Serie Postscript/PDF-Tools
| Teil 1 | Anzeigen und Konvertieren | LU 08/2009 |
| Teil 2 | Zerlegen und Zusammensetzen | LU 09/2009 |
Jeder von uns kennt das Problem: Vor uns liegt ein mehrseitiges, großes Dokument – und daraus brauchen wir nur eine einzige Seite. Alles andere nimmt nur unnötig Platz weg, interessiert uns im Moment nicht oder lenkt uns gar von Wichtigerem ab. Die bisher übliche Verwendung von Scanner und Schere beziehungsweise der Ausdruck eines Bildschirmfoto sind sicher ein gut gemeinter Schritt in die richtige Richtung, führen aber zu aufwändigen Experimenten mit anderen Tools. Bei der Einmaligkeit des Vorgangs ist der Aufwand vielleicht noch vertretbar. Spätestens dann, wenn eine gewisse Regelmäßigkeit einkehrt, steigt die Sehnsucht nach einer Alternative, welche der Qualität des Dokuments und der vorhandenen Zeit gerecht wird.
Auseinandergezupft
Ein Blick in das wohlsortierte Linux-Werkzeugkasten-Sortiment fördert für Postscript das Paket Psutils [1] und für PDF die Tools Pdftk [2] und Pdfjam [3] zu Tage. Darin verbergen sich die Programme psselect, psmerge, pdftk, pdfjam und pdfjoin.
Um etwa die 42. Seite aus einem Postscript-Dokument zu extrahieren, bemühen Sie am besten das Tool psselect:
$ psselect -q -p42 voll.ps s42.ps
In der Datei s42.ps befindet sich jetzt nur noch eine Seite. Die Option -q sorgt dafür, dass die Seitennummerierung beibehalten wird, die Option -p gibt die Seitennummer ("page") an. Zu beachten: Zwischen der Option und dem zugehörigen Wert dürfen keine Leerzeichen stehen.
Psselect gestattet daneben auch, mehrere Seiten in Form einer mit Kommas getrennten Liste oder als Bereich anzugeben, um eine ganze Folge von Seiten zu separieren:
$ psselect -q -p1,5,23-42 voll.ps teil.ps
Dieser Aufruf entnimmt der Datei voll.ps die Seiten 1 und 5 sowie 23 bis 42 und speichert diese in der Datei teil.ps. Erweitern Sie den Aufruf um die Option -r, speichert das Tool die Seiten in umgekehrter Reihenfolge ab.
Gerade, ungerade
Hilfreich können auch die beiden Optionen -o und -e sein. Mit -o ("odd") wählen Sie alle Seiten mit ungerader Nummer aus, mit -e ("even") aller mit gerader. Typischer Einsatz: die Ausgabe auf einem nicht-duplexfähigen Drucker. Zunächst drucken Sie alle Vorderseiten (ungerade Seitenzahlen), dann wenden Sie den Papierstapel und lassen den Drucker die Rückseiten gefüllt. Weist das Dokument eine ungerade Seitenanzahl auf und Sie drucken zuerst alle geraden Seiten, müssen Sie beim zweiten Druckvorgang ein zusätzliches Blatt für die letzte Seite einlegen. Dessen Rückseite bleibt leer.



