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Tarnen und täuschen

Zwei Notebooks mit vorinstalliertem Linux

Teures Ubuntu

Dass man es auch anders machen kann, zeigt das vorkonfigurierte Thinkpad T60 von Hilmix [3]. Es kostet zwar gut dreimal so viel wie das MSI-Notebook, bringt aber out of the box Unterstützung für sämtliche Hardwarekomponenten mit. Hilmix liefert das Notebook im Originalzustand mit Windows XP ausgeliefert. Ubuntu liegt auf einem 1 GByte großen Memory-Stick bei. Booten Sie den Rechner von diesem, startet Dapper Drake mit dem 3D-Desktop XGL.

Auf dem Desktop finden Sie das Icon ubuntu-IBMT60-Installer, über das Sie per Doppelklick die Installationsroutine in Gang setzen. Das Hilfsprogramm verkleinert zunächst die NTFS-Partition des Rechners, legt eine neue im Ext3-Format an und kopiert dann das System vom Stick auf die Platte. Nach rund fünf Minuten können Sie Ubuntu bereits von der Festplatte booten. Über den Stick lässt sich das Notebook zudem jederzeit in den Ursprungszustand zurückversetzen.

Beim ersten Login begrüßt Sie ein Applet für den Fingerprint-Sensor (Abbildung 2). Da es Ihren Fingerabdruck noch nicht kennt, können Sie sich auch nicht damit identifizieren. Klicken Sie das Fenster deshalb einfach weg, um das Passwort einzutippen. Starten Sie danach über System | Einstellungen | bioapi das Fingerprint-Tool erneut, dann speichert es Ihren Abdruck, und Sie können den nächsten Anmeldevorgang per Fingerdruck vornehmen.

Abbildung 2: Klappt problemlos: Anmeldung per Fingerabdruck.

Auch die meisten Sondertasten und Suspend-to-RAM funktionieren auf dem Hilmix-Notebook ohne manuelle Eingriffe. Lediglich die Multimedia-Tasten sind nicht belegt. Sie senden aber alle Keycodes, lassen sich also problemlos nutzen. Ein besonderes Schmankerl finden Sie unter Anwendungen | Zubehör | EasyUbuntu. Mit dem kleinen Tool (Abbildung 3) installieren Sie einige Programme für Ubuntu nach, die sich in keinem offiziellen Repository befinden.

Abbildung 3: Mit EasyUbuntu rüsten Sie Komponenten nach, die sich in keinem Repository befinden.

Schattenseiten

Ganz perfekt ist die Ubuntu-Installation aber trotzdem nicht. Beim Aufwachen aus dem Suspend-to-Disk stürzt das Notebook ab – besser gesagt: es bootet nicht mehr. Auch beim Suspend-To-RAM kam es in rund einem von zehn Versuchen zu Problemen. Die traten aber nur auf, wenn wir den Suspend über das Zuklappen des Notebook-Deckels initiierten. Über die Tastenkombination [Fn]+[F4] klappte das Einschlafen problemlos.

Den schlimmsten Bug entdeckten wir im Speedstep-Support, der die Geschwindigkeit des Doppelkernprozessors regelt. Nach dem Entfernen des Netzsteckers schaltete die CPU automatisch auf die höchste Leistung. Mit einer Taktfrequenz von 2 GHz verbraucht der Laptop aber nicht nur mehr Strom, sondern startet ziemlich schnell auch den Lüfter. Den ACPI-Dienst neu zu starten oder die Speedstep-Module von Hand neu zu laden, brachte keine Abhilfe. Nach einem Neustart war das Problem verschwunden, es ließ sich auch nicht mehr reproduzieren.

Seltsam fanden wir auch, dass der Dateisystemcheck von Ext3 bereits nach dem dritten Neustart des Notebooks behauptete, das Dateisystem sei nicht sauber, und eine Überprüfung vornahm. Auch bei späteren Reboots kam es zu dieser Routineüberprüfung, wobei Ubuntu das System zur Fehlerkorrektur jeweils neu startete.

Schließlich leuchtete beim T60 anstelle der WLAN-LED die Bluetooth-Anzeige, obwohl der Rechner kein Bluetooth-Modul enthält. Das ist aber lediglich ein Schönheitsfehler, der sich auf die Funktionsweise des IBM-Notebooks nicht auswirkt.

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Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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LinuxUser 06/2012

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