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Virtuelle Welten

Windows 7 unter Linux – und umgekehrt

Fremdkörper

Um eine weitere virtuelle Maschine für Linux einzurichten, rufen Sie im Startmenü hinter Alle Programme den Punkt Windows Virtual PC | Windows Virtual PC auf. Daraufhin erscheint ein recht karges Fenster, in dessen Symbolleiste Sie den Punkt Virtuellen Computer erstellen anklicken (er versteckt sich eventuell hinter den Doppelpfeilen). Es meldet sich ein Assistent, in dem Sie zunächst der virtuellen Maschine im oberen Feld einen Namen verpassen (Abbildung 12).

Abbildung 12: Der Assistent von VirtualPC zum Anlegen neuer virtueller Maschinen ähnelt dem von Virtualbox.

Den Speicherort belassen Sie auf der Vorgabe. Nach einem Klick auf Weiter stellen Sie den Arbeitsspeicher ein, den Sie an das Linux-System abtreten möchten. Die maximal mögliche Obergrenze nennt der Assistent im Text darunter. Das Kästchen für die Netzwerkverbindung lassen Sie aktiviert. Wieder geht es einen Schirm Weiter, wo Sie im obersten Feld einen Dateinamen für die virtuelle Festplatte eintippen (Abbildung 13). Standardmäßig erstellt der Assistent ein mitwachsendes Festplattenimage. Per Durchsuchen dürfen Sie noch einen Speicherort auswählen. Eine echte Festplatte dürfen Sie in VirtualPC anders als in Virtualbox nicht nutzen.

Abbildung 13: In den Einstellungen von VirtualPC wählt man die Netzwerkkarte und das zu nutzende CD- beziehungsweise DVD-Laufwerk aus.

Lassen Sie das Programm jetzt die virtuelle Maschine Erstellen. Sie erscheint damit im bereits bekannten Fenster, wo Sie sie mit der rechten Maustaste anklicken und dann Einstellungen wählen. Markieren Sie auf der linken Seite Netzwerk und stellen rechts in der Ausklappliste neben Adapter 1 sicher, dass dort Ihre Netzwerkkarte erscheint. Sofern Sie über ein anderes Gerät ins Internet gehen und dieses nicht in der Liste auftaucht, wählen Gemeinsam genutztes Netzwerk (NAT). Das stellt sicher, dass Linux gleich eine Verbindung ins Internet erhält.

Sofern Sie mehrere CD- beziehungsweise DVD-Laufwerke besitzen oder Ihre Linux-Distribution als ISO-Image vorliegt, wählen Sie noch in der linken Liste DVD-Laufwerk aus und klicken auf der rechten Seite aus der Ausklappliste das von der virtuellen Maschine zu nutzende Gerät an. Um eine ISO-Datei einzubinden, markieren Sie Ein ISO-Abbild öffnen und wählen die Datei per Durchsuchen aus. Schließen Sie das Fenster per OK.

TIPP

Die Einstellungen der virtuellen Maschine erreichen Sie in VirtualPC auch über das Menü Extras | Einstellungen....

Die fertige virtuelle Maschine starten Sie schließlich mit einem Doppelklick (Abbildung 14). Genau wie Virtualbox fängt auch sie den Mauszeiger ein. Um ihn später wieder zu erhalten, drücken Sie [Strg]+[Alt]+[Pfeil-links]. Die Spezialtreiber, die Virtualbox als "Gasterweiterungen" bezeichnet und VirtualPC "Integrationskomponenten" nennt, liegen nur für Windows vor. Betreibt man Linux als Gast, muss man folglich mit dem gefangenen Mauszeiger und allen weiteren Einschränkungen leben.

Abbildung 14: Ubuntu 9.10 läuft hier in einer virtuellen Maschine unter Windows 7 – wenn auch nicht immer stabil.

Fazit

Dank Virtualbox lässt sich schnell ein zweites Betriebssystem parallel nutzen, sei es Windows 7 unter Linux oder umgekehrt. Die Gasterweiterungen integrieren das fremde System sogar fast nahtlos in seinen Wirt.

Der XP-Modus von Windows 7 ist zwar nicht offiziell für Linux gedacht, das freie Betriebssystem läuft aber dennoch darin. In unseren Tests verhielten sich manche Distributionen allerdings etwas zickig: Unter Ubuntu 9.10 etwa gab es immer wieder Grafikfehler, einige Systemdienste stürzten ab. Wichtige Daten sollten Sie daher einem unter VirtualPC laufenden Linux besser nicht anvertrauen.

3D-Beschleunigung

Virtualbox und der XP-Modus bieten derzeit nur eine rudimentäre beziehungsweise gar keine Unterstützung für 3D-Grafik. Zwar laufen unter Virtualbox durchaus auch Compiz und Co., für Spiele reicht die Leistung jedoch nicht aus. Zudem muss man insbesondere unter Linux immer wieder mit Grafikfehlern rechnen. Daher deaktiviert Virtualbox standardmäßig die 3D-Unterstützung. Um sie einzuschalten, markieren Sie im Hauptfenster den Punkt Anzeige, schieben den Regler nach ganz rechts auf 128 MByte und kreuzen 3D-Beschleunigung aktivieren an. Anschließend installieren Sie die Gasterweiterungen, wobei Sie den Einrichtungsassistenten unter Windows auch noch die DirectX3D-Unterstützung einspielen lassen.

Infos

[1] Virtualbox: http://www.virtualbox.org

[2] Testprogramm für den XP-Modus: http://tinyurl.com/lu1002-xpmode

[3] VirtualPC für Windows 7: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=159845

[4] Virtualisierung und Emulatoren: Tim Schürmann, "Die Puppe in der Puppe", LinuxUser 06/2007, S. 28, http://www.linux-community.de/artikel/12686/

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Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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