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Tropentraum

Traumhaftes Linux aus Brasilien

Software: Tudo completo

Der Desktop wirkt nach dem Hochfahren sehr aufgeräumt (Abbildung 2). Das untere Panel beherbergt einige der wichtigsten Applikationen, darunter das Tool Mkdistro, das Einstellungsmenü des Xfce-Windowmanagers, Firefox sowie die Textverarbeitung Abiword.

Das Anwählen des kleinen blauen Dreamlinux-Symbols links im oberen Panel oder ein Rechtsklick auf der Arbeitsoberfläche öffnet das Hauptmenü von Xfce. Alle verfügbaren Anwendungen bringt Dreamlinux systematisch gruppiert in Menüs unter. Hier finden sich neben den bereits genannten Programmen die vollständige OpenOffice-Suite, Gimp, Xara Xtreme [3], Gxine, der Mplayer, Konfigurationsprogramme für den Internetzugang via DSL-Anschluss, diverse Chat- und E-Mail-Clients sowie weitere Multimediasoftware und verschiedenes Zubehör – jeweils in topaktuellen Versionen. Durch die Integration des Emulators Wine lassen sich bei Bedarf sogar Windows-Programme wie die Bildbetrachtungssoftware Picasa anstandslos betreiben.

Abbildung 2: Nach dem Start präsentiert sich die Oberfläche von Dreamlinux aufgeräumt.

Hat man sich nach einer ersten Betrachtung entschlossen, Dreamlinux dauerhaft auf die heimische Festplatte zu packen, so startet ein Klick auf Dreamlinux Installer im Untermenü System den grafischen Installer von Morphix. Er führt den Anwender durchdacht in wenigen Schritten durch die gesamte Systemeinrichtung, wobei man teilweise zwischen text- und grafikbasierten Applikationen auswählten kann. Rund 2,5 GByte sollten auf der Festplatte noch frei sein, damit später auch noch ausreichend Platz für eigene Dateien zur Verfügung steht.

Nach der Installation folgt der erste Neustart, um das System von der Festplatte zu booten. Je nach vorhandener Hardware kann es dabei passieren, dass Dreamlinux die grafische Oberfläche in einer der Standardauflösungen XGA oder SVGA aufbaut. Schuld an diesem kleinen Manko trägt der nicht mehr aktuelle automatische X11-Konfigurator mkxf86config von Knoppix: Er erkennt zwar in der Regel die im System eingebaute Grafikkarte korrekt, trifft jedoch äußerst konservative Einstellungen für den Monitor.

In diesem Fall bieten auch die Xfce-Einstellungsmenüs keine höheren Auflösungen an, sodass es die im Verzeichnis /etc/X11 lagernde Konfigurationsdatei xorg.conf zu bearbeiten gilt. Mit dem Befehl chmod 666 xorg.conf setzen Sie als erstes Schreibrechte, um später Veränderungen an der Datei auch speichern zu können. Mit einem beliebigen Editor (wie Mousepad im Zubehörmenü von Xfce) bearbeiten Sie anschließend die xorg.conf nach.

In der Sektion Screen löschen Sie als erstes die im Unterabschnitt Display eingetragenen Werte komplett. Nun fügen Sie in Display mit der Zeile Modes "Auflösung1 " "Auflösung2 " "..." die möglichen Bildschirmauflösungen ein. Für ein UXGA-Display sieht die entsprechende Zeile folgendermaßen aus:

Modes "1600x1200" "1280x1024" "1024x768" "800x600" "640x480"

Damit diese Auflösungen beim nächsten Start des X-Servers auch alle berücksichtigt werden, tragen Sie in der Sektion Monitor0 noch die korrekten Werte für die Horizontal- (HorizSync Wert1 -Wert2 ) und Vertikalfrequenz (VertRefresh Wert1 -Wert2 ) des Bildschirms ein. Bei TFT-Displays und Notebooks genügt für VertRefresh der Wert 60, da diese generell das Bild mit 60 Hz Vertikalfrequenz aufbauen. Die korrekte Horizontalfrequenz ermitteln Sie mithilfe des Kommandozeilenprogramms gtf (siehe Kasten "X-Server einstellen").

Nach dem Speichern der modifizierten xorg.conf und einem Neustart des X-Servers erfreut Xfce den Anwender mit der höchsten verfügbaren Bildschirmauflösung. Erscheinen nun Symbole und Schriften zu klein, so passen Sie die Auflösung über die Einstellungsmenüs des Xfce-Windowmanagers Ihren Bedürfnissen an.

3D-Desktop: Fabuloso

Nach diesen Vorarbeiten wird es spannend: Dreamlinux bietet ohne umständliche Vorkonfiguration out-of-the-box einen 3D-Desktop, der die einzelnen Arbeitsoberflächen rotierend darstellt. Ein Tastendruck auf [Alt]+[1] schwenkt die aktuelle Arbeitsoberfläche verkleinernd nach hinten in den 3D-Modus.

Je nach Anzahl vorhandener virtueller Arbeitsoberflächen werden diese sodann beispielsweise als Würfel oder Hexagon dargestellt. Ein Druck auf [Alt]+[Pfeil rechts] oder [Alt]+[Pfeil links] lässt die Desktops anschließend rotieren, wobei oben im Bild die Nummer der aktuellen Oberfläche erscheint (Abbildung 3). Haben Sie die gewünschte virtuelle Oberfläche gefunden, lässt ein Druck auf [Esc] sie wieder nach vorn schwenken und den gesamten Bildschirm ausfüllen.

Der beeindruckende 3D-Desktop funktioniert dabei nicht nur – wie bei anderen Betriebssystemen wegen deren Ressourcenhungers – auf hochmoderner Hardware, sondern bereits ohne jegliche Abstriche auf Rechnern mit einer CPU-Taktfrequenz ab etwa 600 MHz und entsprechend älteren Grafikkarten.

Abbildung 3: Der 3D-Desktop von Dreamlinux funktioniert auch auf älterer Hardware ohne Abstriche.

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