Technik-Dinosaurier
Reanimation alter Programme mit Dosbox
Inneneinrichter
Nach einem Wechsel auf das CD-Laufwerk D: machen Sie das Installationsprogramm ausfindig und starten es. Meist heißt die entsprechende Datei install.bat, install.exe oder setup.exe. Sollte ein Spiel nach der eingebauten Soundkarte fragen, wählen Sie am besten zuerst die automatische Erkennung. Standardmäßig emuliert Dosbox eine Soundblaster-16-Karte (Abbildung 5).
Nach der Installation gelangen Sie wieder zum DOS-Prompt zurück und wechseln ins Laufwerk C:, wo Sie das Programm oder Spiel starten. Sofern Sie den Dateinamen nicht wissen, fahnden Sie nach Dateien mit dem Suffix .exe oder .bat – genau wie unter Windows.
TIPP
Mit der Tastenkombination [Alt]+[Eingabe] wechseln Sie zwischen Vollbildmodus und Fensterdarstellung.
Statt die Mount-Befehle nach jedem Start der Dosbox erneut einzugeben, empfiehlt es sich, dem Emulator diese Arbeit zu überlassen. Im ursprünglichen MS-DOS gab es die Datei autoexec.bat genau für diesen Zweck. Alle darin platzierten Befehle führte das System nach dem Start automatisch aus. Dieses Verhalten simuliert der Abschnitt [autoexec] in der Dosbox-Konfigurationsdatei dosbox-0.73.conf. Sie finden den Abschnitt am unteren Ende der Datei, wo Sie einfach alle benötigten Mount-Befehle in jeweils einer eigenen Zeile anhängen.
Discjockey
Die meisten DOS-Spiele und Programme gelangten einst auf Disketten zum Kunden, so auch die ersten Windows-Versionen. Verfügen Sie noch über ein Diskettenlaufwerk, legen die erste Diskette ein und mounten sie unter Linux. Alternativ kopieren Sie den Inhalt in ein Verzeichnis, wie zum Beispiel /home/tim/disk. In beiden Fällen mounten Sie den Ordner mit dem Disketten-Inhalt in der Dosbox wie folgt:
Z:\>mount A /home/tim/disk -t floppy
Diskettenlaufwerke erhielten unter MS-DOS grundsätzlich die Laufwerksbuchstaben A: und B: zugewiesen. Auch in diesem Fall empfiehlt es sich, die Konvention zu beachten.
Viele Spiele – und erst recht Windows – kamen auf mehreren Disketten. Genau wie unter MS-DOS fordert das Setup auch in Dosbox bei der Installation einen Diskettenwechsel an. Sofern Sie mit einem physikalischen Diskettenlaufwerk arbeiten, hängen Sie die Diskette unter Linux aus, legen die nächste ein, mounten sie unter Linux und melden der Dosbox den Wechsel mit [Strg]+[F4]. Haben Sie den Inhalt der Diskette in ein Verzeichnis kopiert, leeren Sie dieses, kopieren den Inhalt der nächsten Diskette hinein und drücken auch hier [Strg]+[F4].
Allerdings fangen einige Desktop-Manager die Tastenkombination ab und wechseln stattdessen auf eine andere (virtuelle) Arbeitsfläche. In diesem Fall ändern Sie die Tastenbelegung. Dazu beenden Sie die Dosbox und starten sie per dosbox -startmapper erneut. Damit landen Sie in einem Interface zum Ändern der Belegung (Abbildung 6). Es zeigt eine virtuelle Tastatur sowie alle Sondertasten.
Hier klicken Sie Swap Image an (rechts unten), wählen dann Add und drücken einen Ersatz für die Taste [F4]. Per Save und Exit geht es anschließend wieder zurück. Mit diesem Modus beheben Sie auch andere Probleme, die beim Betrieb von Dosbox auftreten (siehe Kasten "Bitte recht freundlich").
Bitte recht freundlich
Standardmäßig erstellt [Strg]+[F5] einen Screenshot und speichert ihn im versteckten Verzeichnis ~/.dosbox/capture. [Strg]+[Alt]+[F5] zeichnet das Geschehen sogar als Video auf, ein weiterer Druck auf die drei Tasten beendet die Aufnahme. Das Ergebnis spielt beispielsweise der MPlayer ab. Allerdings schalten bei dieser Tastenkombination die meisten Distributionen auf eine Konsole, weshalb Sie der Funktion über den Mapper eine andere Kombination zuweisen sollten.
Einige Programme ersparen Ihnen das Gefummel mit der Tastenbelegung. Kopieren Sie einfach die Inhalte sämtlicher Disketten unter Linux in ein Verzeichnis, und mounten Sie dieses als Festplatte in der Dosbox. Anschließend starten Sie von dort das Installationsprogramm. Windows 3.1 (Abbildung 7) macht diesen Trick mit, viele Spiele hingegen nicht – hier hilft nur ausprobieren.



