Neues rund um Linux

Aus LinuxUser 09/2009

Neues rund um Linux

Aktuelles

KDE 4.3 bringt zahlreiche neue Features

Das am 4. August erschienene KDE 4.3 (http://kde.org/announcements/4.3/) bringt neben vielen Bugfixes eine Reihe von Verbesserungen beim Plasma-Desktop und den Anwendungen. Das Desktop-Thema “Air” wirkt heller und leichter als das Thema aus früheren KDE 4-Versionen. Der Fenstermanager KWin passt sich besser an das eingestellte Plasma-Thema an und bringt einige neue und verbesserte Effekte. Abstandshalter bieten zusätzliche Flexibilität beim persönlichen Panel-Design.

Mit KDE 4.3 halten einige neue Plasmoiden Einzug. Dazu gehören Bubblemon, ein Medienabspieler für Musik und Filme, das Open-Desktop-Plasmoid, über das Sie mit anderen KDE-Nutzern Kontakte knüpfen, “Remember The Milk” für das Zeitmanagement und die Desktop-Lupe “Magnifique”. Zudem bietet Plasma nun animierte Hintergrundbilder. Zur Auswahl stehen Mandelbrot-Fraktale, der Marble-Globus sowie ein “Virus”, das den Desktop auffrisst.

Die Ordner-Ansicht lässt sich jetzt komplett mit der Tastatur steuern, Desktop-Notizen können Sie nun mit Formatierungen versehen. Die Fortschrittsanzeige gruppiert gleichartige Jobs und blendet die Anzeige nach einer Weile automatisch aus. Der neue KRunner sorgt durch vertikal angeordnete Symbole für mehr Übersicht und verfügt über eine Kontexthilfe für die einzelnen Such-Möglichkeiten. Klipper ermöglicht es, anhand regulärer Ausdrücke Aktionen für Inhalte der Zwischenablage auszuführen.

Das traditionelle KDE-Menü zeigt nun wahlweise auch die zuletzt geöffneten Anwendungen und einen Menüpunkt für die Systemeinstellungen. Die Systemeinstellungen selbst bringen als Option die von vielen KDE 3-Nutzern vermisste Baumansicht wieder zurück. Ein Einstellungsmodul für Solid erlaubt, Aktionen für neue eingesteckte Geräte oder eingelegte Medien zu definieren. Via PolicyKit bietet KDE 4.3 ein fein abgestuftes Privilegien- und Rechte-Management.

Auch bei den Anwendungen hat sich einiges getan. So bietet der Dateimanager Dolphin jetzt ein Schnellsuchfeld sowie eine Vorschau für Videos. Kopete verfügt über eine überarbeitete, an Qt 4 angepasste Kontaktliste und KMail unterstützt das Einfügen von Bildern in HTML-Nachrichten. Der überarbeitete Crash-Dialog DrKonqi vereinfacht das Erstellen von Fehlerberichten. Auch an KAlarm, Ark, KGpg, Marble und dem Binär-Editor Okteta arbeiteten die Entwickler fleißig. So zeigt der Desktop-Globus Marble nun auch den Mond und andere Planeten.

Desktop-Globus Marble als interaktives Wallpaper: KDE 4.3 wirkt heller und leichter als die Vorversionen und bringt zahlreiche neue Funktionen mit.

Desktop-Globus Marble als interaktives Wallpaper: KDE 4.3 wirkt heller und leichter als die Vorversionen und bringt zahlreiche neue Funktionen mit.

GUI-Bibliothek Clutter erreicht Version 1.0.0

Das Clutter-Projekt (http://www.clutter-project.org) hat die Version 1.0.0 seiner User-Interface-Bibliothek freigegeben. Die maßgeblich von Intel vorangetriebene Bibliothek bietet Entwicklern einen einfacheren Zugang zu den Möglichkeiten der Programmierung mittels OpenGL und OpenGL/ES, sodass sich deren Fähigkeiten bei der Entwicklung von Benutzeroberflächen für PCs, mobile Geräte und Embedded-Systeme voll ausreizen lassen. So umfasst Clutter beispielsweise eine ganze Reihe von einfach zu nutzenden Animationen und Effekten für 2D-Interface-Elemente, die sich in mehreren Layern anordnen lassen, und unterstützt den gleichzeitigen Einsatz mehrerer Zeigergeräte.

Da die in C geschriebene Bibliothek auch Bindings für C++, C#, Perl, Python, Ruby und Vala anbietet, kann sich zudem jeder Entwickler bei der Programmierung seiner Lieblingssprache bedienen. Intel selbst nutzt Clutter als Basis für das Benutzerinterface des aktuellen Moblin v2. Weil Clutter außerdem reibungslos mit GTK+, Cairo und Gstreamer zusammenarbeitet, haben auch die Gnome-Entwickler die Bibliothek bereits adoptiert: Die Oberfläche des voraussichtlich 2010 erscheinenden Gnome 3.0 wird auf Clutter aufsetzen – Näheres dazu lesen Sie im Artikel “Pediküre” in LinuxUser 07/2009 (https://www.linux-community.de/artikel/18703/).

Die jetzt freigegebene Version 1.0.0 von Clutter dient als erstes stabiles Release der 1.0.x-Serie und stabilisiert die APIs von Clutter und der zugrunde liegenden GPU-Rendering-Library COGL für alle folgenden Versionen der 1.x-Reihe. Einen Tarball mit den Quellen des unter der LGPL 2.1 lizenzierten Clutter 1.0.0 finden Sie auf den Downloadseiten des Projekts. Vorkompilierte Debian- (für Etch und Unstable) und Ubuntu-Pakete (für “Edgy” bis “Hardy”) bietet das Opened-Hand-Repository unter http://debian.o-hand.coman.

Auch der Fenstermanager und die Oberfläche der nächsten Gnome-Hauptversion 3.0 basieren auf der Clutter-Bibliothek.

Auch der Fenstermanager und die Oberfläche der nächsten Gnome-Hauptversion 3.0 basieren auf der Clutter-Bibliothek.

Miro: Webvideo-Player in Version 2.5 erschienen

Der Version 2.5 des Webvideo-Abspielers Miro (http://www.getmiro.com) haben die Entwickler nicht nur eine komplett überarbeiteten Oberfläche spendiert, sondern schraubten auch intensiv an der Performance. So startet Miro 2.5 auch bei Anwendern, die viele Feeds nutzen, zwei bis vier Mal schneller. Neu ist ein eigener Bereich für Audio-Podcasts. In der Sidebar bringt Miro zudem einen Button mit, über den Sie Youtube-Videos herunterladen, und geht intelligenter mit Bittorrent-Dateien um. Das Benutzerschnittstelle der Software umfasst jetzt die Unterpunkte Audio, Video und Anderes. Ein überarbeitetes Interface erleichtert das Abspielen von Audiodateien.

Zu Redaktionsschluss lagen neben dem Quellcode (http://www.getmiro.com/download/all/) auch aktualisierte Pakete für Ubuntu “Jaunty”, “Intrepid” und “Hardy” in einem eigenen Repository vor (http://www.getmiro.com/download/for-ubuntu/). Benutzer anderer Distributionen wie Fedora, OpenSuse und Mandriva müssen eventuell noch etwas warten, bis sie die aktuelle Version über den Paketmanager installieren können. ->DVD

Mit Miro 2.5 genießen Sie auch auf dem Netbook Video- und Audio-Casts.

Mit Miro 2.5 genießen Sie auch auf dem Netbook Video- und Audio-Casts.

Raw Therapee 2.4 mit Exif-Support und Batch-Funktion

Raw Therapee (http://www.rawtherapee.com), das jetzt in Version 2.4 vorliegt, konvertiert die speicherintensiven RAW-Bilder mit 16 Bit Farbtiefe in herkömmliche Bildformate wie JPG, PNG oder TIFF. Dabei können Sie die Helligkeit und Farbgebung der Bilder beeinflussen und weitere grundlegende Änderungen vornehmen. Das aktuelle Release verbessert einige Funktionen und macht den Umgang mit der Software komfortabler. So lässt es etwa das Bearbeiten von Textinformationen in Bildern zu, die im EXIF- oder IPCT-Format vorliegen. Auch den Dateibrowser verbesserten die Entwickler, er stellt nun Thumbnails optimaler dar. Außerdem bietet Raw Therapee 2.4 die Möglichkeit, mehrere Fotos im Batch-Betrieb auf einen Schlag zu verarbeiten. Auch die Auto-Belichtung und der Weißabgleich funktionieren besser. Nicht zuletzt gibt es eine Möglichkeit, Bilder direkt an eine Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop oder Gimp zu schicken. Raw Therapee steht unter http://www.rawtherapee.com/?mitem=1&artid=42 in 32- und 64-Bit-Varianten zum Download bereit. ->DVD

Nmap 5.0 mit zahlreichen Verbesserungen und deutlich schneller

Als wichtigstes Release seit der Einführung von Nmap im Jahr 1997 bezeichnen die Entwickler des beliebten Netzwerkanalysewerkzeugs die neue Version 5.0. Sie arbeitet spürbar schneller, und das grafische Interface Zenmap verfügt über deutlich mehr Funktionen als bisher. Mit über 600 Änderungen fallen die Release Notes (http://nmap.org/5/) zur neuen Version entsprechend umfangreich aus.

Zu den wichtigsten Erweiterungen zählen ein neues Ncat-Tool zur Überwachung des Datenverkehrs und das Werkzeug Ndiff für automatisierte Netzwerkscans. Mithilfe der Nmap Scripting Engine (NSE) lassen sich zahlreiche Aufgaben über Skripte automatisieren. Neben vielen überarbeiteten Skripten enthält Nmap 5.0 auch 32 neue Kommandodateien, die zum Beispiel offene Proxy-Server finden oder einen Brute-Force-Angriff gegen POP3-Server vornehmen.

Nmap 5.0 steht auf http://nmap.org im Quellcode oder als Binärpaket für Linux, Mac oder Windows zum Download bereit. ->DVD

Aufpoliert: Dank Zenmap kommen auch Freunde der grafischen Oberfläche in den Genuss der meisten Vorteile von Nmap 5.0.

Aufpoliert: Dank Zenmap kommen auch Freunde der grafischen Oberfläche in den Genuss der meisten Vorteile von Nmap 5.0.

Freier Webbaukasten Webmatic in Version 3.0.0

Mit Webmatic (http://tinyurl.com/lu0909-webmatic) stellen Sie auch ohne Vorkenntnisse ihre Website online schnell zusammen. Für die jetzt verfügbar Version 3.0.0 haben die Entwickler die GPL-Software komplett umgeschrieben. Die Programmierer setzen dabei voll auf Objekt-Orientierung, weshalb das neue Webmatic PHP 5 voraussetzt. Dafür ist die Software nun schlanker und schneller. Dank des modularen Aufbaus kann man eigene Erweiterungen unkompliziert einbinden. Außerdem speichert Webmatic nun Passwörter als MD5-Prüfsumme und verwendet ein CSS-artiges System für die Skins der Oberfläche.

Neben Webseiten können Sie mit Webmatic auch einen Newsletter, eine FAQ sowie eine Suchmaschine einrichten. Mehrsprachigkeit und Werbebanner haben die Entwickler ebenfalls vorgesehen. Die Software lässt sich auf der Demo-Seite http://www.valarsoft.com/wmdemo/ ausprobieren. Auf der ebenfalls mit Webmatic erstellten Website des Herstellers Valarsoft steht der GPL-lizenzierte PHP-Code zum Download als Zip-Archiv bereit. ->DVD

Der Webseiten-Baukasten Webmatic bietet ein übersichtliches Verwaltungsinterface.

Der Webseiten-Baukasten Webmatic bietet ein übersichtliches Verwaltungsinterface.

Kurz notiert

Nachdem Linus Torvalds auf der Kernel-Mailingliste mehrfach Alan Cox wegen eines von diesem eingereichten Patches für das TTY-Subsystem scharf angegriffen hatte, trat Cox Ende Juli als Maintainer dieses Subsystems zurück (http://lkml.org/lkml/2009/7/28/375). In die Bresche sprang kurz entschlossen Greg Kroah-Hartman.

Der Video-Editor LiVES (http://lives.sourceforge.net) hat Version 1.0 erreicht. Große Veränderungen zur Pre-1-Version gab es allerdings nicht mehr. Die Entwickler verbesserten vor allem noch die Übersetzungen und spendierten dem Tool die Möglichkeit, DV-Dateien mit mehr als 2 GByte Umfang zu öffnen.

KDE ist Millionär: Das Projekt feierte Mitte Juli den millionsten eingereichten Code-Beitrag, der übrigens dem PIM-Framework Akonadi galt (http://tinyurl.com/lu0909-kde-1m). Nur wenig später erklärte sich Mozilla zum Milliardär: Der Browser Firefox erreichte die Rekordmarke von 1000 Millionen Downloads (http://www.spreadfirefox.com).

Für gerade einmal 300 Euro bietet Acer über Amazon das Notebook Extensa 5235-571G16N mit 2-GHz-Celeron, 1 GByte RAM, 160-GByte-HDD, DVD+-DL-Brenner und Intel-Chipsatzgrafik an – mit vorinstalliertem Linpus-Linux (http://tinyurl.com/lu0909-amazon).

KDE- und Gnome-Entwickler haben gemeinsam das Projekt Secret Storage API gestartet (http://tinyurl.com/lu0909-secstrgapi). Es soll eine einheitliche Schnittstelle für Desktop-Anwendungen schaffen, die Passwörter oder andere geheime Daten speichern möchten.

Die Event-Logging-Software Zeitgeist für Gnome (https://launchpad.net/zeitgeist/) dient quasi als Browser-History für den Desktop und soll spätestens in Gnome 3.0 einfließen. Mit Version 0.2, Codename “Okidoki”, gibt es nun ein erstes öffentliches Release als Quellcode und Ubuntu-PPA.

Mit der Melco-Gruppe, zu der auch der bekannte Netzwerkausrüster Buffalo gehört, hat sich jetzt ein weiteres Unternehmen auf ein Patentabkommen mit Microsoft eingelassen. Laut einer Pressemeldung von Microsoft (http://tinyurl.com/lu0909-ms-melco) bezieht sich das Abkommen, das Melco zu Lizenzzahlungen verpflichtet, speziell auf Buffalos NAS-Geräte und Router mit Linux-Betriebssystem.

LinuxUser 09/2009 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE
ABONNEMENTS
TABLET & SMARTPHONE APPS
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr, enthaltene Informationen sind möglicherweise veraltet.

0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben