Aktuelle Software im Kurztest

Aus LinuxUser 12/2025

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Bilder mit Consize 0.7.0 anpassen, Banner-Generator Fastfetch 2.52.0, den Programmfortschritt mit Pv 1.9.34 visualisieren, kompakter Webserver Rws 16.1.0, Markdown-Wiki Smeagol 0.5.0, Dienste steuern mit Wait4x 3.5.1.

Voll im Bild

Das Shell-Skript Consize 0.7.0 hilft beim Konvertieren mehrerer Bilder in einem Rutsch.

Wer die Größe oder das Format mehrerer Bilder gleichzeitig anpassen möchte, braucht ein Tool wie Consize. Das Shell-Skript ermöglicht es, alle Fotos in einem Verzeichnis in der Größe anzupassen oder in ein anderes Format zu konvertieren. Dabei greift das Tool im Hintergrund auf bewährte Bildbearbeitungswerkzeuge wie Imagemagick, Webp, Jpegoptim und Optipng zurück. Der von Consize verwendete Dialekt stammt von Zsh, sodass diese Shell auf dem System vorhanden sein muss. Die Software ist nach dem Entpacken sofort einsatzbereit, die Konfiguration erfolgt über Kommandozeilenparameter beim Aufruf. Wichtig ist, dass sich die im Archiv enthaltenen Verzeichnisse lib/ und src/ im selben Ordner befinden wie das Skript. Sie enthalten die Unterfunktionen, die Consize nutzt. Mit -h erhalten Sie eine Onlinehilfe, die alle verfügbaren Parameter aufführt und darüber hinaus eine Reihe von Anwendungsbeispielen liefert. So konvertiert der Parameter png2jpg alle Dateien vom PNG- ins JPG-Format. Mit webp2png erfolgt die Konvertierung von WebP nach PNG. Ohne Angabe eines Verzeichnisses erwartet das Skript die Bilder im aktuellen Verzeichnis und legt seine Ergebnisse ebenfalls dort ab. Bei Bedarf geben Sie hinter -i ein Eingabe- und hinter -o ein Ausgabeverzeichnis an. Die Qualität der Bilder passen Sie mit -q an, voreingestellt setzt Consize sie auf 100 Prozent. Bei Bildern aus vielen verschiedenen Quellen passt die Größe oft nicht zueinander, was beim Durchsehen stört. Mit dem Parameter resize normalisieren Sie die Bildgröße, die Sie mit den Parametern -w und -h festlegen. Beispiele finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. Die Entwicklung des Tools stockte in den letzten Monaten etwas, was der Funktionalität aber keinen Abbruch tut.

Consize 0.7.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/shinokada/consize

Wo bin ich?

Mit dem Banner-Generator Fastfetch 2.52.0 erkennen Sie auf einem Blick, wo Sie sich eingeloggt haben.

Arbeiten Sie häufig via SSH auf unterschiedlichen Systemen, verlieren Sie leicht den Überblick, auf welchem Server Sie sich gerade befinden. Fastfetch hilft mit einem informativen Banner aus der Misere, das alle wichtigen Eckdaten des aktuellen Systems in einer Anzeige zusammenfasst. Die Entwickler ließen sich vom Shell-Skript Neofetch inspirieren, das in C geschriebene Fastfetch ist jedoch erheblich flinker. Ältere Versionen des Tools finden sich in den Repos vieler Distributionen, das aktuelle Release steht als Binärpaket auf der Github-Seite des Projekts zum Herunterladen bereit. In der Grundeinstellung liefert Fastfetch wichtige Eckdaten wie Betriebssystem, Kernel-Version, Laufzeit des Systems, Shell-Version, CPU, RAM und Festplattenspeicher. Daneben informiert es über die Anzahl der installierten Pakete, die Lokalisierung und die IP-Adresse. Erkennt das Tool die verwendete Distribution, zeigt es deren Logo als ASCII-Art an. Mit dem Schalter -l geben Sie ein anderes Logo vor. Da die Software nur einen Thread nutzt, dauert das Ermitteln der Systeminformationen mitunter etwas. Mit --multithreading beschleunigen Sie den Prozess. Der Anzeigeumfang lässt sich mit Modulen erweitern, der Schalter --list-modules führt alle verfügbaren Extensions auf. Alternativ starten Sie Fastfetch via -c all.jsonc mit sämtlichen Modulen. Rufen Sie es mit --gen-config auf, erzeugt es eine minimale Konfigurationsdatei, die als Grundlage für eigene Anpassungen taugt. Auf diese Weise erzeugen Sie eine persistente Konfiguration. Unter dem Strich liefert Fastfetch wichtige Informationen und lässt sich in den Anmeldeprozess integrieren. So sehen Sie immer sofort, auf welchem System Sie sich befinden.

Fastfetch 2.52.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/fastfetch-cli/fastfetch

Den Fortschritt im Blick

Das kleine Tool Pv 1.9.34 erlaubt es, den Fortschritt verketteter Kommandos genau zu verfolgen.

Linux-Shells erlauben, Programme über Pipes zu verketten, um auf diese Weise komplexe Aufgaben zu lösen. Vielen Tools fehlt aber eine Fortschrittsanzeige, was Sie während der Verarbeitung über den Ablauf im Dunkeln lässt. Das C-basierte Tool Pv sorgt hier für Abhilfe. Die aktuelle Version korrigiert viele Fehler und stellt auf Codeberg erstmals Binärpakete für Debian- und Red-Hat-basierte Systeme bereit. Alternativ kompilieren Sie das Tool selbst. Für eine einfache Fortschrittsanzeige binden Sie die Software an der gewünschten Stelle in die Pipe-Kette ein. Bei größeren Befehlsketten lässt es sich auch mehrfach an verschiedenen Punkten verwenden. Hier empfiehlt es sich, jedem Pv-Befehl über die Option -N einen Namen zuzuordnen. So lassen sich die Fortschrittsbalken später einfacher zuordnen. Pv visualisiert den Fortschritt nicht nur als Verlaufsbalken, sondern gibt auch die Anzahl der übertragenen MBytes und die benötigte Zeit an. Die Anzeige wird sekündlich aktualisiert. Mit -L begrenzen Sie den Datendurchsatz in einer Pipe, etwa um die Verarbeitung zu steuern. Die maximale übertragene Datenmenge legen Sie mit -S fest. Beide Parameter erwarten eine Angabe in Bytes. Die Software bietet außerdem die Möglichkeit, Daten zu puffern, etwa dann, wenn Tools den Datenfluss unterschiedlich schnell verarbeiten. Fehler im eingehenden Datenfluss ignoriert das Programm mit -E. Die Onlinehilfe rufen Sie wie üblich per -h auf, zusätzlich liefert das Tool eine umfangreiche Manpage. Weitere Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Projektseite.

Pv 1.9.34

 

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://www.ivarch.com/programs/pv.shtml

Server to go

Der Webserver Rws 16.1.0 benötigt nur wenig Ressourcen und lässt sich im Nu aufsetzen.

Um Inhalte webbasiert bereitzustellen, braucht man nicht immer einen Platzhirsch wie Apache oder Nginx. Zum Ausliefern statischer Inhalte genügt eine kompakte Alternative wie der Rust Web Server oder kurz Rws. Sie kompilieren das Tool via Cargo bequem aus den Quellen. Die Konfiguration des Servers erfolgt wahlweise über eine Konfigurationsdatei, mit Kommandozeilenparametern oder auch über Umgebungsvariablen. Letztere werden jedoch von Werten aus der Konfigurationsdatei überschrieben. Kommandozeilenparameter wiederum überschreiben alle anderen Einstellungen. Als Konfigurationsdatei erwartet Rws die Datei rws.config.toml im aktuellen Verzeichnis, das auch als Dokumentenverzeichnis dient, in dem der Server die index.html sucht. Wenn nicht anders konfiguriert, erwartet Rws eingehende Verbindungen an Port 7888 der lokalen Schnittstelle. Ein anderes Interface geben Sie mit --ip an, einen anderen Port mit --port. Standardmäßig öffnet Rws 200 Threads. Erscheint Ihnen das zu viel, begrenzen Sie die Anzahl mit --thread-count auf den gewünschten Wert. Der Arbeitsspeicherverbrauch bewegt sich mit 11 KByte pro Abfrage im moderaten Rahmen. Mehr Speicher pro Anfrage weisen Sie gegebenenfalls mit -r zu. Darüber hinaus unterstützt der Server Cross Origin Resource Sharing, kurz CORS. Das ermöglicht das Nachladen von Inhalten aus anderen Webseiten. Eine Übersicht über die notwendigen Parameter und einen Link zu einer ausführlichen Erläuterung von CORS finden Sie im Github-Repository des Projekts. Alles in allem bietet Rws eine kompakte Webserver-Alternative. Verschlüsselte Kommunikation oder eine Benutzerauthentifizierung suchen Sie indes vergebens, hier müssen Sie Zusatzwerkzeuge bemühen.

Rws 16.1.0

 

Lizenz: LGPL, MIT, Apache 2.0, ISC, CCAI

Quelle: https://github.com/bohdaq/rust-web-server

Tagebuch

Das schlankes Markdown-Wiki Smeagol 0.5.0 eignet sich perfekt für den heimischen Einsatz.

Das Rust-basierte Smeagol bietet Ihnen die Möglichkeit, Markdown-Dokumente wie ein Wiki zu verwalten und zu pflegen. Auf Github finden Sie fertige Binärpakete, sodass Sie sofort loslegen können. Smeagol verfügt über eine eigene HTTP-Engine. Damit lassen sich Markdown-Dokumente im Browser sowohl lesen als auch bearbeiten. Das Verwalten der Dokumente erfolgt standardmäßig mit Git. Es genügt, Smeagol dafür beim Aufruf den Pfad zum gewünschten Git-Repository mitzugeben. Alternativ verwalten Sie mit dem Parameter --fs die Dokumente auch im Dateisystem. Dabei lädt und speichert Smeagol sie ganz normal, ein Commit erfolgt nicht. Standardmäßig lauscht das Tool nach dem Start auf Port 8000 der lokalen Schnittstelle auf eingehende Verbindungen. Mit den Parametern --host und --port legen Sie bei Bedarf eine andere Schnittstelle und einen anderen Port fest. Da Smeagol eine Zugriffskontrolle fehlt, sollten Sie es nur im lokalen Netz nutzen. Als Einstiegsseite erwartet das Programm die Datei README.md im Wiki-Verzeichnis. Gegebenenfalls platzieren Sie dort auch die Konfigurationsdatei smeagol.toml. Darin lassen sich eine andere Datei als Einstiegsseite sowie eine andere Titelquelle festlegen. In der Grundeinstellung nutzt Smeagol den Dateinamen als Wiki-Seitennamen. Nach dem Start stellt die Software eine einfache Weboberfläche bereit, in der Sie Inhalte bearbeiten oder suchen. Mit dem Schalter Overview wechseln Sie auf eine andere Datei im Wiki-Verzeichnis. Um neue Dateien über die Weboberfläche anzulegen, rufen Sie sie als URL auf. Smeagol erkennt, dass die Datei nicht existiert, und legt sie an. Löschen müssen Sie Wiki-Seiten manuell in der Konsole. Arbeiten Sie gern mit Markdown, sollten Sie sich Smeagol auf jeden Fall genauer ansehen.

Smeagol 0.5.0

 

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/AustinWise/smeagol

Der Reihe nach

Mit Wait4x 3.5.1 starten Sie Dienste in einer vorgegebenen Reihenfolge.

Auch in kleinen Netzwerken bieten mittlerweile viele Geräte voneinander abhängige Dienste an. Hier kann die Startreihenfolge mitunter von entscheidender Bedeutung sein. Möchten Sie den Ablauf per Skript steuern, erweist sich Wait4x als sehr nützlich. Das Go-basierte Programm wartet, bis ein Dienst verfügbar ist, und gibt erst dann die Shell für weitere Befehle frei. Sie müssen die Software nicht selbst kompilieren, sondern greifen auf eines der fertigen Binärpakete aus der Github-Präsenz des Projekts zurück. Dort wählen Sie unter anderem zwischen den Varianten für ARM, x86_64, MacOS und Windows. Ohne Parameter aufgerufen, gibt die Applikation eine rudimentäre Onlinehilfe aus. Sie führt alle integrierten Prüfungen auf, die das Tool aktuell beherrscht. Neben Tests zur Verfügbarkeit von Datenbanken wie MySQL, PostgreSQL, Redis und MongoDB bietet Weit4x auch Checks für RabbitMQ, Apache Kafka und DNS an. Mit HTTP und TCP stehen darüber hinaus Protokolle für flexiblere Prüfungen von Diensten zur Verfügung. Mit dem Unterbefehl exec führen Sie Drittprogramme zur Diensteprüfung durch Wait4x aus. Standardmäßig versucht das Tool zehn Sekunden lang, einen Dienst zu erreichen. Dabei prüft es die Verbindung im Sekundentakt bis zum Erfolg. Mit dem Parameter -t passen Sie den Prüfzeitraum an Ihre Wünsche an. Die Option -i verlängert das Prüfintervall, -v kehrt die Prüfung um. Wait4x prüft dann so lange, bis der Dienst nicht mehr zur Verfügung steht. Standardmäßig gibt die Applikation bei jedem Prüfversuch eine Statusmeldung in der Konsole aus. Für die Integration in eigene Skripte gibt es den Parameter -q, der alle Ausgaben unterdrückt. Zahlreiche Anwendungsbeispiele mit präzisen Beschreibungen finden Sie auf der Github-Seite des Projekts. (Uwe Vollbracht/tle)

Wait4x 3.5.1

 

Lizenz: Apache 2.0

Quelle: https://github.com/wait4x/wait4x

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDF
LinuxUser 12/2025 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE
ABONNEMENTS
TABLET & SMARTPHONE APPS
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben