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Do it yourself

Hinter den Kulissen

KDE

Eine komplexe Desktop-Umgebung wie KDE besteht aus vielen Komponenten, deren Konfigurationen sich gegenseitig beeinflussen. So wirkt sich die Änderung des KDE-Themes auf alle KDE-Anwendungen aus, ohne dass Sie deren Fensterdekoration und Farbschema einzeln neu einstellen müssen. Diese Struktur spiegelt auch der Aufbau der KDE-Konfiguration wider. Die persönlichen Anpassungen der Benutzer befinden sich im Ordner .kde im Home-Verzeichnis.

Das KDE-Konfigurationsverzeichnis enthält nicht nur einzelne Dateien, sondern eine vorgegebene Verzeichnisstruktur. So gibt es unter .kde unter anderem den Ordner Autostart: Hier abgelegte Skripte und Programmverknüpfungen startet KDE automatisch. share enthält sowohl die Konfigurationsdateien der Programme (im Unterordner config) als auch Daten wie selbst heruntergeladene Hintergrundbilder und Themes, und einige Anwendungen speichern dort Benutzerdaten. So finden Sie beispielsweise unter .kde/share/apps/kabc die Kontaktdateien des KDE-Adressbuchs.

Auch hier gilt, dass der Anwender mit diesen Dateien im Idealfall keinen direkten Kontakt hat, sondern sie im KDE-Kontrollzentrum oder direkt über die Einstellungsdialoge der jeweiligen Anwendung verändert. Für erfahrene Benutzer spricht allerdings nichts dagegen, in einer Konfigurationsdatei per Texteditor einzelne Werte direkt zu manipulieren. Außerdem ist es häufig sinnvoll, vor der Änderung wichtiger Einstellungen Sicherheitskopien der entsprechenden Dateien anzulegen, um die bestehende Konfiguration danach wiederherstellen zu können.

Notbremse

Fehlerhafte Konfigurationsdateien können dazu führen, dass ein Programm nicht mehr startet, wodurch es unmöglich wird, die Einstellungen auf dem vorgesehenen Weg über den grafischen Dialog wieder auf gültige Werte zurückzusetzen. Das kann beispielsweise nach Updates passieren, wenn sich Aufbau oder Inhalt der Konfiguration in einer neuen Programmversion geändert haben und die Entwickler übersehen haben, dass die Anwendung trotzdem noch auf alte Einstellungsdateien stoßen kann. Fehlerhafte Programme geben Benutzern gar die Möglichkeit, sie so zu konfigurieren, dass sie anschließend nicht mehr starten.

In diesem Fall ist es möglich, die entsprechende Konfigurationsdatei zu löschen oder an einen anderen Platz zu verschieben, um zur Standardkonfiguration zurückzukehren. Allerdings sollte man diese Möglichkeit nur im Notfall nutzen, denn sämtliche persönliche Einstellungen gehen dadurch verloren. Das kann beim Mailprogramm beispielsweise dazu führen, dass Sie alle Konten neu anlegen müssen.

Ein leider recht häufiger Fall, in dem derart radikale Maßnahmen das einzige Mittel bleiben, sind Aktualisierungen des kompletten Systems oder zumindest der Desktop-Oberfläche. In der Vergangenheit verweigerte KDE häufig den Start, wenn es auf alte Konfigurationsdateien stieß, mit denen es nicht umgehen konnte; insbesondere bei Updates, die eine oder mehrere KDE-Versionen übersprungen haben. Solche Schwierigkeiten behebt oft das Umbenennen von .kde/ im Home-Verzeichnis – es sei aber nochmals darauf hingewiesen, dass damit auch sämtliche persönlichen Einstellungen verloren gehen. Neuere KDE-Versionen speichern unterhalb von .kde auch die Mails des Benutzers, so dass Sie dieses Verzeichnis auf keinen Fall einfach löschen sollten, selbst wenn KDE nach einem Update nicht mehr startet. Nach dem Umbenennen des Ordners hat KMail zwar erst einmal keinen Zugriff mehr auf die gespeicherten Nachrichten, es ist aber zumindest möglich, den Ordner .kde_umbenannt/share/apps/kmail/mail nachträglich wieder nach .kde/share/apps/kmail/mail zu kopieren oder die Mails über Datei / Nachricht importieren wieder einzulesen. Dafür gilt es, im Importdialog die Option Importieren von E-Mails und Ordnerlisten aus KMail zu wählen und im folgenden Dialog den Speicherordner mit den alten Mails zu markieren. Versteckte Dateien zeigen Sie in diesem Dateiauswahldialog mit [F8] an.

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