Aktuelle Software

Aus LinuxUser 08/2009

Aktuelle Software

Angetestet

Arora, die Browser-Alternative zu Firefox

Wer eine plattformübergreifende Alternative zu Standard-Browsern wie Firefox oder Opera sucht, der wird bei Arora fündig. Der kompakte Browser basiert auf QtWebKit und bietet alle wesentlichen Funktionen, die man braucht. Dazu zählen unter anderem Tabs, eine Verlaufsfunktion, Javascript- und Proxy-Support sowie Suchroutinen für Wikipedia, Google, Yahoo und Youtube. Weitere Suchen laden Sie bei Bedarf als XML nach. Bestehende Bookmark-Listen übergeben Sie Arora als HTML- oder XML-Datei zum Import.

Beim Erscheinungsbild und den Tastenkürzeln orientierten sich die Entwickler weitgehend an Firefox, sodass sich dessen Anwender in Arora sofort zurechtfinden. Ein besonderer Hingucker: Den Fortschrittsbalken für das Laden einer Webseite zeigt der Browser gut sichtbar in der URL-Zeile, sodass man es sofort erkennt, wenn der Transfer hängt. Wollen Sie mehr über die Kommunikation zwischen Browser und Webserver wissen, überwachen Sie die Verbindung mit dem integrierten Netzwerk-Monitor: Das Tool gibt Auskunft über jede Anfrage inklusive der Anfrage- und Antwort-Header.

Teilen Sie sich die Nutzung des Rechners mit anderen, dann freuen Sie sich sicher über die Private-Browsing-Funktion: Ist sie aktiviert, erscheinen die aufgerufenen Seiten nicht im Verlauf, Einträge im Download-Fenster werden automatisch entfernt, vorhandene Cookies gesperrt und neue nicht gespeichert. Darüber hinaus erscheinen auch Suchanfragen nicht im Suchverlauf, Arora speichert die aktuelle Sitzung beim Beenden nicht. Alternativ bietet der Browser die Option, alle privaten Daten nachträglich zu löschen.

Arora 0.7.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://code.google.com/p/arora/

Wertung

Arora ist eine gute Browser-Alternative für alle, die gerne sicher surfen und keine Erweiterungen wie Flash oder ähnliches brauchen oder wollen.

Alle Prozesse im Blick mit Htop

Der Prozessmonitor Htop bedient sich der Ncurses-Bibliotheken, um die Prozessliste farblich aufzubereiten und dadurch gegenüber dem Vorbild Top übersichtlicher zu gestalten. Im oberen Bereich zeigt das Programm die Auslastung von CPU, Speicher und Swapspace als Fortschrittsbalken an, auch Systemparameter wie Tasks, Load-Average und Uptime lassen sich grafisch präsentieren. Darunter führt das Programm alle laufenden Prozesse mit verschiedenen Parametern wie Prozess-ID, CPU- und Speicherbedarf sowie Prozesseigentümer tabellarisch auf. Welche Werte Htop hier anzeigt, geben Sie in der Konfiguration frei vor.

Im Gegensatz zu Top verfolgt Htop einen interaktiveren Bedienungsansatz: Mit den Pfeiltasten navigieren Sie horizontal und vertikal in der Prozessliste, eine Suchfunktion erleichtert das schnelle Aufspüren von Prozessen. Den Prozess, der aktuell im Fokus liegt, hebt Htop farblich hervor; sie können ihn nun auf Tastendruck entfernen oder anders priorisieren.

Standardmäßig sortiert Htop die Prozessliste absteigend nach CPU-Auslastung, was Sie aber je nach Bedarf verändern. In der optionalen Baumansicht erkennen Sie schnell, welcher Prozess von welchem anderen abhängt. Die Konfiguration erlaubt darüber hinaus das Ausblenden bestimmter Thread-Gruppen. Alle Konfigurationsänderungen protokolliert Htop in der Konfigurationsdatei .htoprc und startet beim nächsten Aufruf direkt mit den neuen Parametern.

Htop 0.8.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://htop.sourceforge.net

Wertung

Der Prozessmonitor Htop steht dem Klassiker Top funktional um nichts nach, bietet aber mehr Komfort und Möglichkeiten.

Postscript-Dateien mit Moonshiner bequem konvertieren

Um Postscript-Dateien in PDF-Dokumente zu konvertieren, bringt Ghostscript das Programm ps2pdf mit, das jedoch mit etlichen Kommandozeilenparametern gefüttert werden will. Das praktische grafische Frontend Moonshiner bildet alle wichtigen Funktionen von Ps2pdf in seiner Oberfläche ab und fasst diese in die Bereiche Misc, Image, Color, Font und Encryption zusammen.

Im Misc-Bereich legen Sie unter anderen die PDF-Version fest, wobei Moonshiner die Varianten 1.3 und 1.4 unterstützt. Außerdem stehen die vordefinierten Konfigurationseinstellungen Standard, Bildschirm, eBook, Drucker und PrePress zur Optimierung auf diverse Ausgabemedien zur Auswahl. Unter Images definieren Sie getrennt für Farb-, Grau- und Schwarzweißbilder einen Kompressionstyp und eine entsprechende Auflösung fest. Als Kompressionverfahren stehen dabei JPEG und ZIP zur Wahl.

Das Funktionsangebot in den Bereichen Colors und Fonts fällt recht übersichtlich aus. Hier haben Sie lediglich die Möglichkeit, Zeichensätze ins Dokument einzubetten und zu komprimieren sowie Farben in die Farbmodelle RGB, CIE, CMYK oder Graustufen zu konvertieren. Von besonderem Interesse ist dagegen der Bereich Encryption, über den Sie den Zugriff auf das PDF-Dokument beschränken. Je nach Konfiguration lässt sich das PDF nur nach Eingabe eines Passworts lesen. Alternativ unterbinden Sie das Extrahieren von Bildern und Text oder das Modifizieren des Dokuments.

Um ein Postscript-Dokument mit Moonshiner zu konvertieren, ziehen Sie es einfach via Drag&Drop aus dem Dateimanager in das Moonshiner-Fenster. Das Programm ermittelt automatisch den Pfad zum Postscript-Dokument und schlägt dem Nutzer als Zieldatei ein PDF-Dokument mit dem selben Namen im gleichen Verzeichnis vor. Beides können Sie aber nach Belieben verändern.

Moonshiner 1.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://moonshiner.sourceforge.net/

Wertung

Dank Moonshiner lassen sich Postscript-Dokumente bequem via Drag’n’Drop erstellen. Lediglich die Angabe von Quell- und Zielverzeichnis könnte noch verbessert werden.

MP3Diags behandelt Wehwehchen von MP3-Dateien

MP3Diags unterstützt Sie bei der Reparatur fehlerhafter MP3-Dateien. Dabei wenden sie das Tool je nach Bedarf entweder gezielt auf einzelne Dateien oder im Album-Modus auf ganze Verzeichnisse an. Einige Funktionen, wie das Normalisieren von Audio-Dateien, sind nur im Album-Modus sinnvoll. Damit die Liste der Audio-Dateien auch bei vielen Alben überschaubar bleibt, bietet das Programm zwei Filterfunktionen, mit denen Sie wahlweise nach Verzeichnissen oder bestimmten Dateimerkmalen filtern – etwa nach MPEG-Dateien mit niedriger Qualität oder einem fehlerhaften MPEG-Stream oder nach MPEGs ohne ID3V2-Tags.

Die erfassten Audio-Dateien unterziehen Sie verschiedenen Transformationen, wobei die Palette vom Bearbeiten der ID3-Tags über die Wiederherstellung von VBR-Daten bis zum Entfernen fehlerhafter Streams reicht. Um derartige Abläufe zu automatisieren, stellen Sie verschiedene Transformationen zu einer Liste zusammen. Bis zu vier solcher Listen verwaltet MP3Diags, wobei es die ersten drei bereits mit Kombinationen aus Standardtransformationen vorbelegt. Diese modifizieren Sie aber in der Programmkonfiguration ganz nach dem eigenen Bedarf.

In der Konfiguration legen Sie außerdem fest, wie das Programm mit transformierten und originalen Dateien umgeht oder welche Schwellenwerte für die MP3-Kodierung gelten. Für das Bearbeiten der ID3-Tags hat MP3Diags außerdem noch einen Tag-Editor im Gepäck, der auf Wunsch Musikdatenbanken wie Musicbrainz nach den ID-Tags durchkämmt.

MP3Diags 0.99.02.014

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://mp3diags.sourceforge.net

Wertung

MP3Diags ist das ideale Programm, um bequem auch umfangreiche MP3-Sammlungen in Schuss zu bringen.

Mit KAlarm nie mehr Termine vergessen

Der für KDE 3 und 4 verfügbare Terminplaner KAlarm legt sich nach dem Start dezent als rote Uhr in die Werkzeugleiste des Windowmanagers. Über das Kontextmenü des Symbols legen Sie neue Erinnerungen an oder aktivieren vorhandene zur Wiedervorlage. Beim Erstellen einer neuen Erinnerung haben Sie die Wahl zwischen den Typen Anzeige, Befehl und E-Mail.

Eine Anzeige-Erinnerung statten Sie mit einem Nachrichtentext aus markieren Sie optional farblich. Beim Befehlstermin hingegen führt das Programm zum angegebenen Zeitpunkt einen Befehl, ein Programm oder Skript aus. Die Ausgabe lenkt das Tool dabei auf Wunsch in ein Terminal, speichert sie in einer vordefinierten Datei oder verwirft sie. Die E-Mail-Erinnerung schließlich schickt zum angegebenen Zeitpunkt eine Nachricht mit vordefinierten Text an bestimmte Empfänger. Dabei kann KAlarm auch mit Attachments und Blindkopien umgehen. Die Mails versendet es je nach Konfiguration mittels KMail oder Sendmail. Kommt KMail zum Einsatz, bezieht KAlarm von dort auch Absenderadresse.

Um regelmäßig Erinnerungen mit gleichen Parametern anzulegen, definieren Sie für alle Erinnerungstypen auch Vorlagen, die Sie später nur spezifisch anpassen. Statt eines Erinnerungszeitpunkts können Sie bei wiederkehrenden Ereignissen auch ein Alarmintervall festlegen. Auf Wunsch alarmiert KAlarm bereits im Voraus und erwartet bei wichtigen Terminen auch eine Bestätigung.

KAlarm 2.2.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.astrojar.org.uk/kalarm/

Wertung

KAlarm ist ein leistungsfähiger und vielseitig verwendbarer Terminplaner. Linux-Neulinge können ihn sogar als rudimentären Cron-Ersatz verwenden.

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