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Distribution mit sechs Desktops

Optik und Akustik

Inzwischen gehört es bei vielen Distributionen zum guten Ton, den Desktop durch unterschiedliche optische Effekte aufzuwerten. Die Ultimate Edition nutzt bereits im Live-Betrieb die Möglichkeiten moderner Hardware intensiv aus. Sofern das System über eine entsprechend leistungsfähige Grafikkarte verfügt, aktiviert UE ohne Rückfrage bestimmte 3D-Effekte in Compiz. Um diese bei Problemen oder Nichtgefallen abzuschalten, klicken Sie im Gnome-Menü System | Einstellungen | Erscheinungsbild auf dem Reiter Visuelle Effekte den ersten Auswahlschalter an.

Im Test fiel an UE 2.7 im Vergleich zu Ubuntu 10.04 positiv auf, dass es auch betagtere Grafikkarten der ATI-Radeon-7000-Serie vollständig unterstützt. Neben den obligatorischen wackelnden Fenstern ließen sich auf Notebooks mit Radeon-7000- und Radeon-7500-GPU sogar die verschiedenen Arbeitsoberflächen-Würfel problemlos und ohne spürbare Systembelastung realisieren. Diese im Vergleich zu früheren Ubuntu-Versionen deutlich verbesserte Unterstützung älterer 3D-Grafikkarten dürfte wohl einer sorgfältigen Treiberpflege vor allem im Hinblick auf die OpenGL-Anpassung geschuldet sein (Abbildung 4).

Abbildung 4: An 3D-Effekten mangelt es der Ultimate Edition wahrlich nicht.

Sollten Sie mit dem Desktop trotz der 3D-Effekte nicht zufrieden sein, so bietet UE noch weitere Goodies, um den Desktop zum echten Hingucker aufzupeppen: Mit dem Avant Window Navigator [3], den Sie im Gnome-Menü System | Einstellungen | Awn Settings finden, richten Sie mit wenigen Mausklicks eine Dockleiste für häufig verwendete Applikationen am unteren Bildschirmrand ein. Der Avant Window Navigator setzt ein funktionierendes Compiz voraus und arbeitet unter Gnome sowie eingeschränkt auch unter XFCE. Er beherrscht unterschiedliche optische Effekte, die Sie individuell einstellen können. Auch Farbe und Größe des Mauszeigers passen Sie Ihren Wünschen gemäß an.

Allerdings beeinflussen die vielfältigen optischen Einstellmöglichkeiten nicht alle Desktops und Programme gleichermaßen: So müssen Sie unter Gnome das Erscheinungsbild von KDE-Anwendungen einzeln anpassen. Umgekehrt gleichen sich jedoch unter KDE gestartete Gnome-Programme den eingestellten Vorgaben farblich an. Auch unter Lubuntu und auf dem XFCE-Desktop erscheint KDE-Software im KDE-Look, so dass ein konsistentes Erscheinungsbild auch hier Handarbeit erfordert.

Für die akustische Untermalung aller Aktionen auf dem Desktop sorgen bei der Ultimate Edition vielfältige Systemklänge. Diese modifizieren Sie einzeln oder in Form von Audio-Themes im Menü System | Einstellungen | Klang. An der selben Stelle treffen Sie auch grundlegende Einstellungen zur Audio-Hardware, wie Lautstärke und Balance.

Software-Schmankerl

Anders als beim originalen Ubuntu, das für die gängigen Aufgaben jeweils nur ein einziges Programm installiert, bietet die Ultimate Edition für jeden Zweck mehrere Anwendungen. Als Textverarbeitungen stehen beispielsweise neben dem OpenOffice Writer auch Abiword aus dem Gnome-Office sowie der aus dem KDE-Fundus stammende Editor KWord bereit.

Zusätzlich bringt die Ultimate Edition auch einige nahezu unbekannte Programme mit, die spezielle Aufgaben bewältigen. Dazu zählen etwa der kompakte, aber mächtige Personal Information Manager Osmo [4] sowie Phatch, mit dessen Hilfe Fotografen Bildersammlungen bequem per Stapelverarbeitung modifizieren. Bei den Netzwerkanwendungen steht mit Giver [5] eine konfigurationslos zu betreibende LAN-Messaging-Applikation bereit, und das seit Ubuntu 10.04 erstmals auch im Menü Anwendungen | Internet vorzufindende Gwibber ermöglicht das Nutzen diverser Micro-Blogging-Plattformen wie Flickr, Facebook oder Twitter ohne Webbrowser.

Weitere kleine Perlen für den effizienten Einsatz im Inter- und Intranet stellen die Programme Tucan Manager, Lanshark und Vuze dar: Während der Tucan Manager [6] Downloads von One-Click-Hostern wie Rapidshare vereinfacht und auch das gleichzeitige Herunterladen mehrerer Dateien gestattet, kümmert sich Lanshark [7] mit grafischer Oberfläche um das Filesharing im Intranet. Vuze [8] stellt eine komfortable Oberfläche für Peer-to-Peer-Netze und einen integrierten Mediaplayer bereit.

Falls Ihnen die Installation bestimmter Programme oder Treiber Probleme bereitet, versuchen Sie doch einmal den Paketmanager Ultamatix [9]: Es findet sich im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge und besteht aus einem Repository mit darauf aufbauender grafischer Oberfläche. Das Programm ähnelt funktional Synaptic und löst daher auch komplizierte Abhängigkeiten auf, die Sie bei einer manuellen Installation zeitraubend per Hand installiert müssten.

Eine besondere Vielfalt an Programmen findet sich auch im Menü Anwendungen | Unterhaltungsmedien. Hier finden sich mit Istanbul [10] und Gtk-RecordMyDesktop [11] gleich zwei Anwendungen, die als Sitzungsrekorder fungieren. Beide zeichnen im freien Ogg-Format komplette Arbeitssitzungen inklusive der Audio-Eingabe auf. Damit eignen sie sich bestens für Anwenderschulungen oder Vorführungen. Im Test arbeiteten beide problemlos, wobei jedoch Gtk-RecordMyDesktop deutlich schonender mit den vorhandenen Systemressourcen umging. Ein weiteres Highlight im Menü Unterhaltungsmedien stellt Cheese dar, ein kleines Programm zur Aufzeichnung von Bildern und Videos per Webcam. Diese Software fiel in unserem Test auf einem Lenovo-Notebook durch eine hervorragende Kooperation mit der ansonsten sehr störrischen eingebauten Webcam auf, die sich unter Linux bislang nicht zur Mitarbeit bewegen ließ.

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