Immer wieder gern schießen sich Linux-Nutzer bei Experimenten mit neuen Kerneln, Treibern und Programmen ins Knie. Ab einem bestimmten Punkt hilft nur noch das erneute Einspielen des kompletten Systems weiter. Diese Szenario absolviert der abgebrühte Linuxer zwar mit lässiger Routine, der zeitliche Aufwand der sich anschließenden Konfiguration wurmt aber auch ihn. Warum also nicht einfach den perfekten Zustand nach einer Erstinstallation und Konfiguration für nachfolgende Generationen konservieren.?
Mit Partimage [1] sichern Sie komplette Partitionen mit Linux- und FAT16/32-Dateisystemen über das Netzwerk auf einen Server oder auf eine lokale Festplatte. Die so erstellten Backups schreiben Sie auf eine DVD oder CDs. Im Katastrophenfall bügeln Sie diese wieder auf die Platte. Dabei gilt der Grundsatz: Die Zielpartition muss größer oder mindestens gleich so groß sein, wie die gesicherte Partition.
Im Test haben wir Partimage aus den Quellen installiert, um mit der neuesten Version zu arbeiten. Da der Zugriff von Ubuntu Edgy Eft auf OpenSuse 10.2 trotz mehrerer Versuche zunächst scheiterte, setzen wir Suse zusammen mit der älteren Partimage-Version 0.6.4 ein.
Ein weiteres Problem zeigt sich in Zusammenhang mit den Programmversionen: Das Tool erlaubt es nicht, eine Partition zu sichern, die gerade im Einsatz ist. In dem Fall hilft es, wenn Sie zwei Linux-Systeme nebeneinander einsetzen. Fahren Sie beispielsweise das System auf auf der einen Partition hoch, installieren dort Partimage und schieben damit die synchronisierte zweite Partition als Kopie auf den Server. Alternativ setzen Sie eine Live-CD wie SystemRescueCD [2] ein. Diese bringt jedoch noch die Version 0.6.4 mit. Das Image finden Sie im Netz.
Verhandlungssache
Partimage zerfällt in zwei Teile: Einen Server (Abbildung 1) und einen Client (Abbildung 2). Der Server läuft auf dem entfernten Rechner, auf dem später die Sicherheitskopie ablegen. Sie brauchen ihn nur, wenn Sie das Backup nicht lokal vornehmen.
Die Clients starten Sie auf dem System, von dem Sie ein Backup anlegen wollen. Im Beispiel ist /dev/hda7 das zu sichernde Gerät. Sie starten dazu ein Linux, das denselben Rechner bewohnt oder die erwähnte Live-CD, mounten die zu betreffende Partition aber nicht.
Bis zu 10 solcher Clients dürfen sich beim Server anmelden und dort ihre Daten ablegen, wobei Sie den Server immer zuerst aufrufen. Meldet sich ein Client dort an, verrät eine grafische Oberfläche in der Konsole die IP-Adresse dieses Rechners.
Partimage einspielen
Den Quellcode von Version 0.6.5 finden Sie auf unserer Heft-DVD. Kopieren Sie das Archiv in ein Verzeichnis, und entpacken Sie es mit dem Befehl tar -xvjf partimage-0.6.5.tar.bz2 in der Konsole. Bevor Sie zum Kompilieren schreiten, prüfen Sie, ob Ihr System alle Abhängigkeiten erfüllt, die die Tabelle "Abhängigkeiten" auflistet. Beachten Sie dabei, dass Sie zu allen Bibliotheken die Header-Dateien (-dev) installieren. Zur Installation von Partimage unter OpenSuse 10.2 lesen Sie auf jeden Fall den Kasten "OpenSuse 10.2 und Partimage".
Abhängigkeiten
| Programm | Header-Dateien |
|---|---|
| OpenSSL | libssl-dev
|
| Libnewt | libnewt-dev
|
| Libmcrypt | libmcrypt-dev
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| Liblzo | liblzo-dev
|
| Libslang2 | libslang2-dev
|
| Libbz2 | libbz2-dev
|
| Zlib | zlib-dev
|
| Checkinstall | Hier benötigen Sie keine Header-Datei. |
OpenSuse 10.2 und Partimage
Im Test ließen sich die Quellen auch unter OpenSuse 10.2 kompilieren. Allerdings gelang es nicht, von Ubuntu aus Dateien auf dem Partimage-Server von Suse zu hinterlegen. Der verweigerte den Einlass und wies auf ein angeblich falsches Passwort hin. Auch durch intensive Recherchen ließ sich der Fehler nicht finden. Als Alternative kam eine ältere Version von Partimage zum Einsatz.
Aus Sicherheitsgründen darf nur ein Benutzer namens partimag die Sicherheitskopien auf dem Zielrechner anlegen. Unter Gnome legen Sie diesen über System | Administration | Benutzer und Gruppen, in KDE über das Startmenü und System | KUser Benutzerverwaltung an. Legen Sie sowohl auf dem Quell- als auch dem Zielrechner einen Nutzer mit diesem Namen an. Beim make install fragt das Setup diesen ab und verwendet ihn zum Anlegen von Standardverzeichnissen.
Bevor Sie aber soweit kommen, konfigurieren Sie zuerst den Sourcecode: Wechseln Sie in das entpackte Unterverzeichnis und geben Sie ./configure --prefix=/usr ein, damit die Daten später im Verzeichnis /usr landen. Läuft die Konfiguration erfolgreich durch, folgt ein make zum Übersetzen. Zum endgültigen installieren geben Sie sudo make install ein.
Gewöhnlich hangeln Sie sich durch stetes Drücken von [Eingabe] durch den Installationsdialog in der Konsole. Das Verfahren wiederholen Sie auf beiden Rechnern, die Sie verwenden wollen. Anschließend starten Sie Partimage auf beiden PCs – wahlweise als Server oder Client.
Im Test ließ sich die Installation des Tools unter Ubuntu mit dem Tool Checkinstall noch etwas vereinfachen: Checkinstall [3] baut automatisch aus den Quellen ein Paket und installiert dieses anschließend. Geben Sie dazu im letzten Schritt statt sudo make install den Befehl sudo checkinstall ein. Auch hier fragt das Setup den Usernamen des Partimage-Users ab. Schließen aber vorher eventuell offene Paketmanagement-Tools.



