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Distributionen

23.02.2009

Kurz notiert

Die OpenSuse-Entwickler denken darüber nach, den Release-Zyklus der Distribution zu verlängern. Projektmanager Joey "Zonker" Brockmeier schlägt vor, OpenSuse ab sofort alle acht statt alle sechs Monate zu veröffentlichen – OpenSuse 11.2 käme dann erst im September. Das wichtigste Argument für ein längeres Release-Intervall sieht Brockmeier darin, dass den Nutzern so mehr Zeit bleibt, mit einem einmal eingerichteten System zu arbeiten. Auch läge OpenSuse so näher an den Releases von KDE.

Die Ubuntu-Entwickler haben die dritte Alpha-Version des im April erscheinenden Ubuntu 9.04 zum Download freigegeben. "Jaunty Jackalope" (https://wiki.ubuntu.com/JauntyJackalope) bringt mit Kernel 2.6.28 etliche neue Treiber sowie Ext-4-Support mit. Das System enthält ebenfalls eine Vorabversion des X-Servers 1.6. Allerdings läuft diese noch nicht mit allen Grafikkartentreibern.

Die Unternehmens-Distribution Red Hat Enterprise Linux 5.3 (http://www.redhat.de) enthält vor allen neue Treiber für eine verbesserte Hardware-Unterstützung, besonders für WLAN-Chips und Webcams. NetworkManager in Version 0.7 vereinfacht die Konfiguration des Netzwerks. Auch in Sachen Virtualisierung weist das Programm einige Verbesserungen auf.

Matthäus Krzychowski und Daniel Hartmann von Mobile Facts (http://www.mobile-facts.com) haben die Linux-basierende Android-Plattform von Google auf ein Netbook von Asus portiert. In einer FAQ (http://venturebeat.com/2009/01/02/an-faq-about-those-android-netbooks/) erklären sie, wie sie Android auf dem Netbook zum Laufen bekamen.

Die Entwickler von Ubuntu Mobile (http://www.ubuntu.com/products/mobile) denken darüber nach, für die grafische Oberfläche des Systems von GTK+ auf Qt als Toolkit umzusteigen. Interessant erscheint ihnen insbesondere die Möglichkeit von Qt, Eingaben von Touchscreens zu verarbeiten. Die endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.

Die Betreiber der Website http://www.androidfanatic.com haben einen Bootloader und Installer fertig gestellt, mit dessen Hilfe sich Debian auf dem Google-Handy G1 installieren lässt. Es landet nach der Installation auf einer SD-Karte, das Hauptsystem bleibt intakt, so dass die Telefonfunktionen unberührt bleiben.

Easy Peasy für Netbooks

Die Entwickler von Easy Peasy Linux (http://www.geteasypeasy.com) haben die erste stabile Version der Distribution zum Download freigegeben. Das System hieß ursprünglich Ubuntu Eee, musste den Namen aber aus markenrechtlichen Gründen ändern. Easy Peasy arbeitet mit der EeePC-Familie von Asus besonders gut zusammen.

Das aktuelle Release 1.0 basiert auf einem aktualisierten Ubuntu 8.10, das alle für den Betrieb auf Netbooks nötigen Modifikationen mitbringt. Ferner enthält die Distribution die wichtigsten Multimedia-Codecs sowie das Flashplayer- und Java-Plugin für Firefox. Auch Skype und die Bildverwaltung Picasa von Google haben die Entwickler bereits vorinstalliert.

Easy Peasy Linux verwendet die Oberfläche von Ubuntu Netbook Remix (http://www.canonical.com/projects/ubuntu/nbr), ermöglicht es aber auch, auf andere Oberflächen umschalten. Die Entwickler planen den Support für anderen Netbooks. Auf einem Lenovo Ideapad S10e erkannte Easy Peasy im Test bereits die verbaute Hardware.

Easy Peasy Linux eignet sich vor allem für Netbooks von Asus.

Desktop-System mit integriertem Wine

Die auf Ubuntu basierende Live-Distribution Granular (http://www.granularproject.org) liegt in einer ersten stabilen Version vor. Sie enthält ein vollständiges Desktopsystem, bei dem die wichtigsten Multimediacodecs bereits installiert sind und das dank Wine 1.0.1 das Ausführen vieler Windows-Programme ermöglicht. In den letzten Monaten steckten die Entwickler viel Zeit in das Beseitigen von Programmfehlern.

Das System basiert auf Kernel 2.6.26.8 und nutzt Enlightenment als Windowmanager. Wer lieber KDE verwendet, findet einen kompletten KDE-3.5.10-Desktop vor. Für grafische Effekte sorgt Compiz Fusion 0.7.6. Gimp liegt in der aktuellen Version 2.6.3 bei, KOffice in Version 1.6.3. Der enthaltene Firefox trägt die Versionsnummer 3.0.4, Thunderbird ist in Version 2.0.0.14 dabei.

Granular bietet eine gute Auswahl an Desktopsoftware und nutzt Enlightenment als Windowmanager.

Neues Feedback-System bei OpenSuse

Die Entwickler von OpenSuse haben mit OpenFate (https://features.opensuse.org), einem Feature Tracking System, ein neues Werkzeug für den Kontakt zwischen Entwicklern und Nutzern der Distribution vorgestellt. OpenFate dient dazu, Rückmeldungen der Benutzer an die Entwickler weiterzuleiten – sei es hinsichtlich Fehlern und Feature-Wünschen oder auch in Bezug auf die Programmausstattung oder grafischen Gestaltung der Oberfläche. Jeder, der einen OpenSuse- oder Novell-Account besitzt, hat die Möglichkeit, über OpenFate Vorschläge einreichen. Durch das neue System erhoffen sich die Entwickler ein besseres Feedback und dadurch eine optimal an die Wünsche der Anwender angepasste Distribution.

Zweite Alpha von Mandriva 2009.1 fertig gestellt

Die Entwickler der französischen Distribution Mandriva (http://www.mandriva.com) haben die zweite Alphaversion des kommenden Mandriva 2009.1 Spring fertiggestellt. Zu den wichtigsten Änderungen zählen das Update von Gnome auf 2.25.4, von KDE auf Version 4.2 RC1 und XFCE auf 4.6 Beta 3. (Ausführliche Artikel zu den aktuellsten KDE-4- und XFCE-Versionen finden Sie in dieser Ausgabe.) Statt wie bisher Icewm gibt es jetzt LXDE, als Kernel enthält die Release schon jetzt Version 2.6.28. Das neue Dateisystem Ext-4 steht als Option im Installer zur Verfügung.

Geht alles glatt geht, erscheint Mandriva 2009.1 Spring im April. Die Alpha-Version, die sich wie alle Vorabversionen ausdrücklich nicht für den Einsatz auf Produktivsystemen eignet, liegt als Free Edition im Form je eines DVD-Images für x86- und x86_64-Systeme auf der Mandriva-Homepage (http://wiki.mandriva.com/de/2009.1_Alpha_2) und einigen Spiegelservern zum Download bereit.

Schlanker Desktop in drei Varianten

Die Distribution Crunchbang Linux (http://crunchbanglinux.org) setzt auf den ressourcenschonenden Windowmanager Openbox und enthält ausschließlich GTK-basierende Anwendungen. Die aktuelle Version erscheint in drei Varianten: Die Standard-Edition eignet sich für den Einsatz auf Desktop-Rechnern und Laptops und enthält eine große Auswahl an Programmen. Die abgespeckte Crunchbang Linux Lite eignet sich für ältere Hardware. CrunchEee zielt speziell auf die EeePCs von Asus und bringt Support für die darin verbaute Hardware mit.

Alle drei Varianten enthalten Software für die tägliche Büroarbeit und den Zugriff auf die wichtigsten Dienste des Internets. Für den Zugriff auf das Internet liegen Firefox und das Mailprogramm Claws bei, für das Instant Messaging Pidgin. Inkscape und Gimp kümmern sich um Pixel- und Vektorgrafiken, für die Büroarbeit kommen Abiword und Gnumeric zum Einsatz. Multimediadateien spielt der Mediaplayer VLC ab. Das Verwalten von Terminen und Kontakten übernimmt Osmo (siehe Artikel in dieser Ausgabe).

Crunchbang sieht ein wenig düster aus, arbeitet aber flink und kommt gut ausgestattet daher.

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LinuxUser 03/2012

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