Distributionen

Aus LinuxUser 09/2009

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Distributions-News

Anatolischer Leopard: Pardus Linux 2009

Das aus der Türkei stammende Pardus Linux (http://www.pardus.org.tr/) leitet seinen Namen aus der zoologischen Bezeichnung des anatolischen Leoparden Panthera pardus ab. Die Distribution legt besonderen Wert auf die Benutzerfreundlichkeit, um möglichst viele Anwender zu erreichen: Pardus 2009 liegt in elf Sprachen vor, darunter Deutsch. Als Desktop kommt ein aktuelles KDE 4.2.4 zum Einsatz. Unter der Haube werkelt ein Kernel aus der 2.6.30er-Generation, der für breite Hardware-Unterstützung sorgt.

Zu den auffälligen Neuerungen zählt das komplett überholte Artwork der Distribution. Die aktuelle Version bringt zudem zahlreiche Pakete auf den neuesten Stand, die sich über den distributionseigenen Paketmanager PiSi einspielen lassen. Mit an Bord sind nun unter anderem Open Office 3.1.0.6, Firefox 3.5, Gimp 2.6.6 und X.org 1.6.2. Nicht zuletzt aktualisierten die Entwickler die Pardus-Manager-Tools und steigerten die Performance des Systems.

Möchten Sie Pardus Linux ausprobieren, laden Sie die neue Version vom FTP-Server des Projekts (ftp://ftp.pardus.org.tr/pub/pardus/kurulan/2009/) herunter. ->DVD

Das besonders anwenderfreundliche Pardus 2009 bringt neueste Software mit.

Das besonders anwenderfreundliche Pardus 2009 bringt neueste Software mit.

SLAMPP 2.0: Live Linux mit LAMPP und mehr

Die auf Zenwalk 6.0 basierende Live-Distribution SLAMPP 2.0 (http://slampp.abangadek.com) eignet sich ideal als Plattform für Webentwickler: Das Linux-System enthält unter anderem Apache, MySQL, PHP und Perl (LAMPP). Das zusätzliche “S” im Namen weist darauf hin, dass sich die Distribution in Sachen Software bei Slackware bedient. Das Paketmanagement erfolgt mittels Slapt-get, Netpkg oder Zendo. Die Distribution lässt sich von DVD oder einem USB-Medium booten und eignet sich sowohl für den Live-Betrieb als auch die Installation auf der Festplatte.

Optional lässt sich die mit Hilfe der Linux-Live-Skripts erstellte Live-DVD auch remastern. Auf diese Weise können Entwickler ihre Webanwendungen in ein Live-Demo-System packen. Mit an Bord sind Apache 2.2.11, PHP 5.2.10, Perl 5.10.0 und MySQL 5.0.82. Daneben gibt es Ruby on Rails mit der Ruby-Version 1.8.7_p174 sowie Python 2.6.2 samt Web.py und Django. Zudem liefert SLAMPP SQLite 3.6.14.2, PostgreSQL 8.3.7, Netbeans 6.7 und EasyEclipse for LAMP. Eine Auflistung aller Pakete liefert die Homepage der Distribution.

Das rund 1,9 GByte große DVD-Image von SLAMPP 2.0 steht über die Download-Seite des Projekts zum Download von diversen Spiegelservern bereit. ->DVD

SLAMPP 2.0 hat bereits alles an Bord, was des Webentwicklers Herz begehrt.

SLAMPP 2.0 hat bereits alles an Bord, was des Webentwicklers Herz begehrt.

Ultilex 4.0.0: die ultimative Linux-Erfahrung

Der Name ist Programm: Ultilex (http://ultilex.linux-bg.org/) steht für “Ultimate Linux Experience”. Die Multiboot-Live-Distribution will dem Anwender die ganz besondere Linux-Erfahrung bescheren, indem sie einen bunten Strauß an sehr schlanken oder spezialisierten Linux-Distributionen auf einer Disk zusammenfasst. In der aktuellen Version 4.0.0 bringt Ultilex neben dem Slackware-Derivat Slax 6.1.1 noch Puppy Linux 4.2.1, Tiny Core Linux 2.1, die System Rescue CD 1.2.2 sowie Parted Magic 4.3 (samt integriertem Clonezilla) mit.

Das gerne auch als Schweizer Taschenmesser der Linux-Distribution apostrophierte System lässt sich auch auf einem USB-Stick installieren und bietet so die Möglichkeit, Änderungen im Live-Modus zu speichern. Das Dokument “The Dao of ULTILEX” (http://ultilex.linux-bg.org/the_dao_of_ultilex.html) liefert zudem eine Beschreibung, mit deren Hilfe Sie eigene Multiboot-CDs mastern. ->DVD

Schweizer Linux-Taschenmesser: Ultilex fasst fünf schlanke und praktische Distributionen multibootfähig auf einer CD zusammen.

Schweizer Linux-Taschenmesser: Ultilex fasst fünf schlanke und praktische Distributionen multibootfähig auf einer CD zusammen.

Drittes Update für Ubuntu 8.04 LTS

Mit einer Verspätung von rund zwei Wochen auf den ursprünglichen Fahrplan hat das Ubuntu-Team Mitte Juli das dritte Maintenance-Update für Ubuntu 8.04 LTS zum Download freigegeben (http://www.ubuntu.com/getubuntu/download). Die Version 8.04.3 enthält rund 80 Updates und unterstützt auch zahlreiche neue Hardware. Eine detaillierte Liste sämtlicher Änderungen hält das Ubuntu-Wiki unter https://wiki.ubuntu.com/HardyReleaseNotes/ChangeSummary/8.04.3 vor.

Ubuntu 8.04.3 gibt es für die Architekturen i386 und x86_64 auf neuen Installations-CDs für die Desktop-, Server- und Alternate-Version. Die neuen Medien dienen in erster Linie Neuinstallationen – setzen Sie bereits Ubuntu 8.04 ein und haben sämtliche Updates eingespielt, müssen Sie das System nicht auf 8.04.3 auffrischen. Der Support für die Desktop-Version von Ubuntu 8.04 läuft noch bis zum April 2011, die Server-Variante beliefert Canonical noch bis 2013 mit Sicherheitspatches. ->DVD

Ubuntu 8.04.3 LTS enthält rund 80 Updates und unterstützt zahlreiche neue Hardwarekomponenten.

Ubuntu 8.04.3 LTS enthält rund 80 Updates und unterstützt zahlreiche neue Hardwarekomponenten.

Debian: Gerangel um Freeze-Zyklus und “Squeeze”

Am 29. Juli gab das Debian-Release-Team bekannt auf einen festen zweijährigen Freeze-Zyklus wechseln zu wollen (http://www.debian.org/News/2009/20090729). Im Dezember von Jahren mit ungerader Jahreszahl sollten Releases eingefroren werden, im darauf folgenden Jahr sollte dann die Freigabe erfolgen. Erster Kandidat sei mit Version 6.0 “Squeeze”, das diesen Dezember eingefroren werde und dann in der ersten Jahreshälfte 2010 erscheine.

Tags darauf, am 30. Juli, kippte das Projekt den Beschluss schon wieder. “In Anbetracht des Feedbacks aus der Debian-Community auf die ursprüngliche Ankündigung” habe das Release-Team “beschlossen, die für Dezember 2009 als vorgeschlagenen Freeze-Termin getroffene Entscheidung noch einmal zu überprüfen”, hieß es in einer kleinlauten Meldung im Nachrichtenbereich des Projekts (http://www.debian.org/News/2009/20090730). Einen neuen Freeze-Zeitpunkt für “Squeeze” werde man nach einer eingehenden Prüfung Anfang September bekanntgeben.

Mit den “Feedbacks aus der Community” meint die Meldung offenbar die erbitterten Proteste aus Projektkreisen (http://tinyurl.com/lu0909-debfreeze), die sofort nach Bekanntwerden des Beschlusses zu einem festen Freeze-Zyklus einsetzten. Neben Schwierigkeiten mit dem “frühen” Freeze und Befürchtungen hinsichtlich möglicher Qualitätsverluste tauchte in der Diskussion auch des öfteren das Argument auf, damit spiele man Ubuntu in die Hände: Der Beschluss für einen festen Freeze-Zeitpunkt hätte es ermöglicht, die Releases von Debian und Ubuntu zu synchronisieren, wie das Mark Shuttleworth wiederholt vorgeschlagen hat. Viele Debianer befürchten, dabei gegenüber Ubuntu ins Hintertreffen zu geraten und möglicherweise sogar Anwender an das südafrikanische Debian-Derivat zu verlieren.

OpenSuse-Nutzer fordern KDE als Standarddesktop

Bis zur Übernahme der Suse Linux AG durch Novell war KDE unumstritten der Standard-Desktop der Nürnberger Distribution. Jetzt fordern OpenSuse-Nutzer vermehrt, zu diesem Zustand zurückzukehren: Im OpenSuse-Feature-Tracking-System (openFATE) ist das zurzeit am meisten gewünschte Feature, KDE wieder als Standarddesktop einzusetzen (https://features.opensuse.org/306967). Den entsprechenden Feature Request reichte das neu gewählte KDE-Vorstandsmitglied Frank Karlitscheck ein.

Da Novell für die von OpenSuse abgeleiteten Enterprise-Produkte Gnome als Standard-Desktop empfiehlt, listet die Installationsroutine von OpenSuse als Kompromiss zwischen Tradition und Geschäftsinteressen Gnome als ersten Desktop noch vor KDE auf, wählt aber keinen der beiden aus. Dieser Kompromiss stelle aber gerade für Neueinsteiger ein unnötiges Hindernis dar, weswegen OpenSuse auch wieder zu KDE als Standard zurückkehren und Gnome als Option beibehalten solle, fordert nun Karlitscheck.

Auch der bekannte KDE-Entwickler Sebastian Kügler hat sich in die Diskussion eingemischt und fordert in seinem Blog Novell auf, Stellung zu beziehen und die unberechtigte Bevorzugung von Gnome zu beenden (http://vizzzion.org/?blogentry=919). Novell könne nur durch eine Rückkehr zu KDE beweisen, dass tatsächlich die Community die Richtung von OpenSuse bestimme und nicht der Kommerz.

Kurz notiert

Canonical bietet ab sofort für Ubuntu kommerziellen Desktopsupport für Privatanwender (“Starter”), Business-User (“Advanced”) und kleine Unternehmen (“Professional”) an (http://shop.canonical.com/index.php?cPath=31_32). Alle drei Varianten umfassen 5×9-Telefonsupport, E-Mail-Support sowie Sicherheits- und Produktupdates. Die Preise reichen von 48 bis 192 Euro jährlich.

Das auf Foresight Linux basierenden Gnome Developer Kit (http://live.gnome.org/GnomeDeveloperKit) bringt einen täglich aus den Quellen aktualisierten Gnome-Desktop samt rund 100 Anwendungen mit. Als Paketmanager dient dabei Conary. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Gnome-Entwickler und die Übersetzer in den Lokalisierungsteams.

Das wochenlange Abtauchen von Lance Davis brachte Ende Juli vorübergehend CentOS aus dem Tritt: Der Projekt-Mitbegründer verwaltete nicht nur die CentOS-Webdomain, sondern auch alle Rechte und Marken sowie die Spendengelder. Auf einen offenen Brief auf der Website hin (http://www.centos.org/modules/news/article.php?storyid=381) meldete er sich aber nach wenigen Tagen und übergab die Domain sowie alle Zuständigkeiten in den Gesamtbesitz des Projekts.

In den erlauchten Kreis der 500 größten an der US-Börse notierten Unternehmen rückte Mitte Juli Red Hat auf (http://tinyurl.com/lu0909-redhat). Nach der Bekanntgabe der Aufnahme in den S&P-500-Index legten die Aktien des Unternehmens prompt acht Prozent zu.

Der Community-Remix Omega 11 (http://omega.dgplug.org) basiert auf Fedora 11, bedient sich jedoch anders als das Original auch in den Non-Free-Repositories von RPM Fusion. Das ist zwar nicht die reine Lehre, macht aber multimedia-affinen Desktopanwendern das Leben leichter.

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