Foresight Linux 1.2 und Topologilinux 6.1.0

Aus LinuxUser 06/2007

Foresight Linux 1.2 und Topologilinux 6.1.0

Dynamisches Duo

Ob neuste Software oder originelle Konzepte: Die aktuelle DVD bietet für jeden etwas. Wir geben einen kurzen Überblick über zwei ungewöhnliche Distributionen.

Wer halbwegs auf dem Laufenden bleiben möchte in Bezug auf aktuelle Software rund um den Desktop, dem steht eine Menge Arbeit ins Haus. Schließlich liegen brandaktuelle Versionen oft nur im Quelltext vor und das heißt: Dokumentation lesen, Compiler anwerfen und abwarten. Das liegt nicht unbedingt jedermann – und genau das macht Foresight Linux [1] umso interessant (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit Foresight Linux testen Sie bequem brandaktuelle Programme, die es in dieser Kombination in kaum einer anderen Distribution gibt.

Abbildung 1: Mit Foresight Linux testen Sie bequem brandaktuelle Programme, die es in dieser Kombination in kaum einer anderen Distribution gibt.

Die Entwickler des Projektes nehmen Ihnen nämlich die Hauptarbeit ab, indem sie alle wichtigen und neuen Programme unter einer Oberfläche bündeln. Die hört in diesem Fall auf den Namen Gnome – und wie es der Zufall will, haben auch in diesem Projekt die Entwickler gerade die Major-Version 2.18 freigegeben, so dass diese in Foresight 1.2 mit einfloss.

Als Grundlage wählten die Entwickler das Conary Paketmanagement von Rpath. Es bei diesem setzen sich die Archive aus vielen einzelnen Modulen zusammen, die auch auf verteilten Servern im Netz liegen dürfen [2].

Wer mehr über die Distribution und die wichtigsten Schritte zur Konfiguration und dem richtigen Einsatz erfahren möchte, wirft am einfachsten einen Blick auf die Wiki-Seiten des Projekts [3]. Hier finden sich nützliche Howtos zu verschiedenen Aspekten des Systems.

Topologilinux

Friedliche Koexistenz heißt die Devise von Topologilinux [4]. Die Distribution mit dem ungewöhnlichen Namen basiert auf CoLinux [5], einem Ansatz zum zeitgleichen Betrieb zweier Systeme auf einem Rechner (Abbildung 2). Im Gegensatz zu virtuellen Maschinen, wie VMware, Bochs oder Virtualbox (siehe Schwerpunkt in dieser Ausgabe) verfolgt CoLinux – und somit auch Topologilinux – einen Ansatz, bei dem beide Betriebssystem den vollen Zugriff auf die Hardware haben.

Abbildung 2: Die Distribution Topologilinux setzt dank CoLinux auf friedliche Koexistenz zu Windows.

Abbildung 2: Die Distribution Topologilinux setzt dank CoLinux auf friedliche Koexistenz zu Windows.

Dieses Konzept verspricht eine bessere Performance, birgt aber selbstverständlich auch einige Risiken: Jedes System entscheidet selbst, wann es die Kontrolle an den jeweilig anderen zurückgibt. Tut es dies nicht, weil ein Prozess beispielsweise blockiert, dass steht das andere System ebenfalls.

Zudem befindet sich die gesamte Entwicklung von CoLinux derzeit in einem sehr dynamischen Prozess. Es empfiehlt sich also, kein Produktivsystem mit Topologilinux in diesem Modus aufzusetzen. Das interessante Konzept lohnt aber einen Blick.

Bevor Sie mit der Installation beginnen, gilt es einige Vorbereitungen zu treffen. Legen Sie zuerst die DVD unter Windows ein und starten Sie die Datei topologilinux-setup.exe in Root-Verzeichnis des Datenträgers. Ein Setup hilft Ihnen beim Einrichten der Konfiguration. Topologilinux später per Default im Verzeichnis C:\tlinux6 im Windows-Dateisystem. Eine detaillierte Anleitung finden Sie auf der Webseite [6]; eine FAQ [7] hilft bei verschiedenen Problemen, die im Betrieb auftreten könnten.

Bitte beachten Sie, dass die Pakete aus dem Repository Extras sich nicht auf der DVD befinden. Sie haben aber die Möglichkeit, bei einer funktionierenden Netzwerkverbindung Pakete aus dem Netz nachzuziehen.

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