Wer im kleinen Netz eine zentrale Sammelstelle für Daten braucht, benutzt entweder einen der angeschlossenen Clients oder stellt dafür einen eigenen Fileserver ab. Beide Varianten haben jedoch ihre Nachteile: Während der Client in der Regel nicht permanent im Netz hängt, kostet der Rund-um-die-Uhr-Betrieb des Servers einiges: Selbst bei einer Leistungsaufnahme von nur 50 Watt fallen im Jahr etwa 75 Euro an Stromkosten an.
Eine schicke Alternative bietet Pearl mit dem NAS-Dongle PX-8020 [1], der im Leerlauf gerade einmal 2 Watt und bei Volllast 3 Watt verbraucht. Das Mini-NAS mit den Abmessungen von ungefähr zwei Streichholzschachteln besitzt auf der einen Seite einen Netzwerk- und auf der anderen einen USB-Anschluss. An letzteren schließen Sie Wechseldatenträger wie externe Festplatten oder USB-Sticks an und stellen damit deren Inhalte im Netz via SMB und FTP zur Verfügung. Darüber hinaus arbeitet der PX-8020 auch als Print-, Bittorent- und DHCP-Server.
Technische Daten
| Bezeichnung | NAS-Dongle PX-8020 |
| Hersteller | 7Links |
| Bezugsquelle | Pearl Agency, http://www.pearl.de |
| Lieferumfang | Mini-NAS, Netzteil, Netzwerkkabel (30 cm), Handbuch/Programm-CD |
| Maße | 70 x 25 x 33 mm |
| Preis | 39,90 Euro |
| Anschlüsse | RJ45 (10/100-Base-T), USB 2.0 |
| Protokolle | Bittorrent, FTP, SMB |
| Server | Bittorrent, DHCP, FTP, SMB, Print, Media (für XBox 360) |
| Leistungsaufnahme | 2 W (Leerlauf), 3 W (Volllast) |
Auspacken, loslegen
Der PX-8020 bringt alle Kabel und Anschlüsse mit, um ihn direkt ans Netz anzuschließen. Da er in der Grundeinstellung seine Adresse von einem DHCP-Server bezieht, stellt sich zunächst die Frage, wie man das Gerät im Netz findet. Die Antwort gibt das auf der beiliegenden CD im Verzeichnis /SearchUtility/SDisk/ enthaltene Java-Programm namens SDisk.jar (Abbildung 1).
Es ermittelt beim Aufruf automatisch das Mini-NAS und zeigt dessen Hostname und IP-Adresse an. Ein Klick auf Connect öffnet die webbasierte Verwaltungsoberfläche im Browser (Abbildung 2). Werksseitig eingestellt sind auf dem Server zum Login jeweils admin als Benutzername und Passwort. Dank der durchdachten und einfach gehaltenen Struktur stellt die aufgeräumte Kommandozentrale auch unerfahrene Anwender nicht vor unüberwindliche Hürden. Allerdings bietet sie dem erfahrenen Anwender andererseits nur recht beschränkte Konfigurationsmöglichkeiten.
Ein Klick auf Status im linken Menü öffnet eine Übersicht angeschlossener Geräte, das Datum und die verwendete Firmware. Unter Identification stellen Sie das Admin-Login sowie den Hostnamen ein. Möchten Sie dem PX-8020 eine statische IP-Adresse geben, richten Sie diese unter IP config ein. Hier finden Sie auch den Schalter zum Aktivieren des integrierten DHCP-Servers. Der Punkt Disk utility enthält lediglich eine Formatierungsoption für die angeschlossenen Laufwerke, ein wenig aussagekräftiges Analysetool und die Möglichkeit, angeschlossene Festplatten nach einer festgelegten Zeit der Inaktivität in den Sleep-Mode zu versetzen. Dieser funktionierte mit der angeschlossenen Trekstor-Wechselplatte jedoch nicht.
Maintenance bietet unter anderem eine Uploadmöglichkeit für Updates. Der Haken an der Sache: Es fehlt sowohl in der Dokumentation als auch auf der Verwaltungsoberfläche selbst ein Hinweis darauf, wo es Aktualisierungen gibt. Auch eine ausführliche Netzrecherche förderte keinerlei brauchbare Ergebnisse zutage. Die Dokumentation entpuppt sich aber nicht nur in dieser Hinsicht als sehr lückenhaft: So fehlen beispielsweise jegliche Gerätespezifikationen.
Data-Storage
Pearl verschweigt in seiner Produktbeschreibung, dass der PX-8020 lediglich FAT-Partitionen unterstützt. Auch das Benutzerhandbuch im PDF-Format gibt darüber keine Auskunft. Zudem erkennt das Gerät lediglich die erste FAT-Partition eines angeschlossenen Datenträgers, alle weiteren ignoriert es. Zum Verteilen der Daten im Netz besitzt der PX-8020 sowohl einen SMB- als auch einen FTP-Server. Deren Konfigurationsoberflächen erreichen Sie über die (identisch aufgebauten) Menü-Einträge FTP Server und SMB Server.
Die Server erlauben das Einrichten von maximal 16 SMB- und 32 FTP-Accounts, was für den vorgesehenen Einsatzzweck vollkommen ausreicht. Nach einem Klick auf Add geben Sie den Namen und das gewünschte Passwort eines neuen Benutzers ein und legen fest, ob er nur im Lese-Modus oder auch schreibend auf den Speicher zugreifen darf. Über next erreichen Sie die die Auswahl der Verzeichnisse, die Sie für den Benutzer freigeben möchten.
Der PX-8020 erstellt beim Anlegen eines Benutzers automatisch einen Ordner mit dessen Namen und trägt diesen direkt in die Liste der Freigaben ein. Weitere wählen Sie aus der linken Spalte aus. Hier zeigt sich jedoch die größte Schwäche des Geräts: Es erlaubt weder die Freigabe von Verzeichnissen zweiter Ebene noch die des kompletten Laufwerks. Verwenden Sie mehrere Laufwerke im Wechsel, sollten diese die gleiche Struktur an freigegebenen Ordnern aufweisen, andernfalls müssen Sie bei jedem Wechsel die Freigaben der angelegten Benutzer neu anpassen.
Dafür wartet der Mini-Server aber mit passablen Transferraten auf. Während diese via SMB im Schnitt 5 MByte/s erreichen, schafft der FTP-Server sogar 7,5 MByte/s. Damit hält der Prüfling zwar nicht mit "echten" Servern mit, die im Vergleich auf 11 MByte/s kommen, fällt aber auch nicht in einen unakzeptabel niedrigen Bereich.
Störend fällt auf, dass dem PX-8020 eine Funktion zum sicheren Entfernen der angeschlossenen Datenträger fehlt. Speziell in Verbindung mit dem störungsanfälligen Dateisystem FAT kann es deshalb unter Umständen zu Inkonsistenzen kommen. Immerhin erkennt das Mini-NAS im laufenden Betrieb angesteckte Geräte einwandfrei und bindet sie ins System ein.




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