Fast perfekt
Günstiger Linux-Rechner von Brunen-IT
Openchrome einrichten
Nach der Installation über sudo make install ist der Openchrome-Treiber einsatzbereit. Je nach Chipsatz gilt es nun noch einige Änderungen an der Datei /etc/X11/xorg.conf vorzunehmen. In jedem Fall müssen Sie in der Section Device den Eintrag Driver "vesa" durch Driver "openchrome" ersetzen. Zudem waren auf unserem Testsystem noch folgende zwei Zeilen im Abschnitt Device nötig, um die Auflösung passend einrichten zu können:
Option "VBEModes" "true" Option "EnableAGPDMA"
Nach diesen Änderungen starten Sie den Rechner oder zumindest den X-Server neu (Ab- und Anmelden genügt). Unter Ubuntu 7.10 und OpenSuse richten Sie die gewünschte Auflösung – falls nötig – über die distributionseigenen grafischen Tools ein. Unter Ubuntu 7.04 greifen Sie dazu auf das Kommandozeilentool sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg zurück. Kommt es zu Problemen, ersetzen Sie einfach in der Datei xorg.conf den Eintrag "openchrome" wieder durch "vesa". Die zwei zusätzlichen Zeilen können stehenbleiben. Spielen Sie nun über MPlayer oder Xine ein Video ab, darf das Bild nicht ruckeln.
Die Unterschiede zwischen dem Openchrome und dem Vesa-Treiber zeigen sich aber nicht nur in der Performance: So sehen Sie beim Playback mit dem Vesa-Treiber im Vollbildmodus unter MPlayer und Xine ein ruckeliges Bild mit schwarzem Rahmen rundherum. Für einen echten Vollbildmodus benötigen Sie den Openchrome-Treiber. Dieser ermöglicht nicht nur eine flüssige Wiedergabe, sondern hilft auch Strom zu sparen, da die GPU des Via-Grafikchips dem AMD-Prozessor die Arbeit abnimmt. Je nach Medium sparen Sie so bis zu 10 Watt.
Für unsere Tests spielten wir jeweils von DVD ein MPEG2- und ein MPEG4-Video mit MPlayer im Vollbildmodus ab. Die in der Tabelle "Stromverbrauch" gezeigten Werte stellen den kompletten Stromverbrauch des Rechners inklusive CPU, DVD-Laufwerk beim Videoplayback dar. Die Verbrauchswerte für den Normalbetrieb finden Sie in der Tabelle "ONE SD1100L".
Stromverbrauch
|
| Vesa-Treiber | Openchrome-Treiber |
|---|---|---|
| MPEG4-Datei abspielen | 68 Watt | 59 Watt |
| MPEG2-Datei abspielen | 71 Watt | 62 Watt |
Fazit
Der Brunen-PC mit Ubuntu 7.04 erfüllt alle Anforderungen, die man an einen 200-Euro-PC stellen kann. Die Stärken des Rechners liegen im relativ geringen Stromverbrauch und den leisen Lüftern von Netzteil und CPU. Der Brunen-PC eignet sich somit ideal als Büro- oder Wohnzimmersystem. Benötigen Sie zwingend 3D-Beschleunigung, rüsten Sie den Rechner über den 64-Bit-PCI-Express-Slot mit einer Grafikkarte auf. Dadurch steigt jedoch der Stromverbrauch – je nach Karte – um bis zu 20 Watt.
Weniger gut gefiel im Test das etwas laute DVD-Laufwerk. Immerhin drosselt es beim Film-Genuss die Leistung automatisch und dreht nicht permanent mit 40-facher Geschwindigkeit. Auch fehlen dem Mainboard ein optionaler 5.1-Sound-Ausgang und eine Firewire-Schnittstelle. Über die freien PCI-Slots lässt sich dieses Problem aber lösen. Schade, dass der Hersteller den Openchrome-Treiber nicht bereits vorinstalliert: So führt kein Weg um etwas Nacharbeit herum.
[1] Online-Angebot: http://www.one.de/shop/product_info.php?products_id=2364
[2] Linspire-PC: Marcel Hilzinger, "Das Schnäppchen", LinuxUser 03/2007, S. 80
[3] Offizielle Via-Treiber: http://www.viaarena.com/default.aspx?PageID=2&Type=3
[4] Unichrome-Treiber: http://unichrome.sourceforge.net
[5] Openchrome-Projekt: http://www.openchrome.org
[6] Via-Treiber-Installation für Ubuntu: http://wiki.ubuntuusers.de/Via-Grafikkarten/Unichrome9



