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Fliegendes Linux

Linux auf dem Dialogue Flybook V23i

Ab ins Netz

Zur Kommunikation mit der Außenwelt verfügt das V23i über WLAN, Bluetooth, Gigabit Ethernet, ein internes Modem sowie einen SIM-Karten-Slot für UMTS/GPRS-Verbindungen. Gut gefallen hat, dass sich Bluetooth und WLAN separat einschalten lassen. Dies spart unter Umständen wertvolle Akkulaufzeit. Bluetooth, Gigabit Ethernet sowie die SIM-Karte funktionieren auf aktuellen Distributionen out-of-the-box. Schalten Sie den SIM-Kartenschacht über [Fn]+[F9] ein, legt Linux für das Modem die Gerätedatei /dev/ttyACM0 an. In unseren Tests erkannte wvdialconf das Modem problemlos.

TIPP

Details zur Einwahl per UMTS finden Sie unter in einem älteren LinuxUser-Artikel [4].

Das interne ATI-Modem sprechen Sie über die HFS-Treiber von Linuxant [5] an. Linuxant bietet für fast alle aktuellen Distributionen und Kernelversionen fertige Pakete zum Download an. Alternativ übersetzen Sie den Treiber von Hand. Dazu müssen mindestens die Kernel-Headerdateien installiert sein.

Für das WLAN-Modul von Ralink finden Sie unter [6] einen Open-Source-Treiber. Er liegt zurzeit nur in der Betaversion vor. Auf unserem Testgerät kam es aber zu keinerlei Problemen. Um aus dem Quellcode das Kernelmodul rt73 zu erstellen, benötigen Sie die Headerdateien des Kernels. Unter Suse Linux installieren Sie dazu das zum benutzten Kernel passende Paket kernel-source. Bei Ubuntu laden Sie sich das Paket linux-headers herunter. Achten Sie auch hier auf die passende Versionsnummer.

Wechseln Sie nach dem Entpacken des Quellcodes ins Verzeichnis rt73-cvs-Datum /Module und führen Sie darin den Befehl make aus. Der Befehl sudo make install installiert das Modul, das Sie anschließend über den Befehl modprobe rt73 in den Kernel laden. Die Ausgabe von iwconfig sollte Ihnen nun den Eintrag rausb0 anzeigen. Diese Schnittstelle müssen Sie zunächst mit dem Befehl ifconfig rausb0 up aktivieren. Danach nehmen Sie über:

iwconfig rausb0 essid ESSID

Verbindung mit dem Access Point auf (Abbildung 2). Die ESSID müssen Sie dazu durch den Namen Ihres Netzwerks ersetzen.

Abbildung 2: Die WLAN-Karte des Flybooks funktioniert mit dem Ralink-Treiber rt73.

Schattenseiten

Aktuellen Distributionen fehlt jegliche Unterstützung für das Powermanagement des Flybooks. Suse Linux erkennt immerhin, wenn sich der Laptop-Deckel schließt, und sperrt dann den Bildschirm. Doch weder Suspend-to-RAM noch der Standby-Modus funktionieren. Über den Powersave-Daemon von Suse friert das Notebook bereits beim Suspend-Versuch ein.

Auch Ubuntu kommt nicht viel weiter: Mit einem echo mem > /disk/power/state legt sich zwar das Flybook schlafen (auch die LED blinkt entsprechend), beim Aufwachen friert das Notebook jedoch ein. Selbst ohne X-Server und ohne die exotischen Kernelmodule, schafften wir es nicht, das V23i aus dem Tiefschlaf wieder aufzuwecken. Auch beim Suspend-to-Disk kam es durch den Fglrx-Treiber zu massiven Problemen, und das Flybook musste hart zurückgesetzt werden. Immerhin brachte hier im Single-User-Mode Suse Linux einen erfolgreichen Suspend-to-Disk und Resume fertig.

Unter dem vorinstallierten Windows XP drehte sich der Bildschirm über einen Klick auf den PAN-Knopf um 90 Grad. Dies erleichtert die Arbeit im Tablet-Modus. Unter Linux lässt sich das Display theoretisch mit dem Tool xrandr drehen, das Flybook verweigerte aber auch hier seine Arbeit. Auch die Handschriftenerkennung des Touchscreens, die unter Windows leidlich funktioniert, lässt sich mit dem aktuellen Linux-Treiber nicht nutzen. Der Stift springt von Zeit zu Zeit wild umher und macht ein halbwegs sauberes Schriftbild damit unmöglich.

Schließlich hatten wir auch enorme Probleme mit der ATI-Soundkarte. Diese verweigerte je nach Lust und Laune bereits beim Login, manchmal aber auch erst nach zehn Minuten den Dienst. Reproduzierbar stürzte auch knotify ab und spielte dann Systemklänge in einer Endlosschleife. Als auch unter Ubuntu Linux die gleichen Symptome auftraten, half schließlich ein Blick ins BIOS: War das APIC interrupt routing ausgeschaltet, spielte die Soundkarte verrückt, schalteten wir es ein, gab es keine Probleme. Beim Powermanagement half allerdings auch diese Änderung nicht.

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Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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