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Hausgemachte DVDs

DVDs erstellen mit Tovid

Für eine handvoll Mausklicks

Tovid bringt auch eine grafische Oberfläche für die Freunde schneller Mausklicks mit. Sie wirkt recht übersichtlich und nutzt Python sowie die Grafikbibliothek Cairo. Geben Sie tovidgui ein, um die grafische Oberfläche aufzurufen. Die GUI besteht aus drei Reitern (Abbildung 3), über denen Layout, Encode und Burn steht: In dieser Reihenfolge mastern Sie auch die DVD. Im Bereich Layout wählen Sie rechts oben zunächst aus, was für ein Zielmedium (DVD oder (S)VCD) Sie nutzen und in welchem Format der Film erscheinen soll. Dann klicken Sie auf Add Menu und erzeugen so einen Eintrag für das Startmenü. Ein Mausklick auf Untitled menu 1 genügt, um den Eintrag durch einen anderen Text zu ersetzen. Auch den Namen der DVD ändern Sie auf diese Weise. Die eigentlichen Filme fügen Sie über Add Video(s) hinzu. Um Menüeinträge oder Filme wieder zu löschen, benutzen Sie den Remove-Button.

Abbildung 3: Die grafische Oberfläche bringt drei Reiter mit, die Sie in dieser Reihenfolge durchlaufen, um eine fertige DVD oder (S)VCD zu erhalten.

Beim Klick auf einen Film erscheinen auf der rechten Seite detaillierte Parameter, die Sie Ihren Bedürfnissen anpassen. Sie betreffen die Auflösung und das Seitenverhältnis der Filme. Im rechten Bereich layouten Sie das Startmenü: Sie fügen über Image ein Hintergrundbild ein, in die Zeile Audio kommt ein Musikstück, das die Zuschauer hören, wenn das Startmenü erscheint (Abbildung 4). Hier bestimmen Sie auch detailliert, welche Farben die Schriften des Menüs tragen. Auf die oben ausgeführte Weise ergänzen Sie das Startmenü um weitere Filme und Menüeinträge.

Abbildung 4: Dieses Startmenü borgt sich ein Wallpaper von Ubuntu und spielt einen System-Sound ab, sobald ein DVD-Player es lädt.

Stimmen die Parameter, widmen Sie sich dem zweiten Reiter, Encode. Er listet die Befehlszeilen auf, die Tovid basierend auf Ihren Entscheidungen ausführt. Notfalls revidieren Sie Angaben an dieser Stelle. Den Encoding-Prozess, den Sie mit Start encoding anstoßen, begleitet das Fenster mit Status- und Fehlermeldungen. Hat Tovid das Startmenü erstellt und den Film konvertiert, bleibt noch der Reiter Burn. Wahlweise setzen Sie hier ein Kreuz bei Burn Disc und tragen neben Burn to device ein, welches Laufwerk Tovid zum Brennen der DVD verwendet. Der Defaultwert stimmt nicht unbedingt mit dem Pfad zu Ihrem Brenner überein. Der Befehl mount verrät, an welcher Stelle Linux das Gerät einhängt. Dazu legen Sie zuvor eine DVD in das Laufwerk. Um den Brennvorgang in die Wege zu leiten, drücken Sie abschließend lediglich auf Start.

Fazit

Tovid erweist sich als komfortable Lösung, um ohne großen Aufwand DVDs und (S)VCDs inklusive Menüs zu mastern. Leider dauert das Verwandeln eines Films in das DVD-Format ziemlich lange, was jedoch nicht an Tovid liegt. Da die Software eine übersichtliche GUI mitbringt, dürfte sie auch Linuxern gefallen, die nicht gern lange Befehlsketten in die Konsole hacken.

Glossar

(S)VCD

die (Super) Video Compact Disc ermöglicht es, Filme auf einer CD zu speichern und sie auf (S)VCD-fähigen DVD-Playern oder reinen (S)VCD-Playern abzuspielen. Die Qualität kommt nicht an die einer DVD heran, als Codecs kommen MPEG1 (VCD) und MPEG2 (SVCD) zum Zuge.

PAL

Besonders in Europa und Asien verbreitete Fernsehnorm, Weiterentwicklung von NTSC zur Behebung eines Farbton-Fehlers. Die Norm zeigt 25 Bilder pro Sekunde und nutzte 625 Zeilen.

NTSC

In Nord- und Südamerika verbreitete Fernsehnorm, benannt nach dem National Television Systems Committee. NTSC nutzt nur 525 Zeilen und zeigt pro Sekunde 29,97 Vollbilder. NTSC gilt als erstes Farbübertragungssystem für TV-Signale.

Infos

[1] Wiki des Tovid-Projekts: http://tovid.wikia.com/wiki/Main_Page

[2] Pakete und der Quellcode von Tovid: http://tovid.wikia.com/wiki/Installing_tovid

[3] Abhängigkeiten des Tools: http://tovid.wikia.com/wiki/Tovid_dependencies

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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