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Duell virtuell

Virtualisierungslösungen im Vergleich

VMware Server 1.0.2

Die Server-Version stellt VMware [4] kostenlos zum Download [6] bereit. Anders als der Name suggeriert macht VMware Server auf auf dem heimischen PC durchaus eine gute Figur. Die Einschränkungen in der Lizenz, die etwa Grid-Computing oder das Vermieten oder Verkaufen von auf dem Server basierenden Diensten verbieten, stören den Privatanwender normalerweise nicht. Wie die Workstation bietet VMware auch den Server sowohl als Tarball mit Installer wie auch als RPM-Paket an. Um die Software zu nutzen, muss sich der Anwender registrieren und erhält im Gegenzug eine Seriennummer zum Betrieb.

Beim Start des VMware Server öffnet sich zunächst ein Verbindungsmanager, mit dem Sie Server sowohl lokal als auch remote starten und administrieren. Diese Option erweitert noch die Fähigkeit, sowohl am Host als auch am Remote-Client angeschlossene CD/DVD-Laufwerke in die virtuelle Maschine einzubinden. Auf den ersten Blick gleichen sich sowohl die Oberflächen als auch die Konfigurationsfenster von Server und Workstation wie ein Ei dem anderen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Optisch ist der Server von der Workstation aus gleichem Hause zwar kaum zu unterscheiden, technisch hinken seine Möglichkeiten jedoch weit hinterher.

Nur kleine optische Unterschiede, etwa der Menüeintrag Host, der den Verbindungsmanager öffnet, verraten den Server. Anders sieht es technisch aus: Hier wirkt der Server eher wie die Schmalspurversion der Workstation. So fehlen unter anderem die USB 2.0-Unterstützung und die Shared Folder. Die Snapshot-Funktion beschränkt sich auf einen einzelnen Wiederherstellungspunkt. Dafür wartet die Software mit zusätzlichen Funktionen auf, wie etwa der Bedienung über die Kommandozeile, die im Desktopbetrieb jedoch kaum gefragt sind.

Sowohl die Installation von Opensuse 10.2 als auch von Vista verlaufen problemlos. Für beide Systeme stellt die Software die passenden Guest-Addons bereit. Unter Vista müssen Sie diese auch zwangsläufig installieren, da anderenfalls das Netzwerk nicht funktioniert.

Die Software stellt kaum Möglichkeiten bereit, Dateien zwischen Gast und Wirt zu transferieren. Zwar gestattet der Server wie auch die Workstation das Einbinden von Festplatten und Partitionen des Wirts in den Gastsystemen, der Datentausch verläuft jedoch nicht zuverlässig. Auch der Umweg über USB-Datenträger funktionierte mangels USB-Unterstützung im Testaufbau nicht. Die Drag&Drop-Funktion der Workstation fehlt ebenfalls. Als einziger Ausweg bleiben zum Datentransfer Netzwerkdienste wie wie FTP, HTTP oder SMB.

Anders als der Name vermuten lässt, eignet sich der kostenlose VMware Server durchaus auch für den Desktopbetrieb. Der Leistungsumfang reicht zwar nicht annähernd an den der Workstation heran, steht gegen jeden der anderen Produkte im Testfeld aber durchaus nicht zurück.

VMware Server: PlusMinus

+ Kostenlos

+ Übersichtliche Bedienung

– Keine Shared Folder

– Nur ein Snapshot möglich

VirtualBox 1.3.99 beta

Als Newcomer auf dem Virtualisierungsmarkt bietet Innotek [7] seit Januar dieses Jahres die Virtualisierungslösung VirtualBox [8] kostenlos zum Download an. Sowohl die private als auch die kommerzielle Nutzung der unter einer Closed-Source-Lizenz stehenden Software ist frei. Neben der getesteten Version bietet Innotek auch noch eine der GPL unterstehende Variante von VirtualBox an, die jedoch aus lizenztechnischen Gründen einige Features nicht bietet, wie etwa den Support für USB, Shared Folder und Fernzugriff via RDP.

Zur Installation von Virtualbox stehen Pakete in den Formaten RPM und DEB sowie ein binärer Installer zur Auswahl. Nach dem Einrichten der Software gilt es, der Gruppe vboxusers diejenigen Benutzerkonten hinzuzufügen, die VirtualBox bedienen dürfen. Andernfalls erscheint beim Start virtueller Maschinen eine entsprechende Fehlermeldung. Nur ein Indiz, das sich im weiteren Test bestätigt: Anders als bei den anderen Testeilnehmern wartet die Software mit einigen Ecken und Kanten auf, die einen Blick in das umfangreiche Handbuch unabdingbar machen. Sie finden das Manual im Verzeichnis /opt/VirtualBox-1.3.99.

Bei der Gestaltung der Oberfläche haben die Entwickler dagegen ganze Arbeit geleistet. Kein anderer Testteilnehmer bietet derart übersichtlich aufgebaute Konfigurationsfenster. Bestes Beispiel: Der Manager für virtuelle Laufwerke (Abbildung 5), mit dem Sie sämtliche virtuellen Festplatten, ISO-Images und Floppy-Abbilder aller Gastsysteme verwalten.

Abbildung 5: Die durchdachteste Lösung zum Verwalten virtueller Laufwerke bringt VirtualBox mit dem Manager für virtuelle Laufwerke.

Auch die Snapshot-Verwaltung, die eine beliebige Anzahl von Sicherungspunkten zulässt, offenbart auf einen Blick alle wichtigen Informationen. Unabhängig von der grafischen Oberfläche bedienen Sie die Software über die Kommandozeile oder ein anderes Frontend. Zum Einstellen des Speichers der virtuellen Grafikkarte (maximal 128 MByte) enthält die grafische Oberfläche einen Schieberegler.

Die Installation der Gastsysteme verläuft ohne Zwischenfälle. Allerdings fehlen für Windows Vista die Netzwerkkartentreiber, die auch die Guest-Addons nicht enthalten. Erst ein Blick ins Handbuch verrät, wo Sie die Treiber herunterladen [9] und wie Sie diese einbinden. Um die Gäste auch über das Netzwerk zu erreichen, erlaubt VirtualBox den Zugriff via RDP, der auch den Kontakt mit üblichen Remote-Controllern wie Krd ermöglicht. Die USB-over-RDP-Unterstützung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, am entfernten Rechner angeschlossene USB-Geräte in den Gast zu integrieren.

Neben den eigenen Formaten unterstützt VirtualBox virtuelle Festplatten von VMware. Der Start eines unter VMware erstellten Systems misslang jedoch, weswegen sich die Funktion lediglich auf gemeinsame Datenpartition beschränkt.

Zwar bietet VirtualBox Unterstützung für Shared-Folder an. im Test war es jedoch unter Vista nicht möglich, diese so einzubinden, dass sie im Verzeichnisbaum des Datei-Explorers erschienen. Kurioserweise war ein Zugriff über die Command-Shell jedoch möglich. Auch die Copy&Paste-Funktion zwischen Gast und Wirt, die laut Hersteller zum Funktionsumfang der Software gehört, funktionierte nicht. Da die Software weder das Einbinden von Wirtspartitionen erlaubte, noch der USB-Support im Testszenario funktionierte, beschränkte sich der Datenaustausch – wie schon beim VMware Server – auf generische Netzwerkdienste.

VirtualBox ist auf einem guten Weg – jedoch noch weit vom anvisierten Ziel entfernt, der VMware Workstation Paroli zu bieten. Mit dem VMware Server zieht sie allerdings gleich und überflügelt diesen sogar in einigen Belangen, beispielsweise der Snapshot-Verwaltung.

VirtualBox: PlusMinus

+ Kostenlos

+ Snapshot-Verwaltung

+ Hervorragende Datenträgerverwaltung

– Umständliche Konfiguration

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 06/2012

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