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High Noon

Gemeinsam zocken mit Linux

Grafisch opulente Spiele für Linux sind äußerst rar gesät. Eine Ausnahme bilden 3D-Actionspiele, die sich in erstaunlich hoher Qualität präsentieren. Wir stellen fünf kostenlose Vertreter des Genres vor.

3D-Actionspiele im Überblick

Alien Arena: Bunte Standardkost http://./062-sso-alien/index.html

Cube & Co.: Back to the Roots http://./063-sso-cube/index.html

Nexuiz: Action im Team http://./064-sso-nexuiz/index.html

Tremulous: Optisch opulent http://./065-sso-tremulous/index.html

Warsow: Solider Comic-Charme http://./066-sso-warsow/index.html

Vorsichtig lugt der Kopf um die Ecke. Ein peitschendes Geräusch am rechten Ohr lässt ihn reflexartig zurückschnellen – der Schuss war Warnung genug. Wenige Sekunden später umschließt Dunkelheit den Protagonisten, bevor der tiefe Fall in einem rettenden Wasserbad endet.

Was wie eine Szene aus einem James-Bond-Film klingt, treibt in Wahrheit nur einem Computerspieler die Schweißperlen auf die Stirn. Seit der Einführung von Internet, Flatrate und billiger Netzwerkhardware erfreuen sich auf Mehrspielerpartien zugeschnittene Actionspiele steigender Beliebtheit. Rund um die Uhr tummeln sich im Internet Tausende Spielefreunde, die sich teilweise sogar in organisierten Teams – den so genannten Clans – zusammenschließen. An Wochenenden schleppen nicht wenige Enthusiasten ihre Computer in Turnhallen, wo sie auf LAN-Partys gemeinsam Preisgeldern nachjagen. Da verwundert es nicht, dass auch für das freie Betriebssystem gleich mehrere hochkarätige Spiele um die Gunst der zahlreichen Freizeithelden buhlen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Hochkarätig: Besonders im Bereich der Actionspiele muss sich Linux nicht verstecken: Das freie Spiel "Warsow" pflegt dabei einen comicartigen Stil.

Auskopplung

Die vorgestellten Actionspiele arbeiten alle nach dem so genannten Client- und Server-Prinzip. Dabei starten zunächst alle Teilnehmer das Spiel auf ihrem eigenen Computer. Einer der Teilnehmer ruft anschließend ein Netzwerkspiel auf. Als Spielleiter bestimmt er die zu verwendende Karte sowie einige weitere Eckdaten der Partie. Alle andere Mitspieler klinken sich anschließend über einen entsprechenden Menüpunkt in den Computer des Spielleiters – den so genannten Server – ein. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob sich letzterer im Internet oder in einem lokalen Netzwerk befindet.

Um den Server etwas zu entlasten, starten Sie das Spiel in einem speziellen Modus ohne grafische Oberfläche auf einem extra dafür abgestellten Computer, dem "Dedicated Server". Das lohnt sich aber nur bei größeren Teilnehmerzahlen.

Modus operandi

Die auf Mehrspielerpartien ausgelegten 3D-Action-Spiele bieten für gewöhnlich mehrere Spielmodi. Als Klassiker gilt das so genannte Deathmatch. Dabei gewinnt der Spieler, der als erster eine vorgegebene Anzahl tödlicher Treffer ("Frags") landet. Treten mehrere Teams gegeneinander an, so spricht man vom "Team Deathmatch". Die ebenfalls recht beliebte Variante "Last Man Standing" (auch als "King of the Hill" bekannt) krönt den einzigen Überlebenden zum Sieger. Etwas mehr Gehirnschmalz und eine wohlüberlegte Taktik verlangt eine Runde "Capture the Flag": Jedes der zwei Teams muss dabei in die Basis des jeweils anderen eindringen, die dort verstaute Fahne stehlen und sie in die eigene Heimatbasis zurückbringen. Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert der "Domination"-Modus: Anstelle der Fahnen gilt es hier jedoch, bestimmte Landmarken möglichst lange zu besetzen.

Höhle des Löwen

Sämtliche Kämpfe finden in unterschiedlich großen und teils extrem verwinkelten Arenen statt, die auch Level, Karten oder Maps heißen. Nur wer in ihnen jede Nische, jedes Versteck und jedes Waffenlager kennt, kann sie im Gefecht geschickt zu seinen Gunsten ausnutzen.

Die im Folgenden vorgestellten Actionspiele bieten dazu entsprechende Trainingsmodi gegen mehr oder weniger dumme Computergegner. Wer lieber gegen menschliche Mitspieler antritt, findet im Internet zahlreiche Gleichgesinnte. Dort betreiben Fans offene Spieleserver, über die man sich einfach in eine laufende Partie einklinkt. Die hier vorgestellten Actionspiele listen auf Wunsch alle verfügbaren Server auf und gestatten so eine bequeme Auswahl. Selbstverständlich können Sie im heimischen Netzwerk auch eine Mehrspielerpartie gegen ein paar Freunde starten.

Installation und Bedienung

Gewöhnlich entpacken Sie die heruntergeladenen Archive und rufen eine darin enthaltene ausführbare Datei auf. Am besteb installieren Sie jedoch vor dem Start die Bibliotheken libSDL, libSDL-mixer und libSDL-image, ohne die einige der hier vorgestellten Actionspiele nicht laufen.

Alle vorgestellten Actionspiele setzen auf eine so genannte Hybridsteuerung: Dabei bewegen Sie die Figur wahlweise über die Pfeiltasten oder [W],[A],[S] und [D] vor und zurück, während Sie sich mit der Maus umschauen und die Waffen sprechen lassen. Letztere wechseln Sie schnell über das Mausrad oder die Zifferntasten. Alle weiteren Bewegungen und Spezialaktionen sollten Sie im Optionsmenü vor dem Spielstart unbedingt an Ihre eigenen Gewohnheiten anpassen.

Kommentare
Sauerbraten FTW?!
Bango (unangemeldet), Mittwoch, 02. Dezember 2009 00:19:39
Ein/Ausklappen

Da ist aber was wichtiges vergessen worden, Cube2 aka. Sauerbraten. Mein persönlicher Favorit! Schnell, hektisch, schön anzusehen...


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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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