Dillo zeigt, dass es nicht immer Firefox sein muss
Firefox und Opera haben sich als Quasi-Standards in der Linux-Webbrowser-Welt etabliert. Dass man aber auch mit weniger Funktionen surfen kann, zeigt Dillo. Das Programm feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Im Gegensatz zu den Platzhirschen beschränkt sich Dillo auf die Darstellung der reinen HTML-Elemente. Frames und Flash unterstützt das Tool ebensowenig wie Javascript.
Das Layout einiger Seiten, wie beispielsweise Wikis, gibt Dillo daher nicht korrekt wieder. Dafür besticht der Browser besonders durch seine Geschwindigkeit und baut Seiten blitzartig auf. Trifft er dabei auf Fehler im HTML-Code, signalisiert er das durch einen Käfer in der rechten unteren Fensterecke an. Klickt der Nutzer diesen an, zeigt Dillo eine Liste mit allen auf der aktuellen Webseite gefundenen Fehlern.
Darüber hinaus unterstützt Dillo auch Tabbed-Browsing und bietet sogar eine Websuche via Google. Cookies lehnt der Browser in der Standardeinstellung ab. Dieses Verhalten passen Sie in der Konfigurationsdatei .dillo/cookiesrc mithilfe eines Texteditors an und legen Ausnahmen für bestimmte Webseiten fest. Dillo bietet dazu die Einstellungen Deny, Accept und Accept-Session. Aussagekräftige Beispiele dazu finden Sie im FAQ-Bereich der Dillo-Webseite.
Wertung
Der Webbrowser Dillo glänzt durch Geschwindigkeit, unterstützt aber weder Frames noch aktive Inhalte. Wer damit leben kann, findet in Dillo ein schnelle Alternative zu den Browser-Platzhirschen.
Kontrolpack hält Remote-Systeme unter Kontrolle
Kontrolpack bietet eine komfortable Oberfläche, um entfernte Systeme mit unterschiedlichen Betriebssystemen zentral über das LAN zu pflegen. Das Programm kennt die beiden Betriebsmodi Client und Server. Der Server-Dienst läuft auf dem Rechner, von dem aus Sie die restlichen Geräte administrieren. Auf den zu verwaltenden PCs kommt der Client zum Einsatz. Ob ein Rechner als Server oder Client dient, entscheiden Sie beim ersten Aufruf von Kontrolpack auf dem jeweiligen System, können die Einstellung aber später auch wieder ändern.
Nach dem Start braucht der Client lediglich IP-Adresse und Port des Servers, um sich mit diesem zu verbinden. Im Kontrolpack auf dem Server taucht der neue Rechner mit einem eigenen Reiter auf. Auf dem entfernten Rechner lassen sich Befehle ausführen, deren Ausgabe im Fenster des Kontrolpack-Servers erscheint. Darüber hinaus bietet das Programm zehn vordefinierte Operationen, die Sie per Mausklick abrufen – vom Herunterfahren des Rechners über die Anzeige von Umgebungsvariablen und Netzwerkeinstellungen bis hin zum Löschen von Dateien oder Verzeichnissen. Daneben lassen sich über ein eigenes Menü Dateien zwischen den Rechnern austauschen.
Kontrolpack gibt es in Versionen für Linux, Mac OS X und Windows. Während das Warten von Linux-Rechnern von einer Windows-Maschine aus im Test problemlos funktionierte, stürzte der Kontrolpack-Client auf einem Windows-2000-Rechner immer wieder ab.
Wertung
Kontrolpack eröffnet einen bequemen Weg, mehrere Rechner verschiedener Betriebssysteme im lokalen Netz zu administrieren.
Mit KPGen sichere Passwörter erstellen
Dass die Zugangssicherheit eines Systems nicht unerheblich von der Komplexität der verwendeten Passwörter abhängt, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Allerdings fühlen sich viele Anwender von der Wahl eines geeigneten Passworts überfordert. Hier schafft KPGen Abhilfe: Die auf der Bibliothek Crypto++ basierende Qt4-Anwendung unterstützt Sie beim Generieren von Passwörtern beliebiger Länge. Je nach Konfiguration erzeugt das Tool alphanumerische oder hexadezimale Passwörter. Auch numerische Passwörter zu eine Basis zwischen 2 und 36 lassen sich festlegen.
Standardmäßig verwendet das Programm einen so genannten Pseudo-Generator, um zufällige Werte zu generieren. Alternativ erzeugen Sie die benötigten Zufallswerte per Mausbewegung. Eine Anzeige informiert über die Qualität des generierten Passworts. Alle erzeugten Passwörter protokolliert das Tool in einer Liste, die Sie speichern und mit anderen Programmen weiterverarbeiten können. Außer Passwörtern erzeugt KPGen auch zufällige Hash-Werte, wobei Sie die Wahl zwischen elf verschiedenen Hash-Algorithmen haben. Die Palette reicht vom klassischen SHA1 über weitere SHA-Ableger und bis hin zu vier RIPEMD-Algorithmen.
Wertung
Wer kein Risiko eingehen möchte, der generiert seine Passwörter mit dem vielseitigen KPGen. Allerdings lassen sich die Resultate nicht immer einfach merken.
Pymp, die schlanke Oberfläche für MPlayer
Das Python-Programm Pymp fungiert als GTK-Oberfläche für den beliebten Mediaplayer MPlayer. Im Gegensatz zu anderen Oberflächen verwaltet Pymp lediglich Playlisten mit abspielbaren Dateien und Webstreams. Durch Anklicken eines Listeneintrags startet MPlayer die Wiedergabe. Mit Hilfe elementarer Bedienelemente unterbrechen Sie die Wiedergabe unterbrechen, spulen vor oder zurück und springen zum nächsten Eintrag in der Liste. Alternativ übergeben Sie Pymp die Befehle beim Start als Parameter – auf diese Weise lässt sich das Programm fernsteuern, etwa in Skripten.
Das Hinzufügen von Dateien zur Playlist mittels Kommandozeilenparameter unterstützt das Programm zwar nicht, beherrscht aber Drag&Drop, sodass Sie die gewünschten Media-Dateien lediglich per Maus auf Pymp ziehen müssen. Zur besseren Orientierung können Sie die Titel in der Playlist nach Titel, Pfad, Erstellungsdatum, Zugriffsdatum und Reihenfolge des Hinzufügens sortieren. Eine Suchfunktion erleichtert das Auffinden bestimmter Stücke. Standardmäßig sichert Pymp die Playlist beim Beenden und lädt sie beim nächsten Start automatisch.
Wertung
Suchen Sie eine schlanke MPlayer-Oberfläche ohne viel Schnickschnack, sind Sie bei Pymp an der richtigen Adresse.
Mit Chmsee schnell in CHM-Dateien blättern
Ursprünglich von Microsoft als Online-Hilfe entwickelt, findet man Dokumente im CHM-Format heute auch im Linux-Umfeld. Mit Chmsee steht ein Programm zur Verfügung, das diese Dokumente darstellt, wozu es die Mozilla-Gecko-Engine nutzt. Damit kann Chmsee auch Cascading Style Sheets und Javascript-Code interpretieren und den Inhalt entsprechend formatiert anzeigen. Ansonsten gibt sich Chmsee spartanisch. Es lässt sich lediglich der Zeichensatz anpassen, weitere Modifikationen sind nicht möglich.
Das Programmlayout erinnert stark an gängige Webbrowser: Eine Symbolleiste enthält die wichtigsten Funktionen, die Navigationsleiste am Fensterrand ermöglicht, Lesezeichen zu definieren oder im Index zu suchen. Die Navigationsleiste lässt sich bei Bedarf ausblenden. Auch das Tab-Konzept hat der Entwickler vom Browser übernommen. Allerdings kann Chmsee nur weitere Seiten eines Dokuments als Tab öffnen. Unterschiedliche Dokumente zeitgleich in verschiedenen Tabs zu öffnen, beherrscht das Programm nicht.
Die Konfiguration sowie alle Lesezeichen legt das Tool in einem eigenen Ordner im Home-Verzeichnis ab. Hier liegt auch ein Bookshelf-Verzeichnis, in das Chmsee alle jemals geöffneten Dokumente entpackt. Dabei liegt jedes in einem eigenen Unterverzeichnis. Den Inhalt des Bookshelfs können Sie über die Einstellungen jederzeit löschen, allerdings nur komplett. Möchten Sie nur bestimmte Dokumente loswerden, müssen Sie die entsprechenden Verzeichnisse händisch löschen.
Wertung
Chmsee ist ein nützliches Tool, für alle die regelmäßig mit CHM-Dateien arbeiten. Das Programm arbeitet zügig und konzentriert sich auf das Wesentliche.
Hashcatalog hilft beim Aufspüren von Datei-Dubletten
Auch in Zeiten von Terabyte-Festplatten bleibt Speicherplatz immer knapp. Hashcatalog hilft beim Platzsparen, indem es identische Dateien aufspürt. Das Java-Kommandozeilen-Programm besitzt keine grafische Oberfläche, benötigt aber dennoch eine aktuelle Java-Version, da es die JAXB-2.1-API für das Erstellen von Katalogdateien benötigt.
Beim Programmaufruf übergeben Sie Hashcatalog die zu prüfenden Verzeichnisse, die es daraufhin samt Unterverzeichnissen durchforstet. Mittels regulärer Ausdrücke schränken Sie dabei den zu prüfenden Bereich ein. Standardmäßig vergleicht das Tool die Dateien anhand ihres MD5-Hashwerts, alternativ lassen sich auch SHA1, SHA256, SHA384 oder SHA512 verwenden. Trifft Hashcatalog auf zwei identische Dateien, gibt es deren Hashwert und die Dateipfade auf der Konsole aus. Im Gegensatz zu anderen Tools verarbeitet Hashcatalog die ermittelten Informationen jedoch nicht weiter.
Das Programm erstellt auf Wunsch eine XML-basierte Katalogdatei eines Verzeichnisses, die sich später zu Vergleichen heranziehen lässt. Diese Vorgehensweise eignet sich besonders für Verzeichnisse, die sich selten ändern, wie beispielsweise CD-ROMs oder DVDs. In der Katalogdatei speichert Hashcatalog alle Dateien mit Namen, Pfad, Größe und letztem Modifikationsdatum sowie dem Hashwert und dem verwendeten Algorithmus.












