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Herr der Wellen

Audio-Processing auf der Kommandozeile mit Ecasound

Interaktive Eingabe

Oft ist die Arbeit auf der Kommandozeile durch das ständige Eingeben langer Befehlsketten recht umständlich. Der interaktive Modus von Ecasound, den Sie über die Option -c aufrufen, erleichtert hier die Arbeit (Abbildung 2). Durch Eingabe von

ecasound -i:alsa -o:test.wav -c

verbindet Ecasound den Eingang auf der Soundkarte mit der Datei test.wav, startet danach aber nicht sofort die Aufnahme, sondern wechselt zunächst in den interaktiven Modus. Hier beginnen Sie die Aufnahme über das Kommando start. Der Befehl stop unterbricht an der aktuellen Stelle, spult aber nicht zurück. Dazu dienen die Optionen rewind Sekunden und forward Sekunden .

Abbildung 2: Ecasound wartet im interaktiven Modus auf eine Eingabe.

Sie können auch die kompletten Kanaldefinitionen im interaktiven Modus vornehmen und manipulieren. Der Befehl c-add Kanal2 erzeugt zum Beispiel einen zweiten Kanal mit dem Namen Kanal2. Diesen wählen Sie mit c-select Kanal2 aus und weisen ihm über ai-add test2.wav beziehungsweise ao-add alsa einen Ein-/Ausgang zu.

Details zu den Möglichkeiten des interaktiven Modus entnehmen Sie der Manpage von ecasound-iam.

Metadateien

Moderne Harddisk-Recorder wie Ardour spielen nicht nur alle Audiodateien eines Projekts gleichzeitig von vorne bis hinten ab, sondern erlauben auch, die einzelnen Segmente auf einer Zeitleiste anzuordnen und nach Herzenslust zu sezieren. Die graphischen Möglichkeiten bietet das Kommandozeilenwerkzeug Ecasound nicht, entsprechende Funktionalität lässt sich aber über das Ecasound-eigene Dateiformat EWF erreichen.

Bei EWF-Dateien handelt es sich um einfache Textdateien mit Beschreibungen, die Sie anstelle von Wave-Dateien als Ein- oder Ausgabemedium für Kanäle angeben können. In ihnen ist unter anderem der Name der Datei mit den Audiodaten, die Position der Aufnahme im Gesamtwerk sowie die Dauer des Segments festgelegt. Listing 1 zeigt exemplarisch den Aufbau einer solchen Datei.

Listing 1
source = drums.wav
looping = true
start-position = 10
length = 20

Zeile 1 legt die Datei fest, aus der Daten gelesen werden. Die Zeilen 3 und 4 bestimmen, dass drums.wav erst 10 Sekunden nach Beginn des Stückes gespielt wird und nach 20 Sekunden wieder verstummt. Looping = true wiederholt ein Sample, wenn das Ende erreicht ist. So dient das Beispiel dazu, einen in der Datei drums.wav einmalig aufgenommenen Schlagzeugbeat mehrmals aneinander zu reihen. Der Befehl

ecasound -a:1 -i:drums.ewf -a2: -i:gitarre.wav -a1,2: -o alsa

spielt das Sample drums.wav 10 Sekunden nach Beginn von gitarre.wav ab und stoppt nach weiteren 20 Sekunden die Wiedergabe des Samples.

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LinuxUser 06/2012

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