Buchtipp

Gut gegreppt ist schnell gefunden

Ob bei der Suche nach einem Konfigurationsparameter im Verzeichnis /etc oder einer Fehlermeldung in einem Logfile – das Kommandozeilentool Grep leistet tagtäglich gute Dienste beim Wühlen nach Textstellen in ASCII-Dateien. Wie weit seine Fähigkeiten über die einfache Suche hinausreichen, fasst das Buch "Grep" von John Bambenek und Agnieszka Klus aus der Reihe "Kurz & Gut" des O'Reilly-Verlags zusammen.

Bei den Erläuterungen beziehen sich die beiden Autoren ausschließlich auf die Grep-Variante aus dem GNU-Projekt, weisen aber darauf hin, dass weitere Implementationen existieren. Sowohl die GNU- als auch die anderen Varianten spielen ihr volles Potential im Zusammenspiel mit Regulären Ausdrücken aus, also Suchmustern, die – richtig eingesetzt – sehr präzise beschreiben, wie das zu findende Textfragment auszusehen hat.

Aufgrund des geringen Umfangs erschließt das Buch das Thema Reguläre Ausdrücke nicht umfassend, erläutert aber den Unterschied zwischen einfachen und erweiterten Ausdrücken und zeigt ansatzweise die Unterschiede zwischen den verschiedenen Engines zum Verarbeiten von Regulären Ausdrücken.

Darüber hinaus liefert es – und das braucht es ja im Alltag auch oft – kurze, prägnante Beispiele zu verschiedenen Anwendungsfällen von Grep. Damit erfüllt die Lektüre ihren Anspruch als Kurzreferenz ausgezeichnet. Über diesen naheliegenden Einsatz von Grep hinaus eignet sich das Programm auch in eingeschränktem Maße als Werkzeug zum Durchsuchen von Binärdateien. Hier zeigen die Autoren einige Tricks, wie Sie so etwas am besten in der Praxis angehen. (agr)

John Bambenek, Agnieszka Klus

Grep -- kurz & gut

O'Reilly, 2009

ISBN 978-3-89721-550-4

79 Seiten, 9,90 Euro

http://www.oreilly.de

Mit frischem Schwung in die Bezier-Kurve

Natürlich kommt Skepsis auf, wenn ein Verlag einen Kernentwickler einer freien Software als Autor für ein Buch zu selbiger engagiert. Dmitry Kirsanov liefert allerdings mit "The Book of Inkscape" keineswegs eine reine Lobeshymne ab: Ihm gelingt die spannende Gratwanderung zwischen intimen technischen Details und einem distanzierten Blick auf die Fähigkeiten der Vektoreditors im Vergleich zur freien und kommerziellen Konkurrenz sowie in Bezug auf die Anforderungen der Benutzer. Heraus kommt dabei ein Buch mit großen praktischen Nutzen und erstaunlich unterhaltsamen Anteilen.

Das an manchen Stellen tatsächlich die Begeisterung mit dem Autor ein wenig durchgeht, stört den Lesefluss keineswegs. Durch den sehr persönlichen Stil, der sich in Sachbüchern aus dem angloamerikanischen Sprachraum häufig findet, gewinnt die trockene Materie an vielen Stellen an Schwung. Darüber hinaus gewichten die Tipps des Experten die vielen Möglichkeiten der Software ein wenig und zeigen so nebenbei Wege auf, den eigenen Umgang mit dem Programm zu perfektionieren.

Inkscape bietet bereits jetzt viele Möglichkeiten zum Gestalten von Grafiken. Diesen widmet sich der Autor ausführlich und mit vielen Querverweisen, sodass sich das Buch hervorragend als Nachschlagewerk beim Arbeiten eignet. Dass die einzelnen Abschnitte dabei etwas kurz ausfallen, ließe sich verschmerzen. Allerdings hätte ein etwas umfangreicherer Praxisteil mit komplexen Beispielen dem Buch sehr gut getan. Hier leistet zum Beispiel das Buch "Inkscape" aus dem Dpunkt-Verlag (siehe LinuxUser 02/2009) bessere Dienste. Alles in allem erweist sich "The Book of Inkscape" aber als durchweg nützliche Lektüre für alle, die sich ernsthaft mit dem Vektorzeichenprogramm beschäftigen wollen.

Dmitry Kirsanov

The Book of Inkscape

No Starch Press 2009

ISBN 978-1-59327-181-7

448 Seiten, 36 Euro

http://www.nostarch.com

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