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Frisch aufpoliert

Open Suse 10.2 im Test

Was fehlt

Wie bei den meisten Linux-Distributionen fehlen auch in Open Suse 10.2 aus lizenzrechtlichen Gründen diverse multimediale Pakete sowie die proprietären Grafiktreiber von NVidia und ATI.

In der Suse-Welt gilt seit Jahren das Packman-Projekt [3] als unerreichte Nummer eins unter den Multimedia-Lieferanten. Um dessen Repositories einzubinden, tragen Sie unter YaST | Software | Installationsquelle wechseln | Hinzufügen als ProtokollHTTP und danach als Serverpackman.iu-bremen.de ein. Als Verzeichnis geben Sie suse/10.2 an. Anschließend installieren Sie beispielsweise den MPlayer oder Xine, was die nötigen Bibliotheken im wesentlichen gleich mit auf die Festplatte befördert.

Ähnlich funktioniert das für Grafikkartentreiber: Besitzen Sie ein NVidia-Board, geben Sie an gleicher Stelle für den Serverdownload.nvidia.com mit dem ProtokollFTP ein. Unter Verzeichnis muss in diesem Fall opensuse/10.2 stehen. Über die YaST-Softwareverwaltung installieren Sie dann die Pakete nvidia-gfx-kmp-default und x11-video-nvidia und konfigurieren gegebenenfalls Monitor und Grafikkarte wie gewohnt unter Sax2.

Die etwas altertümliche GForce2 Ti eines der Testrechner versagte allerdings den Dienst unter dem aktuellen Treiber 1.0-9629 und mochte nur mit einer selbst kompilierten, älteren Treiberversion der 1.0-7xxx-Reihe kooperieren. Die Anleitung zum Installieren der Treiber unter [4] ist auf Suse-Systeme zugeschnitten und hilft bei etwaigen Problemen weiter.

Nutzer von ATI-Karten müssen sich wohl noch etwas gedulden: Bis Redaktionsschluss konnten wir keine Treiber für das aktuelle X.org-7.2-System entdecken.

Fazit

Die Entwickler haben mit der aktuellen Open Suse 10.2 eine durch und durch gelungene Linux-Distribution vorgelegt. Die Software ist auf dem neuesten Stand, das Look-and-feel wurde gründlich aufpoliert und die Probleme der Vorgängerversion bekamen die Programmierer weitgehend in den Griff.

Da Open Suse die Grundlage der kommerziellen Suse-Linux-Enterprise-Produkte darstellt, muss man wohl für künftige Versionen mit weiteren "Vereinfachungen" bis hin zum völligen Verstecken des eigentlichen Systems rechnen. Novells Zielgruppe kommt das sicher entgegen, möglicherweise treibt dieser sogar einige umsteigewillige Neulinge ins Open-Source-Lager. Bei eingefleischten Linux-Anwendern hält sich die Freude darüber aber wohl in Grenzen.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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