Wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, was Linux genau ist und warum viele Leute Linux so toll finden, dann ist diese OpenSuse-Version genau das Richtige für Sie. Auf der beiliegenden DVD finden Sie die neueste Linux-Distribution von Novell in der 32-Bit-Version. Die DVD lässt sich nicht als Live-Medium nutzen – auch um OpenSuse auszuprobieren, müssen Sie das System installieren. Die dazu nötigen Schritte erklärt Ihnen dieser Artikel. Bevor Sie jetzt aber gleich die DVD einlegen, um loszulegen, sind noch ein paar Vorarbeiten nötig, welche der Abschnitt "Vor der Installation" erklärt. Erfahrene Linux-Nutzer können diesen Schritt überspringen.
Vor der Installation
Bevor Sie die EasyLinux-DVD ins Laufwerk einlegen und den Rechner booten, sollten Sie für sich folgende Fragen beantworten:
- Kann mein Rechner vom DVD-Laufwerk booten?
- Ist auf meinem Rechner bereits eine ältere Suse-Version installiert?
- Möchte ich OpenSuse neben einem bestehenden Windows installieren?
- Befinden sich mehrere Festplatten in meinem Rechner?
In der Regel starten aktuelle Rechner automatisch von CD/DVD, wenn beim Booten ein Medium im Laufwerk liegt. Erscheint auf Ihrem System nicht der Startbildschirm des OpenSuse-Installationsprogramms (Abbildung 1), müssen Sie möglicherweise die Einstellungen im BIOS ändern. Drücken Sie dazu beim Start des Rechners die Taste [Entf] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet. Dann ändern Sie unter Advanced BIOS Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke so, dass das CD-/DVD-Laufwerk an erster Stelle steht (First Boot Device).
Befindet sich auf Ihrem PC bereits OpenSuse 11.0, müssen Sie das System nicht neu installieren, sondern können ein Update durchführen. Markieren Sie dazu im Dialog Installationsmodus den Eintrag Aktualisierung. Alternativ fügen Sie die DVD unter der Version 11.0 in YaST über das Modul Software / Software-Repositories als Installationsquelle hinzu und rufen danach auf der Kommandozeile mit Administratorrechten den Befehl zypper dup auf. Diese Vorgehensweise ist aber eher für Experten gedacht.
Für das Update älterer Versionen müssen Sie eventuell Paketabhängigkeiten manuell lösen, da YaST beim Update ein Standardsystem mit KDE 4 installiert. EasyLinux empfiehlt, anstelle des Updates die persönlichen Daten auf CD/DVD zu sichern und danach eine Neuinstallation durchzuführen.
Besitzt Ihre OpenSuse-Installation eine eigene Partition für /home, dann sind Sie aus dem Schneider. Richten Sie dann einfach diese bei der Installation so ein, dass das neue OpenSuse sie als /home-Verzeichnis benutzt. Vorsicht: Nicht formatieren!
Gibt es auf Ihrem Rechner noch kein Linux und möchten Sie OpenSuse zusätzlich zu Windows installieren, müssen Sie zunächst unter Windows Laufwerk C:\ defragmentieren. Besitzt Ihr Windows mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen), können Sie eines dieser Laufwerke für die Installation von Linux benutzen. Sichern Sie dann sämtliche Daten dieses Laufwerks auf das Laufwerk C:\ oder ein anderes Laufwerk, da das Installationsprogramm von OpenSuse das ausgewählte Laufwerk formatieren wird. OpenSuse lässt sich auch neben Windows Vista installieren.
Verfügt Ihr Rechner über mehrere Festplatten, müssen Sie zunächst herausfinden, an welchen Controllern diese hängen und in welcher Reihenfolge. Diese Informationen finden Sie ebenfalls im BIOS. Öffnen Sie das Menü Standard BIOS Options (oder ähnlich) und suchen Sie nach den Einträgen für Primary Master, Primary Slave, Secondary Master und Secondary Slave. Bei neuen Mainboards mit SATA-Festplatten heißen diese Einträge eventuell First SATA-Master und First IDE-Master. Hier sind auch Second SATA-Master und Third SATA-Master üblich. Notieren Sie, wo Festplatten angeschlossen sind und wo CD/DVD-Laufwerke (siehe Tabelle Gerätebezeichnungen). Schließen Sie für die Installation keine externe Festplatten an den Rechner an, da YaST sonst eventuell auf diese installieren will.
| Gerätedatei | Erklärung |
|---|---|
/dev/sda
|
Erstes Festplatte. Je nach Hardware handelt es sich dabei um den Primary IDE-Master, den Primary SATA-Master, ein SCSI- oder ein externes Laufwerk. |
/dev/sda1
|
Erste primäre Partition auf der ersten Festplatte oder erweiterte Partition. |
/dev/sda4
|
Vierte primäre Partition auf der ersten Festplatte oder erweiterte Partition. |
/dev/sda5
|
Erste logische Partition auf der ersten Festplatte |
/dev/sda6
|
Zweite logische Partition auf der ersten Festplatte |
/dev/sdb
|
Zweites Laufwerk. Primary IDE-Slave, Secondary SATA-Master oder externe USB-/ Firewire-/ E-SATA-Festplatte. |
/dev/sdc
|
Drittes Laufwerk. Secondary IDE-Master, Third SATA-Master oder externe USB-/ Firewire-/ E-SATA-Festplatte. |
/dev/scd0
|
Erstes ATAPI- oder SATA-CD/DVD-Laufwerk |
/dev/sr0
|
Erster ATAPI- oder SATA-CD/DVD-Brenner |
/dev/fd0
|
Erstes Diskettenlaufwerk |
/dev/hda
|
Ehemals erstes internes paralleles ATA-Laufwerk. |
Einlegen, loslegen
Legen Sie die DVD ins Laufwerk ein und starten Sie den Rechner neu. Nach dem Neustart erscheint der grüne OpenSuse-Bootbildschirm (Abbildung 1). Drücken Sie hier zunächst die Taste [F2], um das Menü auf Deutsch umzustellen, und wählen Sie dann über die Pfeiltasten den Menüpunkt Installation aus. Hegen Sie den Verdacht, die DVD sei beschädigt, schreiben Sie eine E-Mail an cdredaktion@easylinux.de. Ist der Datenträger tatsächlich defekt, erhalten Sie kostenlos einen neuen.
Nach der Auswahl von Installation startet YaST, das OpenSuse-Installationsprogramm. Im Willkommensdialog (Abbildung 2) legen Sie die Sprache und das Tastaturlayout fest. Novell hat die Lizenz von OpenSuse für Version 11.1 so geändert, dass Sie diese nicht mehr offiziell akzeptieren müssen.
Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob Sie ein bestehendes System aktualisieren oder ein neues installieren möchten. OpenSuse richtet die Hardware Ihres Rechners vollautomatisch ein. Sollten dabei Probleme auftreten, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Benutze automatische Konfiguration entfernen. Den Menüpunkt für das Booten eines installierten Systems gibt es ab dieser Suse-Version nicht mehr. Um Probleme mit dem Bootloader zu beheben, müssen Sie das Rettungssystem starten. Ein Klick auf Weiter führt Sie zum nächsten Dialog.


