Aufmacher Artikel

KDE-News

01.08.2006

K-Menü aufgebohrt

Wem das K-Menü in der Startleiste von KDE zu langweilig ist, der findet in Kbfx eine Alternative. Einmal installiert, integriert es sich als Applet in die Startleiste und ersetzt dort den wohlbekannten "K"-Knopf, den man nun getrost entfernen kann. Zusätzlich zeigt es im Menü ein Bild jedes Benutzers an. Es bedient sich dabei der Benutzereinstellungen für den Displaymanager Kdm.

Zusätzlich bietet das Startmenü von Kbfx eine Schnellstartfunktion, die beliebige Programme ausführt. Sowohl der Kbfx-Button als auch das Menü lassen sich farblich und gestalterisch anpassten. Da Kbfx-Themes lediglich aus einer Reihe von Grafiken bestehen, steht einem individuell gestalteten Startmenü nichts mehr im Wege.

Die aktuelle CVS-Version, die die Entwickler jetzt ausser der Reihe zur Verfügung stellen, funktioniert auch mit PC-BSD, bietet mehr Funktionalität via Drag & Drop und reduziert Flickern innerhalb des Applets. Kbfx gibt es auf der Homepage unter http://kbfx.org zusammen mit vielen Themes zum Download. Noch mehr Themes für den anpassbaren Programmstarter liefert http://www.kde-look.org, das dem Programm eine eigene Rubrik widmet.

kbfx.png

KBFX bringt ein buntes K-Menü mit praktischer Schnellstartfunktion.

Portland-Projekt fertig zum Test

Mit einer ersten Beta-Version macht das Open Source Development Lab (OSDL) die Bemühungen des Portland-Projektes öffentlich verfügbar. Mit dem Projekt will das OSDL die Integration von Drittanbieterprogrammen mit den vorherrschenden Linux-Desktops KDE und GNOME vorantreiben.

Die angebotenen Tools bieten Entwicklern unter anderem Funktionen, um Einträge auf dem Desktop oder im Startmenü unterzubringen und neue Dateitypen (MIME-Types) sowie Symbole einzuführen. Mit dem Screensaver-Werkzeug lassen sich Bildschirmschoner vorübergehend aktivieren, und Xdg-su stellt eine einheitliche Methode zur Verfügung, um den Benutzer nach dem Root-Passwort zu fragen. Daneben gibt es auch Funktionen, die für Endbenutzer direkt von Vorteil sind: Etwa einen standardisierten Weg, eine URL in der vom Anwender bevorzugten Anwendung zu öffnen, oder ein Tool, das das vom Benutzer eingestellte Mail-Programm startet.

Die Portland-Tools bemühen für die Umsetzung ihrer Funktionalität die aktuell laufende Desktop-Umgebung. So sollen unabhängige Software-Entwickler künftig weniger Augenmerk auf den vom Benutzer verwendeten Desktop richten müssen. Das OSDL erhofft sich dadurch mehr Bereitschaft von Herstellern, Anwendungen für den auch Linux-Desktop zu entwickeln. Wer die Portland-Tools ausporbieren möchte, kann die Beta unter http://portland.freedesktop.org herunterladen.

KDE 3.5.3

Das KDE-Team hat mit KDE 3.5.3 die dritte Auflage der 3.5er-Serie freigegeben. Durch Optimierung der Startreihenfolge soll sie schneller hochlaufen als die Vorgänger. Außerdem gingen die Entwickler Hinweisen der Firma Coverity nach, die im Auftrag der Heimatschutzbehörde der Vereinigten Staaten den Quelltext des Projektes analysierte. Mit den Ergebnissen konnten die Entwickler über 800 Fehler korrigieren.

Daneben verfügt KDE 3.5.3 auch über neue Fähigkeiten. Das KDE-Projekt weicht damit zum ersten Mal von seiner Linie ab, in sogenannten Bugfix-Releases keine neuen Funktionen einzubauen. Zu den Nutznießern dieser Regelung gehören die Benutzer des Mailprogramms KMail, des RSS-Readers Akregator sowie des Alarmgebers KAlarm. Außerdem ist die Desktop-Umgegung nun in insgesamt 65 Sprachen erhältlich, Vietnamesisch und Kazakh halten erstmals Einzug in die Liste der unterstützten Sprachen.

Für die Distributionen Ubuntu, Kubuntu, Suse, Slackware und Arch-Linux liegen aktualisierte Pakete bereit. Im Falle von (K)Ubuntu und Suse genügt es, die unter http://www.kde.org/info/3.5.3.php aufgeführten Repositories in den Paketmanager aufzunehmen, eine manuelle Installation entfällt.

KDE-4-Mulimedia-Treffen in Holland

Um die Multimedia-Integration in KDE 4 voranzutreiben, trafen sich die Multimedia-Entwickler des KDE-Teams Ende Mai drei Tage lang auf dem Gut Annahoeve in der Nähe des holländischen Achtmaal. Der erste Tag galt hauptsächlich der Bestandsaufnahme sowie der Präsentation neuer Technologien. Dazu zählte die Multimedia-API von Matthias Kretz sowie das kommende Amarok 2.0, das auf Qt 4 und KDE 4 basieren und auch für Windows verfügbar sein soll.

An den beiden folgenden Tagen widmeten sich die Teilnehmer in erster Linie der Planung, doch entstand auch eine beachtliche Menge an Code: So gelang des dem Amarok-Team, einen ersten KDE-4-Port fertigzustellen, und Phonon erhielt an einigen Stellen entscheidende Design-Verbesserungen. Zwei beim Treffen anwesende Experten des OpenUsability-Projektes halfen zusätzlich bei Design-Entscheidungen.

Weitere Resultate des Treffens beeinflussen auch die nächsten Versionen von Amarok: Sie sollen den Benutzer warnen, wenn die Distribution keinen MP3-Support enthält, und ihm im Zusammenspiel mit der Distribution anbieten, die benötigten Pakete herunterzuladen. Diese Vorgehensweise umgeht das Problem, dass aktuelle Distributionen aus rechtlichen Gründen oftmals die patentgeschützten Codecs nicht enthalten.

amarok_design.jpg

Die Amarok-Entwickler diskutierten in Achtmaal Konzepte für die kommende Version des Audioplayers Amarok.

Treffen in Norwegen bringt KDE 4 in Form

Für die Stabilisierung der Kernbibliothek und der Basisanwendungen von KDE soll ein Treffen sorgen, zu dem die technische Arbeitsgruppe des KDE e.V. die 24 aktivsten Entwickler Anfang Juli in eine Blockhütte in den norwegischen Wäldern eingeladen hat. Die Ergebnisse sollen KDE 4 zugute kommen und spätestens zur KDE-Konferenz "Akademy" in alle Anwendungen einfließen. Als Sponsoren für das "KDE Four Core" getaufte Treffen konnten die Organisatoren den Qt-Hersteller Trolltech und den Linux-Distributor Suse gewinnen.

Distributionsholer für Windows

Die Qt4-basierte Software getMyDistro erleichtert Windows-Benutzern das Herunterladen der gewünschten Linux-Distribution: Nach dem Start muss der Anwender lediglich die gewünschte Distribution und seinen CD-Brenner auswählen. getMyDistro holt die entsprechende ISO-Datei dann per Bittorrent und brennt sie auf eine eingelegte CD.

Einziger Wermutstropfen: Die zum Ubuntu-6.06 freigegebene, erste Version unterstützt nur Ubuntu und Kubuntu. Der Autor plant jedoch, in den kommenden Versionen so viele Distributionen wie möglich hinzuzufügen. Die Software, die auch noch eine deutsche Übersetzung braucht, steht unter http://getmydistro.blogspot.com/ als Windows-Installer und Quellcode zum Download bereit.

getmydistro.png

Die Lieblingsdistribution per Bittorrent unkompliziert auf CD – getMyDistro machts möglich.

Chemie-Unterricht künftig auch in 3D

Das Chemieprogramm Kalizium, das vor kurzem von der Universität Osnabrück den Intevation-Preis für freie Software erhielt, wird in der kommenden Version eine 3D-Ansicht bieten. Sie veranschaulicht chemische Elemente oder komplexe Aminosäuren räumlich und ermöglicht dem Benutzer, das Modell mit der Maus zu drehen. Die neue Version ist Teil des Edutainment-Pakets von KDE 4, eine Alpha-Version soll gegen Ende des Jahres erscheinen.

kalzium3d4ei.png

Die kommende Kalzium-Version bietet eine 3D-Ansicht für Aminosäuren.

YouTube-Videos herunterladen

Das Internetangebot von YouTube, bei dem jeder sein Video hochladen kann, wird immer populärer. Anwender ohne ständigen Internetzugang stellt YouTube jedoch vor Probleme: Statt die Filme online zu betrachten, würden sie die Videos lieber herunterladen und später offline ansehen. Ein Plugin für den KDE-Browser Konqueror macht das jetzt möglich: Dazu muss man nur das Servicemenü Get YouTube Video unter http://www.kde-apps herunterladen, das jetzt in einer verbesserten Version vorliegt. Nach dem Entpacken des entsprechenden Tar-Archivs nach ~/.kde/share/apps/konqueror/servicemenus/ steht eine entsprechende Aktion im Kontextmenü von Konqueror zur Verfügung.

"Season of KDE" angelaufen

Mit der Aktion "Season of KDE" soll Projektideen angegangen werden, die nicht im Rahmen des von Google gesponsorten "Summer of Code" bearbeitet wurden. Über 170 Studenten blieben dort mit ihren Vorschlägen auf der Strecke. Nun können sie ihre Projekte dank der "Season of KDE" nun doch fertigstellen und erhalten dazu projekterfahrene Entwickler als Mentoren zur Seite. Wer sein Projekt erfolgreich abschließt, darf seine Ergebnisse auf der diesjährigen KDE-Konferenz "Akademy" in Dublin präsentieren. Interessierte finden unter http://developer.kde.org/seasonofkde/ weitere Informationen.

FrOSCon: Open Source am Rhein

Die erste Auflage der Free and Open Software Conference (FrOSCon, http://www.froscon.de/) fand am letzten Juni-Wochenende in der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin statt. Organisiert hatten das Event der Fachbereich Informatik der FH zusammmen mit dem eigens gegründeten FrOSCon e.V. und der Linux/Unix User Group Sankt Augustin. Rund 700 Teilnehmer frequentierten die mehr als 60 Vorträge und fünf Workshops (http://programm.froscon.de/). Dabei sorgte die gut organisierte FrOSCon-Crew für ein perfekt funktionierendes WLAN und ein reibungsloses Catering.

Das offizielle Programm eröffnete der ehemalige Debian-Project-Leader Martin Michlmayr. In seiner Keynote diskutierte er die Qualitätssicherung in freien Softwareprojekten. Viele der ausstellenden freien Projekte boten eigene Vorträge, so etwa Debian, die deutsche Zope-Community und das PHP-Projekt. Entwickler vom KDE-Projekt und X.org nutzten zudem eigens bereitgestellte Räume zum Hacken. Für Interessierte bot das Linux Professional Institute die Prüfungen 101 und 102 an für 60 Euro Teilnahmegebühr und damit zur Hälfte des üblichen Preises an.

Zur Vorbereitung ihrer Konferenz hatten die Veranstalter verschiedensten Events besucht, von der FOSDEM über den Chaos Communication Congress bis zum LinuxTag. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Gäste stellten den Organisatoren in ihren Blogs sehr gute Noten aus. Den einzigen Kritikpunkt stellte die vergleichsweise geringe Besucherzahl dar, die wohl der Fußball-WM und nicht zuletzt dem schönen Wetter geschuldet war.

Trotzdem werten die Veranstalter die erste FrOSCon als Erfolg. Noch kurz vor Beginn der Veranstaltung war unklar, ob es eine zweite Auflage geben würde. Nun gehen alle Beteiligten von einer FrOSCon 2007 aus. Die Nähe zu den Benelux-Staaten und das Angebot von Entwickler-Räumen für Projekte könnten die FrSOCon auch für FOSDEM-Publikum interessant machen.

froscon-socialevent.jpg

Das Social Event am Samstagabend trug zur guten familiären Stimmung auf der FrOSCon bei. (Foto: Dominik Franz/FrOSCon e.V.)

Kurz notiert

Eine Sicherheitsloch im KDE-Login-Manager Kdm wurde ermöglicht auch Benutzern den Zugriff auf Systemdateien wie /etc/shadow, die normalerweise nur dem Systemverwalter zugänglich sind. Eine weitere Lücke betrifft den Soundserver Arts und funktioniert nur unter Kerneln der 2.6er-Serie: Uber das Helferprogramm Artswrapper kann ein normaler Benutzer Root-Privilegien erlangen. Eine erfolgreiche Attacke setzt voraus, dass der Angreifer bereits über einen eigenen Benutzeraccount verfügt. Die meisten Distributoren stellen über das jeweilige Update-Tool schon Patches zur Verfügung.

Aktuelle KDE-Pakete für Suse 9.3 bis 10.1 stellt der Nürnberger Distributor ab sofort über den openSUSE Build Service (http://repos.opensuse.org/KDE:/) zur Verfügung, der auf Suses FTP-Server das supplementary-Repository ersetzt. Dabei unterstützt der Build Service grundsätzlich auch andere RPM-basierte Distributionen wie wie Mandriva oder Red Hat, auch wenn noch für diese noch nicht alle Pakete vorliegen. In den Verzeichnissen KDE:/KDE3 und KDE:/Backports finden sich ein Update auf KDE 3.5.3 sowie Aktualisierungen vieler populärer Anwendungen. Als besonderes Schmankerl für Entwickler gibt es ein KDE:/KDE4-Directory, in dem Pakete zur Arbeit an der nächsten Version von KDE bereits fertig kompiliert vorliegen.

Auf der FrOSCon in St. Augustin traf sich Tim Pritlove von ChaosRadio Express zu einem Interview mit dem KDE-Entwickler Sebastian Kügler. In dem einstündigen Gespräch kommen neben der Geschichte des KDE-Projektes, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert, auch der aktuelle Stand und zukünftige Entwicklungen zur Sprache. Der professionell produzierte Podcast liegt auf den Webseiten des Chaosradios unter http://chaosradio.ccc.de/cre033.html als gut 56 MByte großes MP3 zum Download bereit.

Tip a friend    Druckansicht beenden Bookmark and Share
Kommentare