Kraftpaket
Achtfarben-Tintendrucker von Epson
Am Rand der Verzweiflung
Epson bewirbt den R800 als Tintenstrahldrucker, der auch A4-Blätter randlos bedrucken kann. Das Datenblatt zum Printer spezifiziert den Seitenrand folgendermaßen: "0 mm oben, links, rechts und unten über die benutzerdefinierte Einstellung im Druckertreiber. Ansonsten 3 mm oben, rechts und links, 14 mm unten. Der untere Rand kann über die benutzerdefinierten Randeinstellungen auf 3 mm reduziert werden."
In den Tests schaffte es aber keine der drei Distributionen, ein Blatt wirklich randlos zu füllen. Die Option Borderless in den Treibereinstellungen (Abbildung 2) bewirkte überhaupt nichts. Auch die Ränder in den einzelnen Anwendungen manuell auf 0 mm zu stellen, brachte keine Verbesserung: Hier stimmte zwar das Vorschaubild, im tatsächlichen Ausdruck zierte jedoch stets ein mindestens 5 mm breiter Rand die Fotos, wobei starke Unterschiede zwischen den einzelnen Distributionen sowie KDE und Gnome zu sehen waren.
Eine heiße Spur zur Lösung des Problems führte zur Druckersoftware Turboprint. Sie kennt als Seitenformat die Einstellung A4 Randlos, mit der tatsächlich auch Randlosdrucke möglich sind. Zudem unterstützt die Software die höchste R800-Auflösung von 5760x1440 dpi (Abbildung 3). Ein Unterschied zur zweitbesten Qualität lässt sich mit bloßem Auge jedoch nicht erkennen.
Ein erneuter Versuch unter Mandriva und Ubuntu ergab, dass es auch hier ein Seitenformat RA4 gibt, das – beinahe – Randlosdruck ermöglicht. Beinahe deswegen, weil in der Regel dennoch zwei Ränder von 3 mm erhalten bleiben. Unter Suse Linux gibt es ohne Turboprint überhaupt keine Möglichkeit, annähernd randlos zu drucken.
Turboprint
Den besten Support für den Epson-Drucker bietet zurzeit die kommerzielle Software Turboprint. Das Druckerprogramm löst auch einige Geschwindigkeitsprobleme des R800. So schafft Turboprint die A4-Seite in bester Qualität (5760x1440 dpi) innerhalb von 8 Minuten. Mit der vom freien Treiber unterstützten Auflösung (2880x1440 dpi) liegen die Fotoausdrucke sogar nach vier Minuten im Fach. Ohne Turboprint warteten wir hingegen 15 Minuten auf ein A4-Foto. Über Turboprint lassen sich zudem auch die Wartungsfunktionen des Druckers per Software aufrufen. Einen kompletten Ersatz für Mtink stellt die Software allerdings nicht dar, so fehlt zum Beispiel eine Tintenstandsanzeige. Die 30 Euro lohnen sich aber bei einem Drucker, der rund 300 Euro kostet.
Die Ausdrucke über Turboprint fallen auch farblich besser aus, als direkt aus den KDE- oder Gnome-Bildprogrammen erzeugte. Auch reine Textausdrucke bringt das Programm kräftiger aufs Papier. Eine direkte Unterstützung des Druckers in Gimp gibt es zurzeit noch nicht; unter KDE können Sie aber von Gimp aus über den Kprinter drucken.



