Moderne Cat-Alternative Bat 0.26.1, Konsolen-Dateimanager Clifm 1.27.1, Hosts-Datei pflegen mit Goodhosts 1.1.3, JSON-Dateien bearbeiten mit Jq 1.8.1, Zeitstempel in Ausgaben einfügen mit Logtimer 1.0.5, Programme parallel ausführen mit Rust-parallel 1.21.0.
Fledermaus
Die Software Bat 0.26.1 bietet eine moderne und funktionsreiche Alternative zu Cat.
Für die Ausgabe von Textdateien greifen viele User auf das GNU-Tool Cat zurück. Die Ausgabe erfolgt schnell, jedoch bei großen Dateien oft unübersichtlich und optisch nicht aufbereitet. Eine Alternative bietet das Rust-basierte Bat, das bereits einige Distributionen in einer älteren Version vorhalten. Die aktuelle Variante steht als Binärpaket für zahlreiche Plattformen auf Github zur Verfügung. Die Bedienung orientiert sich an Cat. Für eine einfache Ausgabe geben Sie die auszugebende Datei als Parameter beim Programmaufruf mit. Die verwendete Programmier- oder Satzsprache ermittelt das Tool selbstständig und wählt ein passendes Highlighting. Der Aufruf mit -L liefert eine Übersicht aller 180 unterstützten Sprachen. Optional geben Sie die Programmiersprache mit -l vor. Bei der Ausgabe großer Dateien ermöglicht der integrierte Pager ein seitenweises Navigieren. Mit -P deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf. In der Grundeinstellung nummeriert Bat alle Zeilen. Wünschen Sie einen anderen Ausgabestil, geben Sie ihn mit --style an. Für eine einfache, unstrukturierte Ausgabe verwenden Sie den Schalter -p. Benötigen Sie nur einen bestimmten Abschnitt einer Datei, grenzt -r die Ausgabe auf den Bereich zwischen zwei Zeilennummern ein. Ähnlich funktioniert das begrenzte Highlighting: Hier geben Sie mit -H einen Bereich an, in dem Highlighting aktiv sein soll. Der restliche Text erscheint monochrom. Nicht darstellbare Zeichen sortiert Bat in der Grundeinstellung aus. Sollen sie dennoch angezeigt werden, hilft -A weiter. Das Tool bietet außerdem verschiedene Themes und passt diese optional sogar an dunkle oder helle Hintergründe an. Alles in allem ist Bat eine interessante Alternative zu Cat, ein Blick lohnt sich.
Organisator
Das konsolenbasierte Clifm 1.27.1 bietet eine einfache Möglichkeit, Ihre Dateien zu organisieren.
Steht keine grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung, nutzen viele Anwender zur Dateiverwaltung die bewährten GNU-Tools. Mehr Bedienkomfort bietet der konsolenbasierte Dateimanager Clifm, der aktuell nicht in allen Distributionen verfügbar ist. Für x86_64-Systeme stehen Binärpakete auf Github zum Herunterladen bereit, für andere Architekturen müssen Sie die Software selbst kompilieren. Beim Ressourcenbedarf gibt sich Clifm bescheiden und greift auch nicht auf die Ncurses-Bibliotheken zurück. Ohne weitere Parameter aufgerufen, zeigt es den Inhalt des zuletzt geöffneten Verzeichnisses an. Um direkt in einem bestimmten Ordner zu starten, geben Sie ihn als Parameter mit. Die Software nummeriert den Inhalt durch, sodass Sie durch Eingabe einer Nummer in das betreffende Verzeichnis wechseln oder eine Datei öffnen. Anhand des Mime-Typs erkennt das Tool, um welche Dateiart es sich handelt, und wählt das entsprechende Programm zur Ausführung. So erkennt Clifm beispielsweise Archive und öffnet sie mit dem passenden Kompressionsprogramm. Mit ? starten Sie die Onlinehilfe, die unter anderem eine Übersicht aller Kommandos anzeigt. So erzeugt n ein neues Verzeichnis oder eine Datei, während oc die Eigentumsrechte anpasst. Eine Übersicht aller vorhandenen Mountpoints erhalten Sie mit mp. Um die Sortierung der Clifm-Anzeige anzupassen, verwenden Sie st. In der Clifm-Kommandozeile funktionieren zudem die GNU-Befehle cd, pwd und cp. Sie pflegt darüber hinaus eine eigene Historie. Alle Konfigurationsdaten wie Lesezeichen, Befehlsverlauf oder Mime-Einstellungen legt das Tool unter $HOME/.config/clifm ab. Die Daten liegen als Textdatei vor, sodass Sie sie notfalls manuell anpassen können. Es lohnt sich, Clifm zu testen.
Namensregister
Die Software Goodhosts 1.1.3 hilft Ihnen dabei, die lokale Namensauflösung via /etc/hosts zu pflegen.
DNS-Server dienen in großen Netzwerken der Zuordnung von Hostnamen und IP-Adressen. In einem Heimnetz mit wenigen Rechnern genügt es, stattdessen die Namensauflösung in die lokale Datei /etc/hosts einzutragen – ein Relikt aus den Anfängen der Netzwerke, das immer noch funktioniert. Die Einträge pflegen Sie entweder mit einem Texteditor oder nutzen dafür das Go-basierte Management-Tool Goodhost-cli. Das Github-Repository des Projekts stellt fertige Binärpakete für verschiedene Plattformen bereit. Um in die /etc/hosts schreiben zu können, benötigt das Tool Administratorrechte. Ohne weitere Parameter aufgerufen, gibt es den Inhalt der Hosts-Datei aus. Einen neuen Eintrag erstellen Sie mit dem Unterbefehl add, gefolgt von der IP-Adresse und dem Hostnamen. Dabei lassen sich einer IP-Adresse auch mehrere Namen zuweisen. Soll die Software die Änderungen nur anzeigen, ohne sie auszuführen, verwenden Sie den Parameter --dry-run. Um auf Nummer sicher zu gehen, legen Sie mit backup eine Sicherung des aktuellen Zustands an. Der Unterbefehl restore stellt die Datei bei Bedarf wieder her. Um doppelte Einträge zu vermeiden, gibt es den Unterbefehl check, der die Hosts-Datei auf einen neuen Eintrag prüft. Um Doppler zu entfernen, verwenden Sie clean. Nicht mehr benötigte Einträge lassen sich mit remove entfernen. Ergänzend zur Onlinehilfe (-h) hält die Github-Seite des Projekts weitere Informationen bereit. Goodhosts-cli bietet eine interessante Alternative für Einsteiger oder Anwender, die ihre /etc/hosts strukturiert anlegen möchten. Das Tool besitzt allerdings keine Remote-Funktion. Sie müssen es immer auf dem Rechner ausführen, auf dem die Anpassung erfolgen soll. Der Einsatz via SSH ist aber möglich.
Abgestempelt
Das Tool Logtimer 1.0.5 versieht Ausgaben mit einem Zeitstempel.
Bei Programmen, die fortlaufende Ausgaben erzeugen, wird das Ergebnis nach einer Weile recht unübersichtlich. Orientierungshilfen wie beispielsweise Zeitstempel in den Ausgaben würden das Ganze deutlich übersichtlicher gestalten. Bietet ein Programm das nicht von Hause aus, hilft das Go-basierte Logtimer weiter. Sie müssen das Werkzeug nicht selbst kompilieren, sondern können auf eines der zahlreichen Binärpakete auf Github zurückgreifen. Sie konfigurieren das Tool über Kommandozeilenparameter, eine Konfigurationsdatei unterstützt Logtimer nicht. Um die Ausgabe eines Programms mit Zeitstempeln zu versehen, leiten Sie sie via Pipe an die Standardeingabe von Logtimer weiter. Die Github-Seite des Projekts führt die Kombination mit der Ping-Ausgabe als Anwendungsbeispiel an. Mit -h steht Ihnen auch eine Onlinehilfe zur Verfügung, die alle Einstellungsmöglichkeiten auflistet. So passen Sie beispielsweise das Zeitformat mit dem Parameter -f an Ihre Wünsche an. Das Benennen der Platzhalter erfolgt in einem Format, das dem des GNU-Tools Date ähnelt. In der Grundeinstellung schreibt die Software nur die aktuelle Uhrzeit an den Zeilenanfang. Mit angepasstem Zeitformat fügt es auch das Datum oder die Zeitzone ein. Soll statt der aktuellen Uhrzeit die Laufzeit erscheinen, rufen Sie Logtimer mit -r auf. Auch hier lässt sich die Ausgabe über Platzhalter anpassen und lässt sich beispielsweise in Mikro- oder Nanosekunden zählen. Bei Problemen mit der Darstellung der Anzeige passen Sie mit --color-correction die Ausgabefarbe an Ihre Wünsche an. Auch wenn die Entwicklung an Logtimer in den letzten Monaten etwas an Fahrt verloren hat, bietet das Tool eine interessante Möglichkeit, eigene Ausgaben oder Skripte mit maßgeschneiderten Zeitstempeln zu versehen.
Parallelogramm
Mit Rust-parallel 1.21.0 führen Sie Programme ohne Multi-Core-Unterstützung auf mehreren CPU-Kernen aus.
Seit vielen Jahren besitzen die meisten Prozessoren vier oder mehr Kerne – ideal, um rechenintensive Aufgaben aufzuteilen und die Verarbeitung zu beschleunigen. Allerdings unterstützen nicht alle Programme diese Funktionalität. Möchten Sie die Verarbeitung älterer Tools oder eigener Skripte parallelisieren, sollten Sie sich Rust-parallel näher ansehen. Sie müssen das Rust-basierte Tool nicht selbst kompilieren, es steht in zahlreichen Binärformaten im Github-Repository des Projekts zur Verfügung. Um ein Programm oder Skript parallel auszuführen, übergeben Sie dessen Aufruf mit Pfad und allen notwendigen Parametern an Rust-parallel. Die Eingabedaten für das auszuführende Programm werden via Pipe über die Standardeingabe übertragen. Die Software startet dann je einen Job pro Prozessorkern. Alternativ legen Sie die Jobanzahl mit -j fest. Bei den Ausgabekanälen stellt das Tool für jeden Kern zwei bereit. Auch das lässt sich mit --channel-capacity anpassen. Soll das Werkzeug mehrere Programme parallelisieren, geben Sie sie mit dem Parameter -i als Textdatei an. In jeder Zeile darf nur ein ausführbarer Befehl stehen. In der Vorgabe schreibt Rust-parallel das Ergebnis in die Standardausgabe. Mit -d begrenzen Sie das, indem Sie wahlweise die Standard-, die Fehlerausgabe oder beide deaktivieren. Um trotzdem den Verlauf im Auge zu behalten, aktivieren Sie mit -p einen Fortschrittsbalken. Für Testläufe bietet das Tool mit --dry-run einen Probelauf an. Zum Verarbeiten der Standardeingabe unterstützt die Software reguläre Ausdrücke, die Sie mit -r angeben. Eine Onlinehilfe mit allen Parametern liefert -h zurück. Das Github-Repository bietet darüber hinaus eine ausführliche Dokumentation und Anwendungsbeispiele.
Formatjongleur
Das Tool Jq 1.8.1 ermöglicht es, JSON-Dateien bequem zu bearbeiten.
Um Text im Verarbeitungsfluss zu verändern, nutzen viele Anwender das GNU-Tool Sed. Mit Texten im JSON- oder XML-Format tut sich der Stream Editor jedoch schwer. Hier hilft das Tool Jq weiter. Viele Distributionen führen ältere Versionen in ihren Repositories, die aktuelle Version steht auf Github in einer Vielzahl von Binärpaketen bereit. Wie bei Sed übergeben Sie die zu verarbeitenden Daten als Datenstrom über die Standardeingabe an Jq. Filterausdrücke geben Sie als Parameter an oder laden sie mit -f aus einer Datei. Bei der Angabe als Parameter müssen Sie die Filterregeln in doppelte Anführungszeichen setzen. Leerzeichen im Eingabestrom interpretiert Jq als Trenner. Das Tool formatiert seine Ausgabe und bereitet sie optisch auf. Für eine monochrome Ausgabe geben Sie beim Aufruf den Schalter -M an. Weitere Optionen wie -r, -a oder -c ermöglichen eine Ausgabe im Rohformat, beschränken sie auf den ASCII-Zeichensatz oder falten sie kompakt zusammen. Parameter wie --tab oder --indent erlauben es Ihnen, die Tiefe der Einrückungen bei JSON-Dateien zu beeinflussen. Der Parameter -S ermöglicht die Vorgabe von Sortierschlüsseln. Für eine schnellere Verarbeitung großer Eingaben bietet Jq mit --stream eine Stream-Verarbeitung. Neben der Onlinehilfe (-h) steht auf der Projektseite eine umfangreiche Anleitung mit zahlreichen Anwendungsbeispielen bereit. Unterm Strich eignet sich Jq hervorragend zur Integration in eigene Skripte oder zur automatisierten Weiterverarbeitung von JSON-Daten. (tle)










