Weggepackt
Dateien mit KBackup sichern
Mühsame Wiederherstellung
Der von KBackup gewählte Ansatz, sämtliche Dateien einzeln zu komprimieren, hat Vor- und Nachteile. Möchten Sie nur eine versehentlich gelöschte Datei wiederherstellen, so funktioniert das wunderbar: Sie öffnen einfach das Archiv mit Konqueror, Dolphin oder dem KDE-Komprimierungstool Ark und entpacken die gewünschte Datei. Je nach Einstellungen landet sie dann allerdings nicht im ursprünglichen Verzeichnis, sondern innerhalb des Home-Verzeichnisses unter home/User
/Verzeichnis
. Zudem bleibt die entpackte Datei komprimiert, Sie müssen sie also in einem zweiten Schritt mit bunzip2 oder den entsprechenden grafischen Tools noch entpacken.
Recht mühsam wird dieser Vorgang, wenn Sie ein komplettes Archiv wiederherstellen möchten. Das klappt nach dem Entpacken des Tarballs am einfachsten über den Befehl
$ bunzip2 "`find -name '*.bz2'`"
Bunzip2 überschreibt dabei vorhandene Dateien nicht automatisch. Möchten Sie sämtliche Dateien durch die des Backups ersetzen, müssen Sie bunzip2 mit der Option -f aufrufen.
KBackup-Nutzer, die nicht über die nötigen Kommandozeilenkenntnisse verfügen, versuchen meist, die einzelnen Dateien in Fleißarbeit von Hand von der Bzip2-Komprimierung zu befreien. Eine entsprechende Wiederherstellungsfunktion, die diesen Vorgang automatisiert und einsteigerfähig macht, wäre deshalb sehr wünschenswert.
Fazit
KBackup erledigt nur eine Aufgabe: Sicherheitskopien erstellen. Diese Aufgabe erfüllt das Tool souverän und problemlos. Allerdings lässt den Nutzer bei der der zweiten wichtigen Komponente der Datensicherung im Stich: beim Wiederherstellen der Daten. Da es sich bei den Sicherungen um gewöhnliche Tar-Archive handelt, die sich mit KDE-Bordmitteln durchsuchen und entpacken lassen, fällt dieses Manko nicht ganz so schwerwiegend auf. Trotzdem wäre es schön, wenn KBackup eine Wiederherstellungsfunktion mitbringen würde. Der große Vorteil von KBackup gegenüber anderen Lösungen wie zum Beispiel Areca [3] liegt denn auch in erster Linie bei der simplen Funktionsweise.
[1] Projektseite: http://members.aon.at/m.koller/
[2] Altes KBackup: http://kbackup.sourceforge.net/
[3] Areca: Marcel Hilzinger, "Gut aufgehoben", LinuxUser 08/2009, S. 42, http://www.linux-community.de/artikel/18948/



