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Stark und schnell

Grafiken betrachten mit Qiv

01.11.2007 Wer schnell ist, verfügt nicht unbedingt über nennenswerte Stärke. Beim Bildbetrachter Qiv verhält sich das anders: Er legt ein rasantes Arbeitstempo vor und punktet zusätzlich mit starken Funktionen. Wir haben uns den vitalen Viewer genauer angeschaut.

Der Name des Programms steht als Akronym für seine herausragende Eigenschaft: Der Quick Image Viewer, kurz Qiv, glänzt vor allem als rasanter Bildbetrachter. Bei aller Schnelligkeit und Schlankheit überzeugt er durch eine Reihe von Fähigkeiten, die mit Standardprogrammen, wie ImageMagick und Xv, locker mithalten. So beherrscht Qiv unter anderem das Darstellen von transparenten Bildern sowie Zoom, Helligkeits- und Kontrastkorrektur, Fullscreen, das Auslesen von Dateilisten oder das Ausführen externer Programme.

Installation des Image Viewers

Wer Ubuntu "Feisty Fawn" benutzt, tippt lediglich das Kommando sudo apt-get install qiv in die Shell, um den Bildbetrachter aus dem Repository universe zu installieren. Anwender anderer Distributionen finden auf der Website des Image Viewers [1] neben dem Quellcode verschiedene, bereits vorkompilierte Pakete, die sich mit aktuellen Versionen hauptsächlich an Debian-Anwender richten.

Die Installation aus den Quellen ist zügig erledigt. Allerdings benötigen Sie für das Kompilieren von Qiv die Imlib- und Gtk-Bibliotheken, die ebenfalls in der Download-Sektion verlinkt sind [2]. Da bei den meisten Distributoren sowohl Imlib als auch GDK/Gtk zur Standardausstattung gehört, können Sie die erforderlichen Dateien jedoch auch mit dem Paketmanager Ihrer Distribution nachinstallieren. Sobald Sie alle notwendigen Libraries installiert haben, öffnen Sie den Tarball mit dem Viewer und wechseln in das neu entstandene Verzeichnis:

$ tar xvzf qiv-2.0-src.tgz
$ cd qiv-2.0/

Um Qiv systemweit zu installieren, tippen Sie als root den Befehl make install in die Kommandozeile. Standardmäßig landet das Programm im Verzeichnispfad unter /usr/local. Falls Sie einen anderen Ort bevorzugen, öffnen Sie die Datei Makefile im Verzeichnis mit Ihrem Texteditor. Dort passen Sie die erste Zeile PREFIX = /usr/local Ihren Wünschen entsprechend an.

Kommandozeilenoptionen

Sobald der Bildbetrachter seinen Platz in Ihrem System gefunden hat, können Sie loslegen. Das Programm bietet Ihnen nach dem Start von der Kommandozeile zahlreiche Optionen. Ganz schnörkellos starten Sie Qiv zusammen mit einer Bilddatei.

$ qiv Bild.png

Das Programm nimmt beim Start auch mehrere Dateien als Argumente entgegen. Im folgenden Beispiel öffnet der Bildbetrachter beim Start alle Dateien mit dem Suffix .png sowie die Image-Dateien out.jpeg und shot.gif:

$ qiv *.png out.jpeg shot.gif

Das Bedienkonzept in der Bildansicht über die Tastatur erfordert etwas Gewöhnung: Zwischen den Bildern schalten Sie mit [Leertaste] und [Rückschritt] hin und her. Für die Navigation stehen Ihnen, wie gewohnt, aber auch die Maustasten sowie das Scrollrad zur Verfügung. Möchten Sie den Image Viewer beenden, drücken Sie [Q]. Oder Sie drücken, falls Sie sich in einem Bildfenster befinden, [Alt]+[F4], um das Fenster zu schließen und zur Eingabezeile in der Konsole zurückzukehren.

Um nun zum Beispiel sämtliche Bilddateien durchzublättern, die im PNG-Format im aktuellen Verzeichnis einschließlich der Unterverzeichnisse liegen, kommt die so genannte Kommandosubstitution gerade recht. Das verschachtelte Kommando für dieses Beispiel sieht so aus:

$ qiv $(find . -name '*.png')

Hier wertet die Shell zuerst die Arbeit des Programms Find aus [3] und übergibt die Ergebnisse an Qiv. Aber es geht noch besser. Versuchen Sie mal die folgende Funktion:

$ qiv -F bilder.txt

Die Textdatei bilder.txt enthält eine in Zeilen sortierte Liste von Grafiken mit Pfadangabe und sieht beispielsweise so aus:

$ cat bilder.txt
/home/akneib/stories/Bahamas.png
/home/akneib/artikel/slrn/slrn1.png
/home/akneib/artikel/slrn/slrnface.png
[…]

Durch die Option -F liest der Viewer die Liste in der Datei (engl. "file") und zeigt die Bilder an. Fügen Sie die Option -s hinzu, packt das Programm alle aufgelisteten Grafiken zusätzlich in eine Diashow:

$ qiv -s -F bilder.txt

Den Rhythmus des Bildwechsels legen Sie mit dem Parameter -d fest. Ein -d 2 beispielsweise sorgt alle zwei Sekunden für einen Bildwechsel. Kürzere Zeiten im Bruchteilbereich einer Sekunde sind ebenfalls möglich, wenngleich nicht unbedingt sinnvoll:

$ qiv -s -d 0.5 -F bilder.txt

Möchten Sie Ihre Grafiken und Fotos Bildschirm füllend sehen, geben Sie Qiv die Einstellung -f für den Vollbildmodus mit auf den Weg. Der Parameter eignet sich auch außerhalb einer Slideshow für die Anzeige einzelner Bilder:

$ qiv -f -s -d 2 -F bilder.txt

Interessant ist zudem der Umgang mit transparenten Bildern, in denen nur das Motiv zu sehen ist, nicht aber der Hintergrund (Abbildung 1). Um solche Fotos darzustellen, verwenden Sie den Parameter -p:

$ qiv -p angel_transparent.png

Abbildung 1: Der Quick Image Viewer stellt problemlos auch transparente Bilder in guter Qualität dar.

Bei dieser Gelegenheit sehen Sie im unteren Bereich der Grafik die Statuszeile (Abbildung 2). Die Leiste versorgt Sie mit Informationen, die vom Namen der dargestellten Datei, über deren Länge und Höhe, bis hin zum Zoomfaktor sowie den Einstellungen von Helligkeit und Kontrast reichen. Mit der Option -i schalten Sie die Statuszeile beim Start des Tools ein oder aus.

Abbildung 2: Die Statuszeile von Qiv liefert wichtige Informationen zum Bild.

Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus der Fülle von Funktionen, die Qiv bietet. Die wichtigsten Parameter für Ihre Bilderarbeiten finden Sie in der Tabelle "Kommandozeilenparameter".

Kommandozeilenparameter

Parameter

Funktion

-F Grafikdateien aus Textdatei lesen
-W Faktor Zoomfaktor Faktor definieren
-m Maximale Bildgröße bei richtigem Seitenverhältnis
-t Bilder, die größer als der Bildschirm sind, verkleinern
-f Fullscreen einschalten
-s Slideshow starten
-d Sekunden Bilderwechsel bei Slideshow in Sekunden Sekunden
-I Statuszeile an
-i Statuszeile aus
-p Bildtransparenz erlauben
-b Faktor Helligkeitsfaktor von -32 bis 32
-g Faktor Gammafaktor von -32 bis 32
-c Faktor Kontrast von -32 bis 32
-h Hilfe
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LinuxUser 06/2012

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