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© sxc.hu, Rotorhead

Daten(ver)sicherung

Grundlagen der Datensicherung

08.07.2009 Mit defekten Festplatten verschwinden jährlich Millionen Dokumente, Bilder und Filme im Nirvana. Dabei ist Datensicherung keine Zauberei und auch durchaus kein langweiliges Thema.

Die Festplatte ist die fehleranfälligste Komponente eines Rechner. Das liegt zum einen daran, dass sie bewegte Bauteile enthält, die auf die Dauer verschleißen. Zum anderen reagieren Festplatten mehr oder weniger empfindlich auf thermische oder mechanische Belastungen. Unter ungünstigen Umständen reicht es aus, gegen den Rechner zu stoßen, um der Platte das Lebenslicht auszublasen. Dem gegenüber steht, dass die Festplatte in der Regel auch das wichtigste Bauteil des Rechners ist, weil sie alle Daten speichert, die Sie mit dem Rechner produzieren oder verarbeiten.

Diesen Aspekten gilt es Rechnung zu tragen und die Daten in regelmäßigen Abständen zu sichern. Allerdings ist die Empfindlichkeit von Festplatten bei weitem nicht das einzige Argument für eine Datensicherung. Tatsächlich tritt Datenverlust durch versehentliches Löschen, Schädlingsbefall oder Dateisystem-Inkonsistenzen häufiger auf als durch defekte Bauteile. Umso wichtiger ist es, wichtige Daten in regelmäßigen Abständen zu sichern, um einem Datenverlust vorzubeugen.

Auch wenn eine durchdachte Datensicherungsstrategie zunächst unnötig und kompliziert erscheinen mag, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung nicht nur als simpel, sondern auch als äußerst effektives Mittel gegen Datenverlust.

Speichermedien

Generell eignet sich jeder Datenträger als Backup-Medium, der das nötige Fassungsvermögen mitbringt. Der wohl unkomplizierteste Weg ist es, dem Rechner eine zweite Festplatte zu spendieren und die relevanten Daten in regelmäßigen Abständen von der einen auf die andere Platte zu kopieren. Geht eine von beiden kaputt, stehen die Daten immer noch auf der anderen bereit. Um das lästige manuelle Kopieren der Dateien zu umgehen, kann man die Platten zu einen RAID-1-Verbund zusammenfassen [1]. Das System schreibt dann die Daten jeweils auf beide Platten gleichzeitig. Fällt eine aus, müssen Sie diese lediglich durch eine neue ersetzen und diese in den RAID-Verbund aufnehmen. Diese Methode hat jedoch auch Nachteile: Ereignisse, die den Rechner beschädigen oder zerstören, etwa Überspannung durch Blitzeinschläge, ziehen unter Umständen beide Platten in Mitleidenschaft. Des Weiteren hilft RAID-1 lediglich gegen Festplattenausfälle. Fehler im Dateisystem oder das versehentliche Löschen von Dateien fängt diese Methode der redundanten Datenspeicherung nicht ab. Zudem bringt speziell Soft-RAID einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Nachteil mit sich: Die Performance sinkt gegenüber einer Einzelplatte unter Umständen um 30 oder mehr Prozent.

Solche Nachteile umgehen Sie mit dem Einsatz einer externen Festplatte, die Sie ausschließlich zum Zweck der Datensicherung an den Rechner anstecken und nach dem Backup wieder in den Schrank legen. Als alternatives Speichermedium bieten sich inzwischen USB-Sticks an: Bei einem Fassungsvermögen von acht oder mehr GByte sind sie schon für 10 bis 15 Euro zu haben. Zwar robuster als Festplatten, fassen USB-Sticks aber weniger Daten, zudem ist die Anzahl der Schreibzyklen begrenzt. Verwenden Sie den Stick jedoch ausschließlich zur Datensicherung, spielt das kaum eine Rolle – wohl aber, dass die Transferrate auch der besten Sticks weit unter denen einer Festplatte liegt.

Als weitere Backup-Medien wurden in der Vergangenheit oft CDs und DVDs eingesetzt. Das war jedoch zu einer Zeit, als noch keine brauchbaren Ergebnisse über die Haltbarkeit der Medien vorlagen. Inzwischen weiß man aber, dass es bereits nach drei bis fünf Jahren zu Datenverlusten auf gebrannten Rohlingen kommen kann. Bei wiederberschreibbaren optischen Medien kommt es unter Umständen noch deutlich schneller zu Defekten. Deswegen eignet sich diese Art der Datensicherung nur für einen relativ kurzen Zeitraum. Sie sollten darüber hinaus die Medien mit dem Erstellungsdatum versehen und nach Ablauf der Haltbarkeit umkopieren.

Langzeitarchivierung

Ein Thema, das seit Jahren eng mit dem der Datensicherung verwoben ist, und das bei den Anwendern immer wieder für Verunsicherung sorgt, stellt die Haltbarkeit von Speichermedien dar. Wie erwähnt eignen sich optische Datenträger wie CDs und DVDs nur für einen relativ begrenzten Zeitraum zum Sichern von Daten. Geht es darum, diese zehn Jahre oder länger zu verwahren, wird die Luft schon dünn. Mangels Langzeiterfahrung kann man derzeit über die Haltbarkeit von USB-Sticks nur spekulieren. Erste Prognosen deuten jedoch darauf hin, dass sie sich sehr gut zum längerfristigen Speichern von Daten eignen. Eine immer größere Rolle spielt in diesem Kontext auch das Solid State Drive – entsprechende Medien bekommt man inzwischen schon zu einem GByte-Preis von 1,50 Euro.

Als relativ haltbares Speichermedium gilt die Festplatte, die als reines Backupmedium deutlich länger als zehn Jahre hält. Allerdings kommen bei längeren Lagerzeiten einige Unwägbarkeiten ins Spiel, nämlich der rasante Wandel der IT und damit verbunden der Wechsel von Standards. Unterstützt der Computer der Zukunft die derzeit verwendet Schnittstellen wie USB, SATA oder IDE überhaupt noch? Wer das für abwegig hält, versuche heute einmal, ein 5.25- oder 8-Zoll-Laufwerk für alte Floppys aufzutreiben. Ähnlich sieht es bei Dateiformaten aus: So tauschen Kamerahersteller nicht selten bei jedem Modellwechsel auch das verwendete RAW-Format aus, was dazu führen kann, dass es in zehn Jahren keine Software mehr gibt, welche die alten Daten anzeigt. Abhilfe schafft hier das Konvertieren der Bilder in Adobes Standard-Format DNG.

Eine interessante Alternative bietet das Online-Backup. Dank der zwischenzeitlich beinahe flächendeckend verfügbaren Breitband-Internetanschlüsse stellt es heute für viele Anwender kein Problem mehr, auch mehrere GByte große Daten zu transferieren. Anbieter, die Online-Storage für wenig Geld anbieten, gibt es inzwischen genügend. Allerdings geben Sie hier zum einen Ihre Daten aus der Hand, zum anderen gibt es keine Gewähr dafür, dass der Speicheranbieter in zehn Jahren noch existiert. Sie sollten Online-Backups immer verschlüsseln, um die Daten vor Fremdzugriffen zu schützen.

Eine immer häufiger diskutierte Version der Langzeitdatensicherung stellt das Speichern der Dateinformationen auf analogen Medien dar. So hält beispielsweise Papier problemlos 30 Jahre und länger. Diverse Dienste bieten auch schon das Ausbelichten digitaler Bilder auf Dias zum Archivieren wichtiger Aufnahmen an, da diese bei richtiger Lagerung mehrere Jahrzehnte ohne einen Qualitätsverlust überstehen. Allerdings sind die Kosten erheblich: Auch bei Mengen über hundert Stück verlangen die meisten Anbieter noch bis zu zwei Euro pro Dia.

Der Königsweg bei der digitalen Datensicherung bleibt gerade für die Langezeitarchivierung die Bandsicherung, die nach wie vor in den meisten Firmen zum Einsatz kommt.

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Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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