Anleitung für die ersten Schritte mit Inkscape
Was Gimp für die pixelorientierte Bildbearbeitung, ist Inkscape für vektorbasiertes Zeichnen und Malen. Das Programm gilt seit Langem als eine echte Alternative zu kommerziellen Programmen wie Adobe Illustrator oder Freehand. Ähnlich wie bei Gimp bedarf auch die Benutzerführung von Inkscape einiger Erklärung. Hier setzt Katharina Sckommodau mit ihrem neuen Buch “Inkscape – Vektorgrafiken gestalten für PC, Mac und Linux” an. Das 196 Seiten starke Buch bezieht sich auf Inkscape 0.46 und beschreibt sowohl die Windows- als auch die Linux- und Mac-Variante. Die Unterschiede zwischen den Versionen stellt die Autorin in Tabellen gegenüber. Im Vorwort definiert sie die Zielgruppe mit Einsteigern und Umsteigern, der Buchrücken erweitert den potentiellen Leserkreis aber auf Grafiker, Illustratoren und Gestalter.
Ein erster Blick auf den Inhalt bestätigt: Neulinge auf dem Gebiet der Bildbearbeitung werden mit dem Werk ihre liebe Mühe haben. Zwar erklärt das Buch in anschaulichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und anhand konkreter Beispiele die verschiedenen Werkzeuge, jedoch fokussiert die Lektüre zu stark darauf und lässt den für Novizen wichtigen Antworten auf Verständnisfragen zu wenig Raum. Sehr gut gefallen hingegen die Illustrationen, die vom Stil her teilweise an die Zeitschrift “Computer Bild” erinnern. So versieht die Autorin alle im Text vorkommenden Icons, Menüleisten oder Konfigurationsfenster mit einem passenden Screenshot. Jedes Kapitel schließt mit einer Übung, die helfen sollen, die erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. Passendes Bildmaterial dazu findet sich unter http://www.dpunkt.de/inkscape.
Wer eine entsprechende Vorbildung mitbringt, findet in dem Buch eine Vielzahl exzellenter Anregungen, die es ermöglichen, das Potenzial von Inkscape voll auszuschöpfen und auch sehr anspruchsvolle Grafiken zu erstellen. Zwar enthält die Anordnung der Kapitel einige logische Sprünge; da die Abschnitte aber in sich geschlossen sind, eignet sich das Buch auch als Nachschlagewerk. Mit 29 Euro gehört das gut 190 Seiten fassende Buch im Soft-Cover-Einband jedoch nicht unbedingt zu den Schnäppchen. (tle)
Infos
Katharina Sckommodau
Inkscape
dpunkt Verlag, 2008
ISBN 978-3-89864-553-9
196 Seiten, 29 Euro
Embedded-Linux-Kompendium für Neugierige
Mit Embedded-Systemen ist es ein bisschen wie mit Linux selbst: Viele Anwender halten sie für kompliziert, exotisch, schwer zu handhaben und “nur was für Freaks”. Und genau wie im Fall von Linux könnte das Vorurteil nicht weiter von den Tatsachen entfernt sein. Jeder von uns, vom Kleinkind bis zur Greisin, bedient täglich buchstäblich im Handumdrehen und ohne nachzudenken eine ganze Anzahl von Embedded-Systemen – vom sensorischen Spielzeug für das Baby über Gameboy, Handy, Hifi-Anlage, Fernseher und Waschmaschine bis hin zu den Bordsystemen eines Autos.
Dass der produktive Umgang mit Embedded-Systemen unter Linux fast so leicht fällt wie das Handhaben alltäglicher Gebrauchselektronik, das zeigt das Autorentrio Joachim Schröder, Tilo Gockel und Rüdiger Dillmann in “Embedded Linux”. Obwohl es sich bei den dreien um Akademiker handelt – Dillmann leitet den Lehrstuhl für Industrielle Anwendungen der Informatik und Mikrosystemtechnik an der Uni Karlsruhe, Schröder und Gockel arbeiten dort als wissenschaftliche Mitarbeiter – fällt das Buch keineswegs trocken, spröde oder theoretisch aus.
Den Untertitel “Das Praxisbuch” verdient sich das Werk trotz etwas einführender Embedded-Theorie schon durch die eingehende Schilderung von Praxisbeispielen, wie dem Einsatz von Debian auf dem NSLU2, OpenWrt auf dem WL-500G oder Puppy auf dem Microclient Sr. (siehe Artikel ab Seite 80). Ausführliche Abschnitte befassen sich mit der generellen Umgang mit Legacy-Schnittstellen, USB, dem I2C-Bus sowie der Programmierung von Gerätetreibern und Kernelmodulen, Multithreading, der Netzwerkkommunikation und V4L. Dabei würzen die Autoren ihre profunden Ausführungen in aller Regel mit eingängigen Beispielen aus der Praxis. Ein ausführlicher Anhang mit Beschreibungen des wichtigsten Embedded-Linux-Handwerkszeugs macht das Buch obendrein zum nützlichen Nachschlagewerk.
Falls Sie also schon immer einmal den Einstieg in die spannende Welt von Linux auf Embedded-Systemen wagen wollen, greifen Sie zu: “Embedded Linux” macht Ihnen die ersten Schritte leicht.
Infos
Schröder/Gockel/Dillmann
Embedded Linux
Springer Verlag, 2009
ISBN 978-3-540-78619-1
449 Seiten, 49,95 Euro






