Fünf aktuelle Handys im Kompatibilitätstest

Aus LinuxUser 08/2006

Fünf aktuelle Handys im Kompatibilitätstest

Ungleiche Geschwister

Der Abgleich von Terminen und Kontaktdaten – unter Windows alltäglich – bereitet Linux-Benutzern je nach Handymodell massive Probleme. Die Redaktion testete den Datenaustausch mit fünf aktuellen Handys unter Linux.

Mobiltelefone haben in den letzten Jahren immer mehr Funktionen klassischer Organizer übernommen. Kontaktverwaltung, Terminplanung und selbst E-Mail gehören heute zur Grundausstattung vieler Handys. In den letzten zwei Jahren integrierten die Hersteller zunehmend Digitalkameras, so dass ein Handy heute fast einen ganzen Gerätepark ersetzt.

Die hohe Diensteintegration macht auch den Datenaustausch zwischen herkömmlichen Computern und dem Mobiltelefon zunehmend wichtiger: Wer sein Handy stets bei sich trägt, möchte ungern die aktuellen Telefonnummern und E-Mail-Adressen per Tastatur “austauschen” müssen. Zudem steht mit Bluetooth ein komfortabler Übertragungskanal zur Verfügung, über den sich Handy und Notebook im Idealfall völlig selbständig und ohne Benutzereingriff abgleichen.

Für den Datenaustausch haben sich zwei Protokolle als Standard durchgesetzt: IrMC für Kontakte und Termine sowie Obex für Bilder, Visitenkarten und Musik. Doch selbst wenn das Handy eines der beiden Protokolle beherrscht, garantiert das noch nicht einen erfolgreichen Datenaustausch.

Hindernisse

Der Datenaustausch mit Suse Linux 10.1 funktionierte im Test nicht zuverlässig. So war der Konqueror dieser Distribution beim Sony W300i nicht in der Lage, den Obex-Server des Handys für den komfortablen Datenaustausch zu verwenden – der Browser zeigte schlicht keinerlei Dateien auf dem Handy an. Ohne den Obex-Server, der die Daten des Handys für externe Geräte bereitstellt, blieb nur der umständliche Weg über den Obex-Push-Dienst vom Computer zum Handy und umgekehrt. Dabei muss der Benutzer jede einzelne Datei vom Computer auswählen, senden, und den Empfang mit dem Handy bestätigen. Mit der Vorgänger-Version Suse Linux 10.0 hingegen gab es solche Probleme nicht, hier funktionierte der Datenaustausch per Obex-Server einwandfrei (Abbildung 1).

Abbildung 1: Über den Obex-Server lassen sich mit Hilfe des Konquerors komfortabel Dateien zwischen Handy und Rechner austauschen, wie hier beim Sony W300i. Dies funktioniert jedoch mit Suse Linux 10.1 nicht mehr.

Abbildung 1: Über den Obex-Server lassen sich mit Hilfe des Konquerors komfortabel Dateien zwischen Handy und Rechner austauschen, wie hier beim Sony W300i. Dies funktioniert jedoch mit Suse Linux 10.1 nicht mehr.

Somit fiel die Wahl der Test-Distribution auf Suse Linux 10.0, als Synchronisationswerkzeuge verwendete die Redaktion in erster Linie Kitchensync. Zur Kontrolle, ob Probleme lediglich Kitchensync anzulasten sind oder ob das Handy die nötigen Dienste einfach nicht bereitstellt, kamen zusätzlich iSync von MacOS X sowie Multisync von Suse Linux 10.0 zum Einsatz. Eine detaillierte Beschreibung der Abgleichprogramme für Linux finden Sie unter [1] in diesem Heft.

Motorola E1070

Das Motorola E1070 ist das einzige UMTS-Handy im Testfeld. Die Kommunikation mit dem Computer läuft wahlweise über Bluetooth oder den Standard-Mini-USB-Anschluss, der auch zum Aufladen des Handys dient – ein passendes Kabel wird jedoch nicht mitgeliefert.

Der Abgleich von Kontakten und Terminen mit Hilfe von Kitchensync fällt beim Motorola E1070 grundsätzlich flach, da das Gerät keinen IrMC-Sync-Server besitzt. Unter MacOS X hingegen ist iSync in der Lage, Kontakte und Termine mit dem E1070 auszutauschen, nachdem man ein ansprechendes Plugin für das Handy nachinstalliert hat.

Der Austausch von Dateien zwischen Handy und Rechner per Bluetooth über den Obex-Server des Handys funktioniert zwar, ist aber wenig komfortabel: Der Konqueror zeigt lediglich die drei Symbole audio, picture und video (Abbildung 2), kann mit dem Dateityp folder jedoch nichts anfangen. Es ist nicht möglich, den Inhalt der Verzeichnisse zu durchstöbern, etwa um einzelne Bilder auszuwählen. Dennoch klappt der Download der Dateien, indem man das entsprechende Verzeichnis öffnet und den Inhalt auf Festplatte speichert – Konqueror erzeugt dann im Zielverzeichnis einen neuen Ordner und legt dort die Bilder ab.

Abbildung 2: Über den Obex-Server des Motorola E1070 kann der Konqueror lediglich die drei Unterverzeichnisse für die Multimediadaten sehen, sie jedoch nicht durchstöbern. Für den Datenaustausch werden einfach die Verzeichnisse auf Festplatte gespeichert.

Abbildung 2: Über den Obex-Server des Motorola E1070 kann der Konqueror lediglich die drei Unterverzeichnisse für die Multimediadaten sehen, sie jedoch nicht durchstöbern. Für den Datenaustausch werden einfach die Verzeichnisse auf Festplatte gespeichert.

Obex-Besonderheiten

Jeder Versuch, ein Bild von der Festplatte auf dem picture-Icon abzulegen, wurde mit einem Verbindungsfehler quittiert. Statt dessen muss man die Datei in das Hauptverzeichnis kopieren, das Motorola E1070 ordnet es dann je nach Dateityp automatisch einem der drei Unterverzeichnisse zu. Das Hochladen von dem Handy unbekannten Dateitypen verweigert das E1070 ebenfalls mit einem Verbindungsfehler.

Verbindet man das E1070 per Mini-USB-Kabel mit einem Rechner verbunden, so hängt es vom voreingestellten Betriebsmodus ab, wie es sich gegenüber dem Computer verhält. Der Haken: Diesen Betriebsmodus muss man erst umständlich über MenüVerbindungUSB EinstellungenStandard Verbindung auswählen. Eine einfache Abfrage beim Anschluss des USB-Kabels, wie sie etwa es das Sony W300i bietet, gibt es ebensowenig wie die Emulation zweier USB-Geräte wie beim Sony W700i.

Wählt man als Standardverbindung Datenverbindung, erkennt YaST das Handy als GSM-Modem und kann problemlos damit umgehen. Beim Modus Speicherkarte hingegen verhält sich das Motorola E1070 wie ein USB-Speicherriegel. Allerdings ist lediglich ein Zugriff auf die optionale Micro-SD-Karte möglich.

Motorola SLVR L7

Das Motorola SLVR L7 fällt durch seine extrem flache Bauform auf, es misst gerade einmal 13 Millimeter. Im Gegensatz zum Klapp-Handy E1070 besitzt das L7 lediglich eine Kamera mit VGA-Auflösung auf der Rückseite.

Die Bluetooth-Probleme beginnen mit dem SLVR L7 bereits bei der ersten Kontaktaufnahme: Sobald Konqueror per SDP-Protokoll die verfügbaren Datendienste des Handys abruft, blockiert das Motorola L7 komplett – es lässt sich nicht mehr bedienen. Erst wenn man die Bluetooth-Verbindung unterbricht, erwacht das SLVR wieder zum Leben und arbeitet blitzschnell alle Tastatureingaben ab, die amn während der Blockade getätigt hat. Die gleichen Probleme verursacht das Gerät auch auch unter MacOS X – sobald die Bluetooth-Dienste abgerufen werden sollen, blockierte das Handy. Ein Datenaustausch via Obex lässt sich also weder mit Linux noch mit Mac OS realisieren. Das hängt vermutlich mit der in Deutschland verwendeten Firmware von Motorola zusammen, da Bluetooth mit Geräten aus dem englischen, russischen und asiatischen Markt problemlos funktioniert [2].

Wie das E1070 bietet auch das SLVR L7 keine Möglichkeit, die Daten per IrMC-Sync-Server mit dem Rechner abzugleichen – zumindest findet Kitchensync keinen passenden Bluetooth-Dienst, was aber auch mit den grundsätzlichen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Handy und Linux zu tun haben könnte.

Im Test blieb auch der Versuch ergebnislos, das Handy via Bluetooth unter MacOS X in iSync einzubinden: Der Datenabgleich klappte erst, nachdem wir das Handy über ein optionales Mini-USB-Kabel direkt am Mac anschlossen. Kitchensync hingegen konnte auch über den USB-Anschluss keine Termine mit dem SLVR abgleichen.

Siemens SK65

Beim Siemens SK65 handelt es sich um das älteste Modell im Test. Es ist derzeit nur noch bei O2 zusammen mit einem Vertrag für einen Euro zu bekommen. Bei verschiedenen Internet-Versendern kostet das Gerät rund 130 Euro ohne Vertragsbindung.

Das SK65 richtet sich vorwiegend an Geschäftskunden, da es als einziges Gerät im Testfeld keine Kamera, keine Speicherkarte und auch keine Multimedia-Funktionen besitzt. Dafür hat Siemens eine herkömmlich angeordnete Tastatur im Boden des Handys angebracht – dreht man das Handy in der Mitte, kommen die Tasten rechts und links zum Vorschein.

Die Bluetooth-Synchronisation des SK65 mit Linux funktioniert mit Kitchensync nicht, obwohl das Programm das Handy und den notwendigen IrMC-Sync-Server auf Anhieb findet: Kitchensync meldet stets eine leere Synchronisationsliste und in den Debug-Meldungen einen Übertragungsfehler. Mit iSync unter MacOS X gibt es hingegen keine Probleme, sofern man ein entsprechendes Plugin nachinstalliert.

Der Obex-Server des SK65 liefert zwar sämtliche Verzeichnisse des Telefonspeichers, diese enthalten jedoch keine Dateien. Auch das Hochladen von Bildern klappt weder per Konqueror noch über den Obex-Server; unter Linux funktioniert das lediglich per Obex-Push-Client. Unter Mac OS X hingegenstellt der Datenaustausch via Bluetooth kein Problem dar.

Wie sich das Siemens SK65 verhält, wenn es per USB-Kabel mit dem Rechner verbunden wird, ließ sich nicht beurteilen – der Hersteller verwendet ein proprietäres Kabel, das nicht zum Lieferumfang des Handys gehört.

Sony-Ericsson W300i

Beim Sony-Ericsson W300i handelt es sich wie beim Motorola E1070 um ein Klapphandy im Star-Trek-Kommunikator-Stil. Es wie das E1070 zwei Displays – ein monochromes auf der Außenseite und ein farbiges im Deckel.

Die Synchronisation des Adressbuchs bereitete Kitchensync beim Sony W300i im Test einige Probleme. Es ließ sich kein Muster feststellen, wann Kitchensync erfolgreich Daten vom Handy empfing, keine Adressen bekam oder wann sich Kitchensync und das Handy aufhängten. Die meisten erfolgreichen Versuche gab es nach einem Neustart der Bluetooth-Dienste und Ein- und Ausschalten des Handys. Die Kommunikation verlief aber derart instabil, dass an einen praktischen Einsatz nicht zu denken ist.

Kontaktdaten oder Termine auf das Sony W300i zu transferieren, gelang im Test nicht. Offenbar störten die zusätzlichen Felder aus kaddressbook das Handy. Wenn wir hingegen eine Telefonnummer per Texteditor in der Visitenkarten-Datei änderten und dann erneut mit dem Handy synchronisierten, verschwand der Eintrag auf dem Handy komplett.

Bluetooth mit Haken

Die Synchronisation des KOrganizer-Kalenders funktionierte im Test nicht besser: Zwar konnte Kitchensync entfallene Termine löschen, beim Einrichten eines neuen Termins jedoch stürzten Handy wie PC ab – wir mussten die Verbindung manuell unterbrechen. Erst nach Aus- und Wiedereinschalteten des Handys funktionierte die Synchronisation wieder.

Eine weitere Auffälligkeit: Manchmal zeigte Kitchensync die Meldung Syncee list ist empty im Log an (Abbildung 3), obwohl veränderte Einträge auf dem Handy vorlagen. Erst nach einem Neustart von Kitchensync funktionierte die Kommunikation wieder – allerdings sah das Sony W300i die vorherige Kontaktaufnahme des Computers als erfolgreiche Synchronisation an, so dass nunmehr keine Veränderungen mehr zu übertragen waren. Die Kontaktdaten auf dem PC und dem Handy unterschieden sich, ohne dass der Benutzer eine dementsprechende Warnung erhielt.

Abbildung 3: Manchmal meldet Kitchensync trotz veränderter Daten eine leere Synchronisationsliste auf dem Sony W300i. Diese Verbindung wertet das Handy jedoch als erfolgreiche Synchronisation und markiert die Einträge daher als synchronisiert – der nächste Abgleichversuch läuft daher ins Leere.

Abbildung 3: Manchmal meldet Kitchensync trotz veränderter Daten eine leere Synchronisationsliste auf dem Sony W300i. Diese Verbindung wertet das Handy jedoch als erfolgreiche Synchronisation und markiert die Einträge daher als synchronisiert – der nächste Abgleichversuch läuft daher ins Leere.

Schließt man das Sony W300i über das mitgelieferte USB-Datenkabel an den PC angeschlossen, bietet das Handy zwei Betriebsmodi an: Datentransfer und Telefon. Im Datentransfermodus sind alle Telefonfunktionen gesperrt und das Handy meldet sich aus dem Mobilnetz ab. Über den USB-Anschluss emuliert das W300i gleich zwei USB-Storage-Geräte – das erste trägt den Laufwerksnamen PHONE und repräsentiert den internen Flash-Speicher des Handys, das zweite heißt irreführend PHONE_CARD und erlaubt den Zugriff auf die Flashkarte im Memorystick-Pro-Micro-Format – nicht etwa auf die GSM-Karte des Handys.

Im Telefonmodus verhält sich das Sony W300i wie ein herkömmliches GSM-Modem. Dementsprechend findet YaST das Gerät mit der automatischen Suche völlig problemlos (Abbildung 4).

Abbildung 4: Das Sony W300i arbeitet am USB-Kabel im Datentransfermodus entweder als USB-Storage-Gerät, oder wie hier zu sehen im Telefonmodus als herkömmliches Modem. YaST fand das Gerät auf Anhieb.

Abbildung 4: Das Sony W300i arbeitet am USB-Kabel im Datentransfermodus entweder als USB-Storage-Gerät, oder wie hier zu sehen im Telefonmodus als herkömmliches Modem. YaST fand das Gerät auf Anhieb.

Sony-Ericsson W700i

Die Synchronisation via Bluetooth funktioniert auch bei Sonys W700i nur in eine Richtung – vom Handy auf den Computer. Alle Versuche, Termine oder Kontakte auf das Handy zu übertragen, quittierte das W700i im Test mit der Meldung Sitzung fehlgeschlagen. Das hindert Kitchensync allerdings nicht daran, die Synchronisation als erfolgreich abzuhaken. Der Benutzer kann am Computer nicht einmal mit Hilfe der Debugging-Meldungen feststellen, dass etwas schiefgegangen ist.

Beim Übertragen von Terminen auf das Handy entschwindet Kitchensync in einer Endlosschleife. Den Debug-Meldungen zufolge versucht das Programm einen infinite select in der Funktion QObexTransport::doSelect() und reagiert nicht mehr.

Beim Datenaustausch über den Obex-Server des Handys gibt es hingegen mit dem Konqueror keine Probleme. Das W700i bietet genau wie sein kleiner Bruder sowohl Zugriff auf den internen Telefonspeicher als auch auf den mitgelieferten Memorystick Pro Duo. Bei angeschlossenem USB-Datenkabel jedoch meldet das W700i nur ein USB-Storage-Gerät und bietet lediglich Zugriff auf den Memorystick – an die Daten des Telefonspeichers kommt man anders als beim W300i ausschließlich über Bluetooth heran.

Hochauflösende Kamera

Eine Besonderheit des Sony W700i ist die eingebaute 2-Megapixel-Kamera mit Panorama-Funktion. Dazu verschmilzt die Kamera selbständig drei Fotos zu einem Gesamtbild und glättet die Übergänge. Ohne Stativ und Winkelskala ist es kaum möglich, ein Panorama zusammenhängend zu fotografieren. Daher bietet das Sony W700i eine Hilfsfunktion: Nach dem Speichern des ersten Teilfotos blendet das Handy auf dem Display einige Pixel des rechten Bildrands auf der linken Seite des Displays ein und überlagert diesen Streifen mit dem aktuellen Kamerabild. Der Benutzer muss nun lediglich die Kamera so positionieren, dass sich das Kamerabild und der Streifen möglichst gut decken, und ein zweites und drittes Foto zu schießen. Die Kamera fügt anschließend die Bilder zusammen und glättet die Übergänge, wie in Abbildung 5 zu sehen. Die Ergebnisse fallen überraschend gut aus. Allerdings fehlt der Kamera eine manuelle Belichtungseinstellung – so ist in Abbildung 5 das mittlere Bild deutlich dunkler als die beiden anderen, da hier fast direkt gegen die Sonne fotografiert und damit eine andere Belichtungseinstellung nötig wurde, was auch die automatische Glättung an den Bildgrenzen nicht verschleiern kann. Ein weiteres Manko im Panoramamodus stellt die reduzierte Auflösung dar: Statt 1600 x 1200 Pixeln wie bei Einzelbildern stehen für Panoramas insgesamt nur 1700×450 Pixel zur Verfügung.

Abbildung 5: Sonys W700i verfügt nicht nur über eine hochauflösende 2-Megapixel-Kamera, sondern auch über eine Panorama-Funktion, mit der die Kamera selbständig ein Panorama aus drei sich überschneidenden Einzelnbildern berechnet.

Abbildung 5: Sonys W700i verfügt nicht nur über eine hochauflösende 2-Megapixel-Kamera, sondern auch über eine Panorama-Funktion, mit der die Kamera selbständig ein Panorama aus drei sich überschneidenden Einzelnbildern berechnet.

Fazit

Während die Synchronisation von Terminen und Kontakten noch ein allgemeines Linux-Problem zu sein scheint, funktionierte immerhin der Datenaustausch per Obex zwischen dem Sony W300i und dem W700i zufriedenstellend, beim Motorola E1070 ist er immerhin noch möglich. Die massiven Bluetooth-Probleme beim Motorola SLVR L7 lassen nur die Bewertung zu, dass dieses Handy für die drahtlose Kommunikation schlicht ungeeignet ist, während beim Siemens SK65 immerhin der Obex-Push-Dienst funktioniert.

Alles in allem ist Linux zumindest bei den fünf getesteten Handys nicht in der Lage, praxistauglich Termine oder Kontakte zu synchronisieren – plötzlich verschwundene Termine oder Telefonnummern oder gar Abstürze bei Synchronisieren kann man den Benutzern nicht zumuten. Hier haben die Entwickler, aber auch manche Hersteller, noch einen weiten Weg zurückzulegen, bis Mobiltelefone und Linux-Clients vernünftig zusammenarbeiten.

Alle Handys im Überblick

 
Hersteller: Motorola Motorola Siemens Sony-Ericsson Sony-Ericsson
Typ Motorola E1070 Motorola SLVR L7 Siemens SK65 Sony-Ericsson W300i Sony-Ericsson W700i
Netze GSM 900, 1800, 1900, UMTS GSM 850, 900, 1800, 1900 GSM 900, 1800, 1900 GSM GSM 900, 1800, 1900
Besonderheiten Kamera (1,3 Megapixel), Kamera (VGA) Kamera (VGA) Flügel-Tastatur UKW-Radio Kamera (2 Megapixel), UKW-Radio
Maße, Gewicht 108 x 52 x 22mm, 120g 114 x 49 x 12mm, 90g 120 x 47 x 22mm, 145g 90 x 47 x 25mm, 95g 100 x 46 x 21mm, 100g
Preis (ca.) 200 Euro 175 Euro 120 Euro 220 Euro 250 Euro

Glossar

IrMC

Abkürzung für Infrared Mobile Communications. Bluetooth verwendet die ursprünglich für Infrarot-Verbindungen vorgesehene Spezifikation für den Austausch von Terminen und Kontaktdaten.

Obex

Abkürzung für Object Exchange. Ebenfalls als IrObex ursprünglich für Infrarot-Verbindungen spezifiziert, wird dieses Protokoll für den allgemeinen Datenaustausch über Bluetooth verwendet.

SDP

Service Discovery Protocol. Über das SDP lassen sich die verfügbaren Datendienste wie Obex-Server oder auch IrMC-Synchronisation finden.

Infos

[1] Carsten Schnober, “Terminabsprache”: LinuxUser 08/2006, S. 52

[2] Motorola SLVR L7 im ApfelWiki: http://apfelwiki.de/wiki/Main/MotorolaSLVRL7

[3] Marcel Hilzinger, “Telefonflirt”: http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/01/051-bluetooth/index.html

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