreisen gibt es zwei Neuerungen: Kinder bis 8 Jahre haben freien Eintritt, für Schulklassen gibt es ein Tagesticket für 30 Euro. Letzteres muss man allerings im Vorfeld per Fax-Formular bestellen. Das Tagesticket kostet zum Normalpreis 14 Euro, die Dauerkarte 30 Euro. Deutliche Ermäßigungen gibt es für Schüler, Studenten, Auszubildende, Wehrpflichtige, Zivildienstleistende und Schwerbehinderte.

Auch in diesem Jahr bietet der Linuxtag in Berlin wieder ein hochkarätiges Programm für Anwender von Einsteiger bis zum Profi. (Bild: Linuxtag e.V.)

Auch in diesem Jahr bietet der Linuxtag in Berlin wieder ein hochkarätiges Programm für Anwender von Einsteiger bis zum Profi. (Bild: Linuxtag e.V.)

Sony unter Druck

Nachdem Sony vor kurzem über ein Firmware-Upgrade die Linux-Unterstützung der PlayStation 3 entfernte, hat jetzt ein Anwender vor einem US-Gericht eine Sammelklage gegen den Hersteller angestrengt (http://tinyurl.com/lu0610-sony). Als Streitwert wurden 5 Millionen Dollar angesetzt. Bereits im Vorfeld hatte ein englischer PS3-Anwender bei seinem Händler Amazon eine Entschädigung für die verlorene Linux-Funktionalität verlangt und bekommen – in Europa ist gemäß der EU-Richtlinie 1999/44/EG in einem solchen Fall der Händler und nicht der Hersteller in der Pflicht. Sony hatte bei Bekanntwerden des Vorgangs prompt darauf verwiesen, dass dies Amazons Entscheidung gewesen sei und man selbst nichts zahlen werde (http://tinyurl.com/lu0620-amazon).

Freier H.264-Encoder für Blu-ray-Videos

Der freie H.264-Encoder x264 des Projekts VideoLAN erstellt jetzt auch Blu-ray-Filme. Dies bestätigte eine offizielle Verifikation durch das Blu-ray-Konsortium. Um jedermann Blu-ray-Disks erstellen zu lassen, fehlt neben dem jetzt verfügbaren HD-Video-Encoder und dem bereits vorliegenden AC3-Encoder für Audio allerdings bislang noch die passende grafische Authoring-Software. Erste Hinweise zum Brennen und Abspielen von Blu-ray mittels x264 enthält ein Blogeintrag des x264-Hauptentwicklers Jason Garrett-Glaser unter http://x264dev.multimedia.cx/?p=328.

Mit dem neuen x264 als Blu-ray-Film encodiert jetzt als Download verfügbar: "Elephants Dream" des Open-Movie-Projekts.

Mit dem neuen x264 als Blu-ray-Film encodiert jetzt als Download verfügbar: “Elephants Dream” des Open-Movie-Projekts.

HP schluckt Palm

Hewlett-Packard übernimmt den angeschlagenen Handheld-Pionier und Handy-Hersteller Palm – und damit auch dessen Mobile-Linux-Betriebssystem WebOS – für insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion soll bis Ende Juli angeschlossen sein (http://tinyurl.com/lu0610-hppalm). Bisher nur mit Handys auf Windows-Mobile-Basis im Markt vertreten, legt HP nach eigener Aussage großen Wert auf das von Palm entwickelte WebOS und bezeichnet es als “beispiellos”.

Kurz notiert

Für seinen Einsatz rund um freie Software und offene Standards hat die Bundesrepublik Deutschland Georg Greve, den Gründer und langjährigen Präsidenten der Free Software Foundation Europe (FSFE), mit dem Verdienstorden am Bande ausgezeichnet (http://tinyurl.com/lu0610-greve).

Nach rund zwei Jahren Entwicklung haben die Entwickler eine erste fertige Version des arcade-orientierten Torcs-Abkömmlings Speed Dreams 1.4.0 veröffentlicht. Zu Redaktionsschluss gab es auf Sourceforge (http://sourceforge.net/projects/speed-dreams/) nur für Mandriva 2010 fertige Pakete, Nutzer von anderen Distributionen müssen das Spiel von Hand kompilieren.

Der Hersteller Synaptics bietet seine Gesten-Software für Touchpads nun auch für Linux an. Das Angebot wendet sich allerdings an OEMs, nicht an Privatanwender. Die “Synaptics Gesture Suite for Linux” (http://tinyurl.com/lu0610-synaptics) beherrscht unter anderem Zwei-Finger-Scrolling, Pinch-Zoom und Twist-Rotate.

Das Gnome-Projekt hat als Stabilitätsupdate für die aktuelle Version nun Gnome 2.30.1 zum Download freigegeben. Die Bugfix-Version bringt auch verbesserte und zusätzlichen Übersetzungen mit (http://tinyurl.com/lu0610-gnome). Ein weiteres Gnome-Update der Serie 2.30 steht für den 23. Juni an.

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