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Gut verbunden

WLAN konfigurieren am Prompt und in der GUI

01.07.2008 WLAN ist keine Hexerei: Mit wenigen Befehlen auf der Kommandozeile bringen Sie Ihren Rechner ins drahtlose Netz.

Immer einfacher und komfortabler gestaltet sich unter Linux das Konfigurieren von WLAN-Adaptern: Grafische Assistenten machen es leicht, den Rechner mit einem drahtlosen Netz zu verbinden. Doch auch die Konfiguration auf der Kommandozeile sollte man beherrschen: Sie funktioniert auch noch da, wo die grafischen Helfer schon aufgeben, und erleichtert im Fall eines Fehlers das Troubleshooting. Wir demonstrieren im Folgenden das Konfigurieren von WLAN-Adaptern mithilfe der Kommandozeilentools sowie dem zu Gnome gehörenden Networkmanager. Dabei gehen wir davon aus, dass, dass der WLAN-Adapter vom System erkannt wurde und das entsprechende Modul geladen ist. An Kommandozeilentools sollten auf jeden Fall die Wireless-Tools [1] und der WPA-Supplicant [2] auf dem Rechner installiert sein.

Auf der Kommandozeile

Auf der Kommandozeile gibt es mit den wireless-tools und dem wpa_supplicant zwei Programme, um WLAN-Adapter anzupassen. Der wpa_supplicant bietet den Vorteil, dass er sämtliche Netzwerkverschlüsselungen und Authentifizierungen (siehe Tabelle "Parameter: wpa_supplicant.conf", [3]) unterstützt und sich zudem noch für eine Vielzahl von Access Points (APs) einrichten lässt.

Parameter: wpa_supplicant.conf

Kategorie

Kurzbeschreibung

WEP

WPA

WPA2

mode Operationsmodus (0=Infrastruktur,1=Ad-hoc) 0,1 0,1 0,1
proto Akzeptierte Protokolle WPA RSN (=WPA2)
key_mgmt Key-Management-Protokolle NONE WPA-PSK, WPA-EAP WPA-PSK, WPA-EAP
auth_alg Authentifizierungsalgorithmen SHARED OPEN OPEN

Um festzustellen, welche Gerätebezeichnung das WLAN-Gerät Ihres Rechners trägt – diese variiert je je nach verwendetem Treiber und der Distribution – geben Sie in der Konsole /sbin/iwconfig ein. Sobald Sie den Namen des WLAN-Geräts kennen, erstellen Sie die Konfigurationsdatei /etc/wpa_supplicant.conf (Listing 1). Damit alles funktioniert, müssen Sie die SSID des Access Points sowie die verwendeten Schlüssel kennen. Bei WLANs, die den Netzwerknamen nicht verbergen, ermitteln Sie die SSID mittels des Kommandos iwlist Gerätename scanning.

Listing 1
# wpa_supplicant.conf (Beispiel)
#
#global configuration
#ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
#ctrl_interface_group=wheel
#802.1x wireless configuration
# —– WPA
network={
        ssid="NetzEins"
        proto=WPA
        key_mgmt=WPA-PSK
        psk="geheimer_PSK"
        priority=10
        }
#
# —– WEP
network={
        ssid="NetzZwei"
        key_mgmt=NONE
        wep_key0=geheimer_WepKey
        wep_tx_keyidx=0
        priority=5
        }
#
# —– Unverschluesselt
network={
        ssid=""
        key_mgmt=NONE
        priority=2
        }

Im Beispiel aus Listing 1 handelt es sich bei NetzEins um ein WPA-verschlüsseltes Netzwerk, das in regelmäßigen Abständen automatisch den Schlüssel ändert (key_mgmt=WPA-PSK). NetzZwei verwendet WEP-Verschlüsselung, das letzte Netzwerk ist gänzlich ungeschützt. Möchten Sie das WLAN nun aktivieren, genügt dazu auf der Kommandozeile der Befehl

# wpa_supplicant -B -w -D wext -i Gerätename
 -c /etc/wpa_supplicant.conf

Dabei weist -B den WPA-Supplicant an, im Hintergrund zu laufen und -w instruiert ihn zu warten, bis das entsprechende Gerät bereit ist. Der Parameter -D legt als zu verwendenden Treiber den generischen Treiber wext fest. Die Angabe hinter -c definiert die Konfigurationsdatei.

Nach Eingabe des Befehls versucht wpa_supplicant sich in Reihenfolge der Prioritäten mit einem Access Point zu verbinden. Von dort holen Sie mit dem Befehl dhclient Gerätename per DHCP eine automatisch vergebene Netzwerkadresse oder weisen dem Adapter die IP mittels ifconfig Gerätename IP-Adresse up manuell zu. Im zweiten Fall müssen Sie dem Rechner noch das Gateway und die Nameserver mitteilen. Die Befehle

# route add default gw GatewayIP

# echo "nameserver NameserverIP
" > /etc/resolv.conf

erledigen das Gewünschte, und die Arbeit im drahtlosen Netz kann damit beginnen.

Ralink-Chipsätze

WLAN-Adapter mit (älteren) Ralink-Chipsätzen werden nicht von wpa_supplicant unterstützt: Die Ralink-Treiber bringen die Unterstützung für WPA/WPA2 direkt mit implementiert. Um sich über diese Adapter mit einem WPA-geschützten Netz zu verbinden, reichen die Wireless-Tools aus.

Das Beispiel in Listing 2 verbindet einen WLAN-Adapter mit Ralink-Chipsatz mit einem WPA-geschützten Funknetz. Wollen Sie WPA2 verwenden, ersetzen Sie die Werte WPAPSK und TKIP in den Kategorien AuthMode und EncrypType durch WPA2PSK und AES zu ersetzen. Anschließend weisen Sie dem entsprechenden Gerät noch die nötigen Parameter für IP-Adresse, DNS-Server und Gateway zu. Um sich das ständige Eintippen aller Befehle zu ersparen, bietet es sich an, diese in ein Skript zu packen.

Listing 2
# iwconfig Gerätename
 essid MeinNetz
# iwconfig Gerätename
 mode Managed
# iwpriv Gerätename
 set AuthMode=WPAPSK
# iwpriv Gerätename
 set EncrypType=TKIP
# iwpriv Gerätename
 set WPAPSK="geheim"

Mit grafischen Hilfsprogrammen kann sich die Konfiguration des drahtlosen Netzes bedeutend angenehmer als auf der Konsole gestalten – vor allem Linux-Neulinge schätzen diese Möglichkeit. Die beiden großen Desktop-Umgebungen KDE und Gnome bringen dafür jeweils eigene Hilfsprogramme mit. Allerdings installieren die bunten Helferlein auf den meisten Distributionen einen riesigen Schwall an Abhängigkeiten nach.

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Infos zum Autor

Falko Benthin

Falko Benthin studiert Gesundheitsinformatik und engagiert sich in verschiedenen gemeinnützigen Vereinen. In seiner Freizeit verschlingt er leidenschaftlich gern Bücher und bloggt auf www.e-leseratte.de zu E-Book-Readern und verwandten Themen.

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