US-Regierung zwingt SourceForge zur Webzensur
Seit Mitte Januar blockiert die bekannte Projekt-Hosting-Site SourceForge.net – offenbar auf Druck des US-Außenministeriums hin – alle Zugriffe von Benutzern, die aus so genannten Schurkenstaaten stammen oder individuell auf einer der zahlreichen Sperrlisten des US-Handelsministeriums stehen (http://tinyurl.com/lu1003-listen). Diese Sperre betrifft nicht etwa nur Anwender, sondern auch die Projektbetreuer selbst. So gelangen beispielsweise Open-Source-Entwickler aus Kuba, dem Iran, Nordkorea, dem Sudan oder Syrien nicht mehr an ihren eigenen Code (http://tinyurl.com/lu1030-sfnet).
Auf die wütenden Proteste aus der aufgebrachten Community hin, die in diesem Schritt einen Schlag ins Gesicht des Open-Source-Gedankens sieht, konnten die Seitenbetreiber nur mit einer hilflosen Entschuldigung reagieren: Als in den USA ansässiger Hoster sei man wohl oder übel gezwungen, den Maßgaben der lokalen Gesetze Folge zu leisten, anderenfalls drohten saftige Geldstrafen und sogar Gefängnis (http://tinyurl.com/lu1030-sfnet).
Der Fall erscheint als besonders delikat, weil noch einen Tag vor der Sperre ausgerechnet US-Außenministerin Hilary Clinton in einer markigen Rede weltweit freien Zugang zum Internet gefordert und Webzensur mit der einstigen Berliner Mauer verglichen hatte (http://tinyurl.com/lu1003-clinton). Gemeint war damit freilich die Volksrepublik China im Hinblick auf den aktuellen Streit mit Google – für die USA selbst gelten offenbar die eigenen Regeln nicht.
Toorox 01.2010: Jetzt auch in 64 Bit
Die noch relativ junge Distribution Toorox (http://toorox.de) von Jörn Lindau basiert auf Gentoo und Knoppix, als Desktop kommt KDE 4 zum Einsatz. Mit Toorox 01.2010 steht den Fans der grafisch sehr anspruchsvollen Gentoo-Version jetzt neben der 32-Bit-Variante auch eine 64-Bit-Version zur Verfügung. Als Basis für die rund 1,8 GByte große Live-DVD dient der Kernel 2.6.32-gentoo, als Oberfläche kommt KDE 4.3.4 zum Einsatz.
Zu den wichtigsten Neuerungen von Toorox 01.2010 gehört der überarbeitete Installer, der nun auch ein Home-Verzeichnis auf einer separaten Partition erlaubt. Der Bootloader lässt sich nicht mehr nur in den MBR, sondern jetzt auch in eine Partition oder auf Diskette schreiben. Neu im Software-Fundus sind Umtsmon für das mobile Internet, Gftp (als Ersatz für das veraltete KFTPgrabber) und das DJ-Programm Mixxx.



