Distribits

23.07.2009

Linux Mint 7: Ubuntu auf Abwegen

Clement Lefebvre hat eine neue Version von Linux Mint (http://www.linuxmint.com) zum Download freigegeben. Sie bringt ein neues Menü und einen überarbeiteten Paketmanager mit. Mint 7 macht auf den ersten Blick einen spritzigen Eindruck. Dafür sorgen nicht nur das neue Wallpaper und das in Grün und Grau gehaltene Theme, sondern auch die neue Basis: Ubuntu 9.04 mit Kernel 2.6.28 und Gnome 2.26. Laut der Release Notes benötigt Mint zur Installation zwar 512 MByte RAM, für den Betrieb genügen aber auch 256 MByte.

Zu den Hauptneuerungen gehört neben dem optischen Update der Software Manager Mintinstall. Einem App-Store nicht unähnlich, zeigt er zu den meisten Programmen auch eine Wertung und einen Screenshot an. So können Sie sich ein besseres Bild davon machen, ob das Programm wirklich das gesuchte ist. Daneben bringt die Distribution als Paketmanager auch Synaptic mit. (-> DVD)

Das neue Linux Mint 7 bringt neben optischen Verbesserungen als Hauptneuerung den Software-Manager Mintinstall mit.

Ubuntu Privacy Remix: Wolpertinger hinter Gittern

Das Projekt UPR (https://www.privacy-cd.org) stellte auf dem Linux-Tag das neue Release der auf Sicherheit getrimmten Ubuntu-Version 9.04 vor. Die Distribution mit dem Codenamen "Jailed Jackalope" startet als Live-CD und verfügt weder über einen Netzwerk-Stack noch eine Zugriffsmöglichkeit auf lokale Festplatten. Als Ziel der Modifikationen sehen die Projektverantwortlichen, eine abgeschottete Arbeitsumgebung bereitzustellen, in der sich vertrauliche Daten sicher bearbeiten lassen. Abgesehen davon bringt UPR die meisten Programme und Features mit, die Ubuntu in der Ursprungsversion enthält.

Als auffälligste Neuerung enthält die aktuelle Version eine stark verbesserte Hardware-Erkennung, vor allem von Bildschirmen und Grafikkarten. Um das Nachladen von Schadcode zu erschweren, beschränkten die Entwickler in der aktuellen Version die Rechte des Live-Session-Users auf das absolut notwendige Minimum.

UPR (Ubuntu Privacy Remix) stellt eine abgeschottete Arbeitsumgebung zum Bearbeiten sensibler Dokumente.

OpenSuse 11.2: Neuer Meilenstein 3 fertig

OpenSuse 11.2 rückt dem für November geplanten Release wieder ein Stück näher: Die Entwickler gaben den dritten Meilenstein der aktuellen Version 11.2 zum Download frei (http://software.opensuse.org/developer). Zu den Neuerungen gehört ein Webinterface für das Verwaltungstool YaST. Allerdings handelt es sich dabei noch um ein "Technology Preview": Das bedeutet, dass es zwar bei YaST dabei ist, aber noch nicht so funktioniert, wie es sich die Entwickler vorstellen.

Das Partitionierungstool ermöglicht zukünftig das Verschlüsseln kompletter Festplatten, als Standard-Dateisystem kommt Ext4 zum Einsatz. Mit an Bord von OpenSuse 11.2 wird der Kernel 2.6.30 sein, der auch aktuellere Hardware unterstützt. KDE 4.3 dient als Standard-Desktop, es enthält das neue Amarok und Digikam in Version 1.0 ebenso wie KOffice 2.0 und PackageKit, um Paketaktualisierungen umzusetzen. Des weiteren verbessert das Projekt die Updatefähigkeit von 11.1 auf 11.2. Dazu kommt Zypper-dup zum Einsatz, das die OpenSuse-Macher mittlerweile als stabil betrachten.

Karmic Koala bootet in zehn Sekunden

Über "Karmic Koala", das im Herbst erscheinende Ubuntu 9.10 (http://www.ubuntu.com), dringen immer mehr Informationen ans Licht. Unter anderem kündigt Canonical an, das neue Release brauche auf ausgesuchten Rechnern wie dem Dell Mini-9-Netbook nur noch zehn Sekunden zum Booten. Sofern Banshee bis zum Oktober fehlerfrei ist, soll es den bisherigen Mediaplayer Rhythmbox ersetzen. Wie die anderen großen Distributionen setzt auch das zukünftige Ubuntu auf das neue Dateisystem Ext4. Bei den Anwendungen gibt es den zu erwartenden Update-Reigen: So wird Firefox 3.5 zum Standardbrowser, der Kernel kommt in Version 2.6.31 (in der aktuellen Alpha 1 werkelt Kernel 2.6.30), als Standardcompiler arbeitet der GCC 4.4 und das Microblogging-Programm Gwibber wird standardmäßig installiert – vorausgesetzt es ist bis zum Herbst fertig. Verschlüsselte Verzeichnisse sollen nun für alle Benutzer zur Verfügung stehen.

Freies von Sun

Sun stellt die aktuelle Version 2009.06 seiner Unix-Distribution OpenSolaris (http://de.opensolaris.org) kostenfrei zum Download bereit. Sie glänzt mit einem komplett neuen Netzwerk-Stack, verbesserter Virtualisierung und einem erweiterten Speichermanagement, das um 35 Prozent effizienter arbeiten soll. Laut dem offiziellen Announcement auf der Sun-Homepage hat die aktuelle Version eine 22 Prozent bessere Integer-Arithmetik und einen um 18 Prozent besseren Multithread-Scheduler als aktuelle Linux-Distributionen. Die freie Solaris-Variante, die für die x86- und Sparc-Architektur zur Verfügung steht, soll sich gleichermaßen für den Server- und Desktop-Einsatz eignen.

Kurz notiert

Die Mini-Distribution Tiny Core Linux 2.1 (http://tinycorelinux.com) richtet sich an alle, die ausgehend von einem Minimalsystem mit grafischem Desktop ihr eigenes Linux aufbauen möchten. Obwohl es sich nur um ein Minor-Release handelt, zeigt das Changelog eine ganze Reihe Neuerungen auf: So sorgen neue Modutils für einen geringeren Speicherverbrauch, der Wechsel von Initramfs zu Tmpfs ermöglicht eine bessere Unterstützung von Df und Mount. Das Skript Usbinstall erlaubt zudem das Einrichten der Distribution auf USB-Datenträgern.

Das neue Parted Magic 4.2 (http://partedmagic.com) enthält als wichtigste Neuerung das Imaging-Tool Clonezilla. Es erlaubt das Kopieren von Partitionen oder Festplatten in Dateien oder auf andere Massenspeicher. Die zum Einrichten und Warten von Festplatten konzipierte Distribution bereicherte der Projektmanager Patrick Verner darüber hinaus um Programme wie Tightvnc und Curl. Ein Update erfuhren unter anderem die Pakete Savecopy, Busybox, NTFS-3G und Truecrypt.

Die auf OpenSuse 11.1 basierende Lehr- und Lern-Distribution Desktop4Education (http://d4e.at) geht mit Version 2010 in die nächste Runde. Treibende Kraft hinter dem Projekt, das flächendeckend an zahlreichen österreichischen Schulen zum Einsatz kommt, sind neben Robert Kristöfl, dem Chef der IT im Erziehungsministerium, zahlreiche Lehrer: Sie entwickeln die Distribution selbst weiter und passen Sie den Bedürfnissen der Schulen an. Desktop4Education bringt neben erwähnten StarOffice eine Reihe schultypischer Anwendungen mit, etwa Italc, Dr. Geo, KDE-Edu, Gcompris, Octave, Stellarium und Tuxmath.

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