Von Fenstern und Farben
Fachbegriffe zum X-Window-System erklärt
Mainstream: AIGLX
AIGLX [6] steht für Accelerated Indirect GL X. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung des X.org-Servers, die vor allem das Fedora-Projekt unterstützt [7]. Als X-Server-Erweiterung hat AIGLX den Vorteil, sich leicht an- und abschalten zu lassen: Falls es zu Problemen mit der 3D-Darstellung kommt, arbeitet der X-Server mit AIGLX einfach über die 2D-Funktionen weiter.
AIGLX funktioniert theoretisch – wenn auch sehr langsam – auch ohne 3D-Treiber. Seit Version 7.1 bildet es einen festen Bestandteil des X.org-Servers. Benutzen Sie also zum Beispiel Ubuntu Edgy mit X.org 7.1, können Sie darauf ohne Nacharbeit einen Composite-Fenstermanager benutzen.
Das X-Window-System erlaubt OpenGL-Programmen den Zugang zur Grafikkarte auf zwei Wegen: einem direkten und einem indirekten. Der direkte Weg bedeutet, dass die OpenGL-Anwendung direkt mit der Grafikkarte kommuniziert, zum Beispiel über das Framebuffer Device[8]. AIGLX nutzt den indirekten Weg über den X-Server. Er nimmt die Anweisungen zum Zeichnen entgegen und leitet die Information an die Grafikkarte weiter. Beim indirekten Weg hat der X-Server die Möglichkeit, in die OpenGL-Befehle einzugreifen, was er beim direkten Weg nicht kann.
Die Konkurrenz: XGL
Das Gegenstück zu AIGLX bildet das XGL-Projekt von Novell [9]. Anstatt X.org um die 3D-Fähigkeiten zu erweitern, entwickelte Novell einen eigenen X-Server. Er erfüllt zwar prinzipiell die gleichen Aufgaben wie X.org, ergänzt dieses aber nicht, sondern ersetzt es [10]. XGL startet in einem X-Server ein Fenster, das per OpenGL unmittelbar mit der Grafikkarte kommuniziert. Xgl benutzt somit den direkten Weg und ist deshalb unbedingt auf eine funktionierende 3D-Beschleunigung angewiesen.
Allerdings funktioniert XGL nicht ganz unabhängig von anderen X-Servern. Für die direkte Kommunikation mit der Grafikkarte zeichnet ein Programm namens Xglx verantwortlich. Es benötigt einen aktiven X-Server, um mit OpenGL arbeiten zu können. Einen X-Server der ohne zusätzliche Hilfe über OpenGL auf die Grafikkarte zugreifen kann, hat das Projekt Xegl zum Ziel [11]. Es ist bisher allerdings nicht über den Status eines Konzepts herausgekommen.



