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Software News

01.02.2006

Kurz notiert

Der Duden-Verlag führt ein neues Programm für OpenOffice in seinem Angebot, das zu einer kombinierten Prüfung von Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung imstande ist. Dank verschiedener Prüfmethoden werden auch doppelgültige Schreibweisen wie "Babys" oder "Babies" erkannt. Im 49,90 Euro teurem Paket sind außerdem die Nachschlagewerke Fremdwörterbuch, Synonymwörterbuch und "Richtiges und gutes Deutsch enthalten". Eine Investition, die sich lohnt.

Ohne großes Aufsehen veröffentlichte VMWare die Version 5.5 seiner Virtualisierungs-Software. Neben einer verbesserten automatischen Hardware-Erkennung und einer erweiterten Kommandozeilen-Interface zur Snapshot-Verwaltung besticht die neue Version durch die vollständige Unterstützung von 64bit-Betriebssystemen. Dies gilt sowohl für das ausführende Host-System als auch für die virtuellen Gast-Systeme. Ebenfalls neu ist die vollständige Unterstützung von Multi-Prozessor-Systemen, was auch für die Gast-Systeme gilt. Neugierige finden auf der Seite des Herstellers wie üblich eine dreißigtägige Testversion.

Wie schon beim Vorgängermodell, so hat sich auch bei der neuen Xbox 360 wieder eine Gruppe motivierter Entwickler zusammengefunden, die eine Linux-Portierung versuchen. Das free60.org genannte Projekt, beschäftigt sich zur Zeit noch mit Recherche, da weder Microsoft noch Chiphersteller IBM mit technischen Spezifikationen zu der Konsole rausrücken. Fest steht, dass die auf einer PowerPC-CPU mit drei Kernen und einer ATI-Grafikkarte bestückte Box über reichlich Rechenleistung verfügt. Wenn das kein Anreiz ist!

Den Entwicklern vom Linux Broadcom 4301 Driver Project gelang jetzt ein Durchbruch in der Entwicklung eines freien Treibers für W-LAN Karten mit dem weit verbreiteten Broadcom Chip. Der Chip ist unter anderem in Apples Airport Extreme, verschiedenen Linksys Routern oder Acer Notebooks anzutreffen. Da Broadcom keine Informationen preisgibt, analysierten die Programmierer den in Linksys Routern enthaltenen Treiber. Basierend auf diesen Erkenntnissen schrieben sie einen eigenen Treiber, der im Augenblick aber nur rudimentäre Funktionen wie Infrastruktur- und Monitor-Modi besitzt. Verschlüsselung, Stromspar- und Ad-Hoc-Modi folgen erst in den kommenden Versionen. Wir behalten das Projekt im Auge.

Dass Tabs nicht nur im Browser nützlich, sind zeigt eine von Myk Melez modifizierte Version des Mail-Programms Thunderbird. Melez bietet sowohl einen Thunderbird 1.5 als auch 1.6a1 für alle drei großen Betriebssysteme auf seiner Web-Seite an. Laut Melez sind Funktionsweise und Tastaturkürzel der Tab-Steuerung dem Firebird-Browser entliehen, so dass sich der Anwender nicht umstellen oder einarbeiten muss. Bei Anwendern kommen die Tabs sehr gut an, wie dem Entwickler Blog zu entnehmen ist. Melez selbst bedauert, die Tabs nicht als Erweiterung des regulären Thunderbird implementieren zu können, da er den Original-Code an zu vielen Stellen modifizieren musste. Ob die Tabs jemals in die reguläre Thunderbird-Version übernommen werden, ist noch nicht bekannt.

Nach erfolgreicher Testphase will Realnetworks seinen Musik-Streaming-Service Rhapsody auch für Linux Anwender bereitstellen. Dazu braucht der Anwender lediglich eine Firefox-Erweiterung die er bei Realnetworks herunterladen kann. Nach einer Registrierung und der Zahlung von 9,95 Dollar, kann er einen Monat lang beliebig viele Musik-Streams anhören. Im Gegensatz zu Windows-Nutzern können Linux-Anwender keine Titel speichern oder auf CD brennen. Wer den Dienst erst testen möchte, kann nach der Registrierung die freie Version wählen. Sie ist auf 25 Streams pro Monat und 25 verschiedene Stream-Quellen beschränkt.

Die Virtualisierungs-Software Xen ist in der Version 3.0 erschienen. Im Gegensatz zu früheren Versionen muss der Kernel eines Gast-Systems nicht mehr für den Einsatz unter Xen angepasst werden. Dies setzt jedoch einen neuen Intel Prozessor mit VT-Technologie voraus. AMD-Prozessoren mit ähnlicher Virtualisierungstechnik kommen erst im Frühjahr 2006 auf den Markt. Xen 3.0 unterstützt auch SMP-Gast-Systeme mit bis zu 32 Prozessoren, die dynamisch hinzugefügt oder entfernt werden. Das macht Xen besonders für Unternehmen interessant.

Auf den Web-Seiten der Spieleschmiede id-Software können Linux-Zocker jetzt eine Demo-Version von Quake 4 herunterladen. Das 320 MB große Archiv enthält Einzelspieler-Level und zwei Level des Multi-Player-Mode, die als Deathmatch, Team Deathmatch oder Turnier spielbar sind. Wer die Demo-Version testen möchte, benötigt eine DSL-Leitung und greift am besten den Bit-Torrent-Tracker unter http://zerowing.idsoftware.com:6969/ zurück. Der FTP-Server von id-Software ist meist überlastet. Wen wundert's.

MP3 nach Mass mit cutmp3

Mit cutmp3 (http://www.puchalla-online.de/cutmp3.html) können Sie mp3-Dateien maßschneidern oder den Moderator entfernen.

Der Benutzer kann das Kommandozeilen-Programm wahlweise interaktiv oder durch Kommandozeilenparameter steuern. Bei interaktivem mp3-Schnitt navigiert der Anwender mit den Tasten des Nummernblocks durch schrittweises Vor- oder Zurückspulen in der mp3-Datei. Erreicht er die Position seiner Wahl, spielt cutmp3 diese Sekunde als akustische Kontrolle mit mpg123 ab.

Wer regelmäßig mp3-Dateien gleichen Aufbaus, wie beispielsweise einen Podcast, bearbeitet, legt idealerweise sein Schnittmuster als Schnitttabelle in einer Textdatei ab, die er zusammen mit der mp3-Datei beim Aufruf übergibt. Cutmp3 führt die Aufteilung dann automatisiert aus, numeriert die entstehenden Dateien durch und passt die id3-Tags an. Sollen die gesplitteten Dateien einen anderen Namen als das Original tragen, teilt der Anwender diesen cutmp3 als Präfix mit.

Cutmp3 liegt jetzt in der Version 1.8.4 vor und teilt laut Entwickler auch mp3-Dateien, die größer als 2 GB sind, problemlos auf. Neu an dieser Version ist die ausführliche Manpage.

cutmp3-01.png

cutmp3 ist ideal um mp3-Schnitte zu automatisieren.

Prüfsummen bequem vergleichen

Mit Hilfe von Prüfsummen kann der Anwender schnell erkennen, ob ein Download beschädigt ist oder gar manipuliert wurde. Damit das Prüfen nicht komplexer als der Download wird, nimmt Awesum (http://awesum2.sourceforge.net/) dem Anwender die Arbeit ab.

Der Anwender ruft das Java-Programm nach dem Download auf und übergibt dem Programm die auf der Download-Seite angegebene Prüfsumme. Nun muss sich der Anwender für einen Prüfsummenalgorithmus entscheiden. Awesum unterstützt die beiden gebräuchlichsten Algorithmen MD5 und SHA1. Mit welchem die jeweilige Prüfsumme erstellt wurde, erfährt der Benutzer in der Regel schon im Download-Bereich. Wählt der Benutzer jetzt noch die heruntergeladene Datei auf seiner Festplatte aus, prüft Awesum eigenständig, ob die Datei vollständig und unverändert ist.

Das Programm kommt auch mit großen Dateien wie CD-ROM oder DVD ISO-Archiven zurecht. Von Vorteil ist dabei der Fortschrittsbalken, der den Anwender im Gegensatz zu Prüfprogrammen immer infomiert wie es um den Prüfungsverlauf steht.

awesum-001.png

Mit Awesum können selbst unerfahrene Anwender in wenigen Schritten ihren Download überprüfen.

Grenzenloser Download mit jPartialDownloader

Das java-basierte Download-Programm jPartialDownloader (http://jpd.sourceforge.net/) deckt alle gängigen Transferprotokolle ab und ist damit eine Alternative zu Klassikern wie Wget oder Downloader for X.

Das Programmpaket besteht aus den drei Programmen jpd-cmd, jpd-gui und jpd-merger. Beim jpd-gui handelt es sich um eine Version mit rudimentärer grafischer Oberfläche, die dem Anwender lediglich erlaubt, die Quell-URL, ein Zielverzeichnis, und den zu übertragenden Byte-Bereich einer Datei anzugeben. Die Kommandozeilen-Version jpd-cmd bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit, einen abweichenden Bit-Torrent-Ausgang und eine Obergrenze in Kilo-Byte für den ausgehenden Verkehr festzulegen. Der jpd-merger schließlich hilft dem Anwender, aus den einzelnen Download-Fragmenten einer Torrent-Übertragung wieder eine Datei zu machen.

Die aktuelle Version 1.1try2 unterstützt nun auch mehrfache HTTP- und FTP-Übertragungen. Ähnlich wie wget ist diese Version auch in der Lage, die Internetadressen für den Download aus einer Textdatei auszulesen.

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Die grafische Oberfläche bietet nur die wichtigsten Funktioen.

Mac is back

Der Emulator Mini vMac (http://minivmac.sourceforge.net/) ist ein Spin-off des vMac Emulator Projekt. Im Gegensatz zu vMac emuliert die Mini-Variante jedoch nur den Original-Macintosh mit 128kb, den Macintosh 512kb und den Macintosh SE.

Bevor man aber mit der alten Software loslegen kann, braucht der Emulator das ROM-Abbild der zu emulierenden Macintosh Version. Aus lizenzrechtlichen Gründen liefern es die Entwickler nicht mit, sondern erklären lediglich, wie man es aus dem eigenen Macintosh in eine Datei überträgt. Wessen Macintosh aber schon nicht mehr funktionsfähig ist, der findet im Internet sicher einen hilfsbereiten Zeitgenossen, der ihm eine Kopie macht.

Die frühen Mac OS-Versionen sind hingegen bis zur Version 6.x auf Apples Web-Seiten kostenlos zu beziehen. Anwendungs-Software für das alte Schätzchen dagegen findet der Anwender auf den Mini vMac-Seiten. Mini vMac selbst liegt momentan in der Version 2.7.1 für zahlreiche Systemplattformen vor. Die Version glänzt neben einer höheren Arbeitsgeschwindigkeit besonders durch die noch experimentelle Sound-Unterstützung. Da experimentell, ist sie nicht standardmäßig aktiviert, so dass der Anwender Mini vMac erst neu kompilieren muss.

minimac-01.png

Mit Mini vMac kommt das Flair eine vergessenen Aera wieder.

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