Spiel “Prey” für Linux
Auf der Webseite Icullus.org [1] können Spiele-Fans nun einen Linux-Installer für das Spiel Prey herunterladen. In Prey wird der Indianer Tommy mitsamt Familie von einem Raumschiff entführt, das sich in der Erdumlaufbahn befindet. Tommy nimmt den Kampf gegen die Außerirdischen auf und entwickelt im Laufe des Spiels sowohl seine körperlichen als auch geistigen Fähigkeiten. Die indianische Herkunft beschert ihm ein paar spirituelle Möglichkeiten: Er kann seinen Körper verlassen, um die Umgebung zu erkunden. Interessant ist, dass im Raumschiff die Schwerkraft manipuliert wird, was den Spieler dazu befähigt, auch auf Decken und Wänden zu laufen.
Voraussetzung, um das Spiel zum Laufen zu bringen, ist neben einem ordentlichen Rechner (mindestens 2 GHz Prozessor, 512 MByte RAM, 64 MByte in der Grafikkarte) der Besitz des Original-PC-Spiels in der 3-CD-Version oder der Sammlerausgabe mit einer DVD. Auch eine über Steam [2] installierte Version des Spiels erkennt der Installer an. In jedem Fall benötigt der Spieler einen gültigen CD-Key. (Kristian Kißling/hge)
10-Zoll-Netbook von Belinea
Belinea war einst für gute und trotzdem preiswerte Monitore bekannt, bis die Mutterfirma Maxdata insolvent wurde. Jetzt gibt es unter dem alten Markennamen wieder neue Geräte, auch ein erstes Netbook.
Beim Belinea o.Book xs handelt es sich um ein typisches 10-Zoll-Netbook mit 160-GByte-Festplatte, 1 GByte RAM, Kartenleser, drei USB-Anschlüssen und WLAN. Das Display zeigt die üblichen 1024 x 600 Pixel an, als Prozessor kommt Intels Atom N270 zum Einsatz. Das 1,3 kg schwere Netbook wird zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 370 Euro (mit Windows) angeboten. Wichtig für Linuxer: Für 350 Euro gibt es auch eine Linux-Variante.
Nach dem Konkurs von Maxdata hat der Wittmunder Brunen-IT-Konzern die Marke Belinea übernommen. Beim o.Book xs handelt es sich um eine optisch leicht aufgepeppte Version des Brunen-IT-Rechners One A560/570. Die One-Modelle sind noch etwas günstiger: So kostet das One A560 mit Ubuntu nur 320 Euro, für die Version A570 mit Windows sind 340 Euro fällig. (Marcel Hilzinger/hge)
[1]http://www.belinea.de/belinea/cms/index.php?article_id=132?73,15
Opera 10: Erste Alpha-Version
Von Opera 10 gibts eine erste Alpha-Version [1], die einen Vorgeschmack auf Operas neue Rendering-Engine namens Presto gibt. “Presto 2.2 ermöglicht im Vergleich zu Presto 2.1 ein etwa 30 Prozent schnelleres Browsen”, heißt es in der Ankündigung der Alpha-Version. Der Vorgänger der neuen Engine läuft in Opera 9.5.
Zugleich rühmt sich Opera, den wichtigen Kompatibilitätstest ACID3 [2] mit 100 von 100 Punkten zu absolvieren. Die Behauptung lässt sich leicht nachprüfen, denn der ACID3-Test besteht im wesentlichen aus einer Webseite, die man mit der Alpha-Version des Browsers aufrufen kann. Tatsächlich meistert Opera die Aufgabe. Daneben überprüft der Browser beim Tippen nun die Rechtschreibung und kann sich automatisch auf neue Versionen aktualisieren, sobald diese verfügbar werden.
Die Entwickler, die nun auf Feedback zur neuen Version warten, freuen sich vor allem über die Möglichkeiten, mit Opera Seiten darzustellen, die neue Webtechnologien einsetzen. Dazu gehört die Unterstützung des Browsers für Web Fonts und Vektorgrafiken (SVG), transparente Grafiken dank eines zusätzlichen Alphakanals in RGB und HSL (Hue, Saturation, Lightness).
Die fertige Version von Opera soll 2009 erscheinen, wann genau, ist noch unklar. (Kristian Kißling/hge)
Ex-Microsoftler: Die Zukunft heißt Open Source
Der langjährige Microsoft-Mitarbeiter Keith Curtis kommt in seinem aktuellen Buch über die Zukunft der Software zu dem Schluss, dass Open Source diese maßgeblich bestimmen wird.
Von 1993 bis 2004 hat der Software-Entwickler bei Microsoft gearbeitet, er war an den Datenbankprodukten ebenso beteiligt wie an der Entwicklung von Windows, Office oder MSN. Vor wenigen Tagen veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel “After the Software Wars” (“Nach den Software-Kriegen”). Darin beschreibt er aus der Sicht eines Entwicklers die Software-Entwicklung und ihre zukünftigen Möglichkeiten, von künstlicher Intelligenz bis hin zur Weiterentwicklung von Weltraumreisen.
Die Online-Ausgabe der New York Times hat das Buch für eine Rezension [1] entdeckt und berichtet über den Sinneswandel des ehemaligen Redmond-Angestellten: “Für Mr. Curtis sind die Stärke von Open-Source-Software und der Grund, warum es die Zukunft ist, dass es unsere kollektive Intelligenz fördert.” Curtis sieht es als Schlüssel zum technologischen Fortschritt, wenn Software freigegeben wird. “Der Unterschied zwischen freier und nicht-freier oder proprietärer Software ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Wissenschaft und Alchemie. Bevor es Wissenschaft gab, gab es Alchemie. Die Leute versuchten hier, ihre Ideen zu schützen, weil sie den Markt beherrschen wollten mit dem Mechanismus, wie man Blei zu Gold macht”, schreibt Curtis.
In seiner Zeit bei Microsoft habe man nicht viel über Open-Source-Software gesprochen, und er selbst habe unter Kollegen immer den Standpunkt vertreten, dass proprietäre Software der freien Alternative technologisch immer überlegen bleiben würde. Langeweile sei für ihn der Grund gewesen, das Unternehmen zu verlassen, wie er der New York Times sagte. Erst nach seinem Ausstieg beschäftigte er sich intensiv mit Linux und freier Software.
Passenderweise hat Curtis sein Buch im Eigenverlag [2] auf der Plattform Lulu.com veröffentlicht, wo man es für 3,71 Euro als PDF-Datei lesen oder die gedruckte Ausgabe im Hardcover für 14,80 Euro bestellen kann. Gründer und Chef der Plattform ist Bob Young, ein Open-Source-Veteran, der lange Zeit für Red Hat arbeitete. (Britta Wülfing/hge)
[1]http://bits.blogs.nytimes.com/2008/12/01/a-microsoft-veteran-embraces-open-source/
OpenOffice-Projekt überarbeitet Design
Das “Project Renaissance” denkt über eine Generalüberholung der grafischen Oberfläche von OpenOffice nach. Das Projekt soll dadurch auch die Interaktion der Anwender mit der freien Bürosuite überarbeiten.
Als Grund für diese Pläne nennt Frank Loehmann in Suns Renaissance-Blog [1] verschiedene Einwände von Anwendern: Diese beschweren sich über das schwerfällige und veraltete Interface. Viele nützliche Funktionen verstecken sich in überladenen Menüs und komplexen Dialogen. Gerade neuen Usern bereiten diese Hürden Schwierigkeiten. Nicht zuletzt spielt das Aussehen eine Rolle: Die aktuelle Oberfläche mit ihrem antiquierten Look & Feel begeistert nicht gerade.
Die Idee zu einem Wechsel des Designs kam daher auf der diesjährigen OpenOffice-Konferenz OOoCon [2] auf. Das Projekt soll aus drei Phasen bestehen, die sich in Forschung, Design und Evaluation unterteilen: Zunächst will man die Bedürfnisse der Anwender kennenlernen, bevor man ein Design entwirft. Über “Usage Tracking” schaut man den Nutzern der Bürosuite auf die Finger und erhofft sich davon neue Erkenntnisse. Umfragen sollen als zweiter Pfeiler Aufschluss über den üblichen Einsatz der Software und dabei entstehende Probleme bringen.
In der zweiten Phase wird es dann konkreter: Das Projekt will Anforderungen formulieren, und das Entwickler-Team von OpenOffice soll dann technische Grundlagen bereitstellen, mit denen sich die Anforderungen umsetzen lassen. Dabei will sich das Renaissance-Projekt ausdrücklich nicht auf den vorhandenen GUI-Baukasten des OpenOffice-Projekts beschränken. “Renaissance ist ein Langzeitprojekt und beginnt von Null, also erwartet bitte nicht, schon etwas in OpenOffice 3.1 zu sehen”, bremsen die Macher im zugehörigen Blog-Eintrag allzu hohe Erwartungen. (Kristian Kißling/hge)
[1]http://blogs.sun.com/GullFOSS/entry/project_renaissance_kick_off1
Firefox legt zu, Microsoft verliert
Die Marktbeobachter von Net Applications [1] beziffern Microsofts Marktanteil bei Betriebssystemen auf weniger als 90 %; bei den Browsern hält der freie Firefox zum ersten Mal kontinuierlich mehr als 20 %.
Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien liefert seit 2004 Zahlen zu den Marktanteilen der Betriebssysteme. Seinerzeit bezifferte die Statistik Microsoft Windows mit 96,4 %, im Dezember 2006 immer noch mit 93,86 %; aktuell ist Windows auf seinen historischen Tiefstand von 89,62 % gefallen. Zu Jahresbeginn 2008 war der Windows-Anteil bereits auf 91,5 % gesunken.
Der große Gewinner ist laut Net Applications Mac OS X mit einem aktuellen Marktanteil von 8,87 %, gestiegen von rund 5,4 % vor zwei Jahren. Diesen Trend zu Lasten von Windows bestätigen aktuelle Zahlen von europäischen Marktforschern; hiernach beflügeln vor allem die trendigen Netbooks die Zuwächse für Linux.
Auch bei den Webbrowsern sind die Zeiten der Dominanz von Microsofts Internet Explorer vorbei: Der freie Browser Firefox konnte den Statistiken zufolge zum ersten Mal seinen Marktanteil von 20 % über einen gesamten Monat hinweg behaupten. (Britta Wülfing/hge)
Linux-Community in neuem Glanz
Das Linux-Portal Linux-Community [1] bietet nach seinem Relaunch Anfang Dezember nicht nur eine neue Optik, sondern auch neue Inhalte (wie z. B. das Heftarchiv von EasyLinux und unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser [2]) und neue Features (wie etwa die Möglichkeit für jeden Benutzer, ein eigenes Blog zu pflegen). Auch die aktuellsten Beiträge der EasyLinux-Mailinglisten landen jetzt auf der Startseite des Portals.
Eine ausführliche Vorstellung der frisch renovierten Linux-Community finden Sie im Artikel ab Seite 22.
(Hans-Georg Eßer/hge)
Spiel: Penumbra – Requiem
Spielehersteller Frictional Games [1] hat mit “Penumbra: Requiem” [2] ein Zusatzpaket für das Horror-Adventure “Penumbra: Black Plague” veröffentlicht. Im Gegensatz zum Hauptspiel, das mit einer spannenden und beklemmenden Handlung aufwarten konnte, besteht die Erweiterung im Wesentlichen aus einer Ansammlung von Rätseln, die es in insgesamt neun Leveln zu lösen gilt. Requiem orientiert sich damit mehr an Spielen wie Portal [3] als an richtigen Adventures.
Die dünne Handlung beginnt dort, wo die von Black Plague endet: Protagonist Philip erhält von einem Unbekannten einen Schlag auf den Hinterkopf und wacht in einer Art Grabkammer mit mehreren Zimmern auf. Der Spieler erhält nun die Aufgabe, den Helden aus seinem Gefängnis zu befreien. Ähnlich wie in einem Actionspiel steuert er Philip aus der Ich-Perspektive durch eine düstere 3D-Welt. Deren Grafik will Frictional Games noch einmal wesentlich aufpoliert haben. Hier sollte man jedoch keine Wunder erwarten: Schon das Hauptprogramm wirkte optisch altbacken und blieb hinter dem aktuellen Stand der Technik zurück. Des Weiteren müssen Linux-Spieler auf eine deutsche Fassung verzichten, bislang gibt es nur eine englische Version.
Linux-Nutzern bietet Frictional Games alle drei bisher veröffentlichten Teile der Penumbra-Reihe als Sammlung für 35 Dollar an. Die Erweiterung “Penumbra: Requiem” kostet alleine knapp 10 Dollar. (Tim Schürmann/hge)
[1]http://www.frictionalgames.com/
Ubuntu betreibt Heldenverehrung
Eine frisch gegründete “Hall of Fame” [1] soll besonders aktive freiwillige Helfer von Ubuntu ehren. Die Idee stammt von Ubuntus Community-Manager Jono Bacon, der sie zusammen mit den Ubuntu-Entwicklern Daniel Holbach, Graham Binns and James Westby ausbrütete.
Zwar verfolge man, so Bacon in seinem Blog [2], die Beiträge dieser “Rockstars” zur Ubuntu-Entwicklung mit großem Enthusiasmus, allerdings finde man die Zahlen und Statistiken nur verstreut über zahlreiche Webseiten. Zudem gäbe es wichtige Leute, deren Beiträge sich nicht in Statistiken niederschlagen würden.
Das wolle man nun mit der Hall of Fame ändern. Die hebt etwa im Bereich “Featured Contributor” eine Person besonders hervor; ein Belgleittext zählt ihre Beiträge zu Ubuntu auf und gibt ein paar private Hintergrundinformationen. Darunter listet die Hall of Fame diverse Statistiken auf: Diese zeigen unter anderem die fleißigsten Übersetzer.
An sich eine gute Idee, schließlich ist Anerkennung die einzige Währung vieler Entwickler. Einen kleinen Schönheitsfehler hat das Ganze aber noch: Das Design der Webseite spielt – zumindest im Firefox 2.0 – noch etwas verrückt. (Kristian Kißling/hge)
Flash-Player für 64-Bit-Linux
Das Warten hat ein Ende: Auf Adobes Downloadseiten gibt es eine erste Alpha-Version des Flashplayer 10 für 64-Bit-Rechner – und zwar ausschließlich für Linux [1]. Adobe reagiert damit auf den konstanten Druck von 64-Bit-Linux-Anwendern, denn die 64-Bit-Versionen für Windows und Max OS folgen erst später. Linux-User beschweren sich seit geraumer Zeit darüber, dass sie Hilfslösungen wie Nspluginwrapper einsetzen müssen, um Flash-Filmchen anzusehen.
Adobe selbst betrachtet die Aktion als “weiteren Schritt auf dem Weg, plattformübergreifende Kompatibilität des Flashplayer zu erreichen”, wie es die Ankündigung der Alpha-Version formuliert [2].
Das Plugin trägt den Codenamen “Astro”, eine eigene FAQ klärt Fragen rund um den Einsatz des Players. Darin steht unter anderem, dass die Entwickler in einem der nächsten Major-Releases mit der finalen Version des Players rechnen. Getestet wurde die Version übrigens mit Ubuntu 8 und OpenSuse 11 unter Firefox 3.0. (Kristian Kißling/hge)
[1]http://download.macromedia.com/pub/labs/flashplayer10/libflashplayer-10.0.d20.7.linux-x86_64.so.tar.gz
KDE 4.1.3: Bugfixes, Verbesserungen und mehr Tempo
Die KDE-Community hat die unter dem Codenamen “Change” geführte Release 4.1.3 des Desktops veröffentlicht. Im Vordergrund des Updates stehen Fehlerbeseitigung und Produktpflege. In diesem Sinne hat der Dateimanager Dolphin zwei Absturzursachen weniger, und die HTML-Rendering-Engine KHTML erfuhr eine ganze Reihe von Überarbeitungen. Gleiches gilt für den Instant-Messenger Kopete und eine stattliche Reihe weiterer KDE-Anwendungen.
Gleichzeitig waren die Übersetzter fleißig und haben neue Lokalisierungen fertiggestellt. Das Changelog [1] zählt die Neuerungen auf. Ein komplettes Verzeichnis der Änderungen ist im Versionskontrollsystem [2] von KDE hinterlegt. Auf der KDE-Info-Seite [3] gibt es die Pakete und Installationshinweise.
(Ulrich Bantle/hge)
[1]http://www.kde.org/announcements/changelogs/changelog4_1_2to4_1_3.php
[2]http://www.kde.org/announcements/changelogs/4_1_3/kdelibs.txt
Freie Nvidia-Treiber in Ubuntu 9.04
Die in mehreren Jahren zäher Arbeit durch Reverse Engineering entwickelten freien Nouveau-Treiber für Nvidia-Grafikkarten sollen im Repository der nächsten Ubuntu-Version 9.04 landen – eine Meldung auf der Ubuntu-Entwicklerliste [1] verkündet zumindest, dass die Treiber jetzt den Status “akzeptiert” haben.
Ubuntu-Benutzer, die sich mit den proprietären Nvidia-Treibern nicht anfreunden können und denen die Standard-xf86-nv-Treiber nicht genügend Features aufweisen, bekommen so eine weitere – über das Repository einfach zu installierende – Alternative.
Nouveau [2] kann mit Grafikchips von Nvidia aus den Riva-, Geforce- und Quattro-Serien umgehen. Zum Standardtreiber dürfte es Nouveau aber nicht bringen, denn die Software hat das Entwicklungsstadium noch nicht verlassen. Ubuntu bietet bereits jetzt Nouveau-Pakete an [3]. (Ulrich Bantle/hge)
[1]https://lists.ubuntu.com/archives/jaunty-changes/2008-December/001641.html
[2]http://nouveau.freedesktop.org/wiki/
[3]http://packages.ubuntu.com/jaunty/xserver-xorg-video-nouveau






