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Do it yourself

Hinter den Kulissen

Alternative Ansätze

Das Prinzip, die Konfiguration von Programmen in möglichst kleine und überschaubare Dateien aufzuteilen, kommt vor allem Systemadministratoren entgegen, die mit einem Texteditor direkt an den Dateien arbeiten. Desktop-Benutzern fällt der Umgang damit dagegen schwer, für sie ist es einfacher, Programme und Systemeinstellungen an einem zentralen Ort, wie beispielsweise dem KDE-Kontrollzentrum festzulegen.

Deshalb gibt es verschiedene Ansätze, die Vorteile beider Paradigmen zu vereinen. Für KDE bildet das Kontrollzentrum einen Anlaufpunkt, Einstellungen zentral und grafisch zu ändern. Allerdings wächst mit der Zahl der Features auch die Komplexität, und so wirkt das Programm für Einsteiger oft unübersichtlich.

Die Gnome-Oberfläche setzt dagegen auf eine Vielzahl grafischer Programme, die sich jeweils auf einen Aspekt der System- und Oberflächenkonfiguration spezialisieren. Um die Werkzeuge übersichtlich zu halten, nehmen ihre Dialoge nur die wichtigsten Funktionen auf. Die dabei unter den Tisch fallenden Optionen soll das GConf-System auffangen: Seinen Mittelpunkt bildet der GConf-Editor (Abbildung 3), der ähnlich wie das KDE-Kontrollzentrum die Gnome-Komponenten zentral konfiguriert und den Benutzer alle Optionen bearbeiten lässt.

Abbildung 3: Der GConf-Editor zeigt alle Optionen des Gnome-Desktops und seiner Anwendungen an.

Den Speicherort und den Aufbau von Konfigurationsdateien zu kennen, hilft auch unerfahrenen Nutzern dabei, sich Einblick in die Funktionsweise des Systems zu verschaffen. Weiß man erst, wo sich die Einstellungen einer problematischen Anwendung verbergen, führt das vorsichtige Bearbeiten oder Umbenennen aus mancher Klemme heraus. Bei den meisten textbasierten Programmen, die keinen grafischen Einstellungsdialog mitbringen, finden Sie in der Manpage Hinweise, welche Werte Sie in die Konfigurationsdatei eintragen dürfen.

Glossar

Filesystem Hierarchy Standard (FHS)

(deutsch: Standard für die Hierarchie des Dateisystems) Der FHS legt fest, welche Verzeichnisse ein Betriebssystem haben muss und darf, und weist darin den Dateien abhängig von ihren Typen Plätze zu.

X-Server

Er koordiniert Ein- und Ausgabegeräte wie Maus, Tastatur, Grafikkarte und Bildschirm, um eine grundlegende grafische Funktionalität bereitzustellen, auf deren Basis beispielsweise die KDE-Oberfläche ihre Desktop-Umgebung aufbaut.

Home-Verzeichnis

Jeder Benutzer eines Mehrbenutzersystems wie Linux verfügt mit einem Ordner unterhalb des Verzeichnisses /home über seinen persönlichen Ordner, in dem er alle Rechte zum Lesen, Verändern, Löschen und Erstellen von Dateien und Verzeichnissen hat.

Punktdateien

(englisch: Dot Files) Dieser Begriff bezeichnet alle Dateien mit einem führenden Punkt im Namen. Sie heißen auch versteckte Dateien, weil sie in der Verzeichnisübersicht mit ls nur auf Anforderung auftauchen. Es handelt sich dabei oft um persönliche Konfigurationsdateien im Home-Verzeichnis, man kann aber auch jede andere Datei durch einen führenden Punkt im Namen zu einer versteckten Datei machen.

Infos

[1] Linux File System Hierarchy: http://www.tldp.org/LDP/Linux-Filesystem-Hierarchy/html

[2] "locate"-Artikel: Christian Baun, "Spürnasen", LinuxUser 05/2005, S. 88 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/05/088-find/index.html

[3] Artikel zum Suchwerkzeug "find": Elisabeth Bauer, "Meisterdetektiv", EasyLinux 01/2004, S. 72 f., http://www.easylinux.de/2004/01/072-find/

[4] Artikel über "xpdf": Andrea Müller, "PDF-Express", EasyLinux 12/2005, S. 46 f.

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