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Nachpoliert

Mit Master PDF Editor PDFs professionell bearbeiten

15.05.2014
Mit dem Master PDF Editor bessern Sie kleine Vertipper problemlos aus und sichern Dokumente auch nachträglich gegen unbefugten Zugriff.

Als Format für den Austausch von Dokumenten hat sich PDF längst fest etabliert. In der Praxis sorgt der eigentlich gute Ansatz jedoch immer wieder für Probleme: So macht ein einfacher Schreibfehler oft das aufwendige Bearbeiten des kompletten Dokuments erforderlich. Hier hilft ein PDF-Editor weiter: Damit modifizieren Sie den Inhalt eines Dokuments, ohne es dazu neu erzeugen zu müssen.

Freie Software bietet dazu einige rudimentäre Ansätze: So übernahmen Open- und LibreOffice vom damaligen KOffice (heute: Calligra) einen Importfilter, der das (eingeschränkte) Bearbeiten von PDF-Dokumenten erlaubt (Abbildung 1). Das klappt aber nicht immer zufriedenstellend. Selbst bei recht gut strukturierten Dokumenten treten schon hinsichtlich einer korrekten Anzeige erhebliche Probleme auf. Sehr viel näher an der gedruckten Realität zeigt sich dasselbe Dokument im Master PDF Editor [1] (Abbildung 2).

Abbildung 1: LibreOffice zeigt als PDF-Editor deutliche Schwächen, …
Abbildung 2: … der Master PDF Editor arbeitet hier deutlich exakter.

In der Praxis

Bei vielen Distributionen lässt sich der Master PDF Editor direkt aus den jeweiligen Paketquellen installieren, so etwa bei Arch Linux, Ubuntu und deren Derivaten. Alternativ stellt der Hersteller kostenfrei Binärpakete für 32- und 64-Bit-Linux-Rechner bereit (siehe Kasten "Installation"). Für rund 40 Euro erhalten Sie eine Lizenz, die neben Support auch Windows- oder Mac-Lizenz umfasst.

Installation

Bei Ubuntu und vielen anderen Distributionen erfolgt die Installation der Software unter /opt/master-pdf-editor/ oder /opt/masterpdfeditor/. Zusätzlich speichert das Programm seine Voreinstellungen unter .config/Code Industry/ im Home-Verzeichnis.

Die Entwickler des Editors arbeiten aktiv an neuen Versionen, die zusätzliche Features bieten sollen und Fehler beheben. In den letzten zwei Monaten haben sie mehrere Versionen freigegeben. Allerdings wies die zu Redaktionsschluss aktuelle Version 1.9.24 ein Problem mit der Lokalisierung auf, sodass nur eine englische Oberfläche bereitstand.

Die Entwickler kennen den Fehler bereits und dürften ihn rasch beseitigen. Über die Funktion Check for Update im Menü Help erfahren Sie, ob schon eine neue Version bereitsteht.

Das Editieren mit dem Programm gestaltet sich einfach: Anstatt die Datei zunächst in ein anderes Format umzuwandeln, lädt der Master PDF Editor sie wie ein Anzeigeprogramm direkt. Das geht wesentlich zügiger, als der Import in eines der Office-Programme, in denen das Editieren in der Komponente für Vektorgrafiken erfolgt. Der Master PDF Editor ähnelt eher einer Textverarbeitung oder einer DTP-Software, wie schon der Aufbau des Hauptfensters widerspiegelt: Die Werkzeugleisten unterhalb der Menüs bieten ähnliche Funktionen an wie solche Applikationen.

Am linken Rand des Hauptfensters wechseln Sie über vier Schaltflächen zwischen verschiedenen Informationen: Pages bietet einen direkten Zugriff auf die im Dokument enthaltenen Seiten (Abbildung 3). Um eine Anzahl zusammenhängender Seiten aus dem Dokument zu extrahieren, löschen Sie mittels der Funktionen aus dem Kontextmenü in der Seitenleiste einfach die davorliegenden sowie die folgenden.

Abbildung 3: Die linke Seitenleiste zeigt ausgewählte Informationen zum geladenen Dokument. Als interaktiv kennzeichnet der Editor interne und externe Links in der Datei.

Der Schalter Bookmarks zeigt, sofern das PDF dies unterstützt, die Dokumentenstruktur. Der Master PDF Editor setzt oder ändert bei Bedarf Lesezeichen nachträglich. Im Beispiel aus Abbildung 4 erhielt das Dokument an der gewünschten Stelle in der Liste der Lesezeichen über das Kontextmenü mit Add Bookmark einen neuen Eintrag. Die genaue Anzeige des Lesezeichens stellen Sie unter Optionen ein.

Abbildung 4: Die Software bietet die Möglichkeit, Lesezeichen oder Schaltflächen nachträglich zu bearbeiten oder mit verschiedenen Funktionen zu versehen.

Generell bieten Lesezeichen die Möglichkeit, über Aktion verschiedene Funktionen an sie zu binden. Allerdings verbieten Dokumente im PDF/A-Format einige dieser Möglichkeiten. Zudem stellen sogenannte aktive Inhalte in PDF-Dokumenten eine gravierende Sicherheitslücke dar, sodass Sie dieses Feature nur mit Bedacht einsetzen sollten. Ohnehin geben unter Linux nicht alle PDF-Anzeigeprogramme diese Inhalte korrekt wieder.

Neuere Versionen des PDF-Formats (ab PDF 1.7) erlauben, über Attachments an das eigentliche Dokument zusätzliche Dateien anzuhängen, die Sie später extrahieren und nutzen können. Das bietet sich etwa bei Quelltext an, den Sie im Dokument schrittweise beschreiben und komplett in einer angehängten Datei bereitstellen. In der Seitenleiste finden Sie unter Attachment die an ein Dokument angehängten Dateien. Ein Kontextmenü ermöglicht es, sie zu entfernen oder neue hinzuzufügen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Neuere PDF-Versionen erlauben das Anhängen zusätzlicher Dateien an ein Dokument. Der Master PDF Editor beherrscht dies ebenso wie das Austauschen oder Extrahieren der Attachments.

Der vierte Button in der Seitenleiste, Search (oder Suche), bietet eine erweiterte Suchfunktion: Alle Fundorte in einem Dokument erscheinen dort als Liste. So springen Sie bei Bedarf direkt an jede Stelle und vergleichen sie mit der vorherigen.

Editieren

Beim Editieren von Dokumenten unterscheidet der Master PDF Editor mehrere Modi. Edit Document erlaubt, Teile des Dokuments wie Textzeilen, Bilder oder interaktive Elemente zu modifizieren. Bei einem Doppelklick auf eines dieser Objekte erscheint ein Dialog. Über Edit Text verändern Sie Feinheiten in Texten, wie etwa Fonts, Farben und Attribute.

Das Hand Tool nutzen Sie zum Verschieben von Seiten, zum Öffnen von Links und zur Auswahl von Textpassagen. Select Text dient dagegen zum Markieren von Teilen, um sie anschließend weiter zu verarbeiten. Zwischen diesen Modi schalten Sie mit den Tastenkürzeln [Alt]+[**1**]…[**4**] schnell um; alternativ stehen sie im Menü Tools bereit.

Möchten Sie lediglich einen Text editieren, um etwa Schreibfehler zu korrigieren, klicken Sie einfach doppelt auf die entsprechende Zeile oder das gewünschte Wort. Nun können Sie den Text bearbeiten. Allerdings verwendet der Editor dabei den zuvor eingestellten Zeichensatz. Da in PDFs normalerweise nur die wirklich benutzten Zeichen eines Fonts eingebettet sind, kommt es unter Umständen zu der in Abbildung 6 gezeigten Fehlermeldung.

Abbildung 6: Der Editor hat nur Zugriff auf die in das Dokument eingebetteten (Sub-)Fonts.

Der Master PDF Editor erlaubt jedoch auch, den aktuellen Font für ausgewählte Bereiche zu modifizieren. Die vier typischen Varianten einer Schrift (fett, kursiv und die Kombination aus beidem) stellen Sie über die untere der beiden Werkzeugleisten ein. Dort passen Sie auch die aktuelle Schriftgröße und die verwendete Farbe an. In den Feldern rechts daneben geben Sie Stärke und Form der Schrift an. Dabei versehen Sie bei Bedarf über Stroke die Umrisse einer Schrift mit einer anderen Farbe als deren Körper.

PDF-Dokumente bestehen in einigen Fällen aus vielen Objekten auf einer Seite. Das ermöglicht spezielle Effekte, führt aber beim Nachbearbeiten gelegentlich zu Problemen, falls sich die Objekte in der falschen Reihenfolge überlappen. Um dies nachträglich zu reparieren, bietet der Master PDF Editor entsprechende Schaltflächen an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Bei Bedarf löschen Sie ausgewählte Objekte oder legen sie in den Hinter- beziehungsweise in den Vordergrund.

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