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DVDs mastern

Volles Menü

Ob Urlaubsvideos, Filme oder Serien: Mit QDVDAuthor mastern Sie Ihre eigenen DVDs, komplett mit Menüs und Kapiteln.

Wer einen Film in der Öffentlichkeit zeigen oder den Verwandten zum Geburtstag schenken will, sollte ihn am besten auf eine DVD brennen: DVD-Player sind recht weit verbreitet, und sogar Oma Schmidt kann sie bedienen.

QDVDAuthor hilft Linux-Nutzern, einen Film in ein DVD-taugliches Format zu verwandeln und passende DVD-Menüs zu generieren. Die recht komplexe Software lag bei Redaktionsschluss als Release Candidate 3 vor, die endgültige Version 1.0 dürfte also bald erscheinen.

Nutzer von Ubuntu 7.04 sollten auf Version 7.10 upgraden, um die aktuelle Version der Software zu nutzen, denn "Feisty Fawn" bringt nur die ältere Version 0.1.2 mit. Ein für Feisty angebotenes Paket in der Version 1.0.0 [1] scheint nur höchst instabil zu arbeiten.

Als Anwender von OpenSuse 10.2 und 10.3 installieren Sie QDVDAuthor über YaST. Dazu binden Sie zuvor das Packman-Repository ein, um dessen Pakete als zusätzliche Paketquelle zu nutzen. Ein LinuxUser-Artikel im Internet erklärt, wie es geht [2]. Anschließend spielen Sie QDVDAuthor über die Software-Verwaltung ein.

Fallstricke und Abhängigkeiten

QDVDAuthor hängt von zahlreichen weiteren Programmen ab, darunter Ffmpeg, DVDAuthor und MPlayer. Die Software bietet lediglich eine praktische GUI für DVDAuthor an (Abbildung 1). Treten beim Erstellen der DVD Probleme auf, liegt der Fehler meist bei den externen Programmen.

Abbildung 1: QDVDAuthor bringt eine GUI für DVDAuthor mit, über die Sie Videos in das DVD-Format umwandeln und bebilderte Menüs zaubern.

Andererseits sorgen mit Mencoder, Videotrans und Transcode wahlweise gleich drei externe Helfer für das Umwandeln der Filme in das DVD-Format. Scheitert Videotrans, versuchen Sie es mit Transcode oder Mencoder. QDVDAuthor füttert die Software jeweils eigenständig mit den richtigen Transcoding-Parametern. Sie müssen also meist nicht Hand anlegen, um ein gutes Endergebnis zu erzielen – aber natürlich können Sie auch manuell Optionen abändern.

Die eigentliche Aufgabe von QDVDAuthor besteht im Erstellen von DVD-Menüs. Um zu prüfen, ob QDVDAuthor die richtige Software an Bord hat, rufen Sie den Menüpunkt Tools | Setup auf und installieren gegebenenfalls fehlende Software nach.

Erste Schnitte

Beginnen wir zunächst mit einem einfachen Menü, das nur aus einem Bild und einem Start-Button besteht, um grundlegende Funktionen von QDVDAuthor zu erklären. An dieser Stelle sei angemerkt: Weder OpenSuse noch Ubuntu "Feisty" bieten die Software in deutscher Sprache an – Sie müssen sich also durch die englischen Menüs beißen.

Nach dem Start von QDVDAuthor sehen Sie rechts eine große, karierte leere Arbeitsfläche, die den Hintergrund für das DVD-Menü bildet. Zusätzlich gibt es auf der linken Seite zwei Kästen: Der obere zeigt in drei Reitern die Audio- und Videoinhalte für das Menü an, der untere die hierarchische Struktur der Elemente im Menü (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die drei Reiter zeigen die Audio- und Videoschnipsel, die Ihre zukünftige DVD abspielen soll. Darunter sehen Sie den Strukturbaum der DVD.

Klicken Sie zunächst auf das Icon ganz links in der Werkzeugleiste, um ein neues Projekt anzulegen, oder drücken Sie [Strg]+[N]. Die Software fordert Sie auf, ein temporäres Verzeichnis anzugeben. Vergewissern Sie sich, dass der Platz auf der Festplatte reicht, da fertige DVD-Images locker ein paar GByte verschlingen. Setzen Sie zudem am Ende des angegebenen Pfades keinen Slash. Anschließend klicken Sie auf Next, um ins nächste Dialogfenster zu gelangen. In die Zeile ganz oben gehört der Name des Projekts, etwa MyDVD. In die Zeile ganz unten tragen Sie den Pfad zu einem Verzeichnis ein, in dem Sie die DVD-Daten ablegen wollen, das kann etwa mydvd heißen. Über Finish legen Sie das Projekt MyDVD schließlich an.

Nun gilt es, ein geeignetes Hintergrundbild zu finden. Das darf zum Beispiel im PNG- oder JPEG-Format vorliegen. Sie sollten dabei im Hinterkopf behalten, dass der Betrachter die DVD auf dem PC-Monitor ansehen könnte, und dem entsprechend kein zu kleines Bild wählen. Klicken Sie auf Tools | Visible Region, so rahmt eine rote Linie die Arbeitsfläche ein: Sie symbolisiert den später tatsächlich sichtbaren Bereich des Menüs (Abbildung 1).

Über DVDMenu | Add Background ergänzen Sie das Bild. Gewöhnlich fragt die Software automatisch Do you want to resize now? – wählen Sie Yes. In einem weiteren Fenster (Abbildung 3) entscheiden Sie, ob das Menü im PAL-Format (720x576, Europa, Südamerika, Asien, Australien) oder im NTSC-Format (720x480, Nord- und Südamerika) erscheint.

Abbildung 3: In Deutschland macht es meist Sinn, das Menü im PAL-Format zu stricken. Vermeiden Sie es aus ästhetischen Gründen generell, das Seitenverhältnis der Bilder zu verzerren.

Es gibt im Bereich Stretch type verschiedene Methoden, um das Hintergrundbild an PAL oder NTSC anzupassen: Stretch to fit streckt das Bild, bis es passt. Black Borders legt schwarze Balken über die fehlenden Bildteile: Die Methode verzerrt das Bild nicht, sondern behält das Seitenverhältnis bei. Über Cut off schneiden Sie die Ränder selbst zu, wobei die Werte in den Bereich CutOff Offset kommen. Ein Klick auf Preview zeigt Ihnen eine Vorschau des Ergebnisses. Stimmt alles, erscheint nun das Hintergrundbild auf der Arbeitsfläche. Mit ein paar Tricks erzeugen Sie so ein Bild, das auch auf dem Fernsehschirm noch gut aussieht (siehe Kasten "Tricksen auf der Oberfläche").

Tricksen auf der Oberfläche

Durch das Skalieren der Schrift und des Bildes, wirkt das Menü am Fernsehen ausgewaschen und fransig, ganz anders als am Rechner. Ein paar Tricks wirken dagegen. Soll Ihr Menü in PAL-Auflösung von 720:576 Pixel erscheinen, skalieren Sie das Hintergrundbild bereits vorher mit GIMP richtig. Auf diese Weise vermeiden Sie Verzerrungen. Zudem sollten Sie beim Zuschneiden des Hintergrundbildes im QDVDAuthor die Option Black Borders (siehe oben) wählen, denn Stretch to fit verzerrt die Grafik auch. Denken Sie daran, einen Rand einzuplanen: Der Fernseher zeigt nur die Fläche innerhalb der oben erwähnten roten Linie.

Auch an der Schrift lässt sich arbeiten: Die Reiter Selected und Highlighted legen fest, was geschieht, wenn Sie die Schrift mit der Maus berühren oder anklicken. Wählen Sie eine kontrastreiche Farbe, wie Schwarz oder Weiß, sieht das Ergebnis meist besser aus. Die voreingestellten Farben machen wenig her, zudem scheitert das Überlagern der Farben mitunter.

Film ab!

Den Film soll das Menü über einen Textlink aufrufen. Diesen klicken Sie dann an, worauf der Film startet. Über DVDMenu | Add Text öffnen Sie einen Textbaukasten. Tragen Sie in das große weiße Feld unten zum Beispiel Film ab! ein und markieren Sie den Text. Im oberen Bereich suchen Sie eine Schriftart, eine Schriftgröße und eine Schriftfarbe für den Text aus. Klicken Sie auf OK, so erscheint der Text auf der Arbeitsfläche. Ein Rechtsklick auf den Text genügt, und die Auswahl von Add Shadow öffnet ein weiteres Menü, über das Sie dem Text einen Schatten geben. Ändern Sie den Blur Radius, so verschwimmt er; via Shadow Color verändern Sie seine Farbe. Achten Sie darauf, dass die Farbe sich deutlich vom Hintergrund abhebt, und klicken Sie dann auf OK. Sie erhalten ein Menü, wie es in Abbildung 4 zu sehen ist.

Abbildung 4: Hintergrundbild mit Textbutton: Über einen Klick auf Film ab rufen Sie später Ihren Film auf.

Sound und Video hinzufügen

Damit eine nette Klangkulisse Ihr Hauptmenü umspült, wählen Sie DVDMenu | Add Sound und suchen eine passende Musikdatei aus. Damit auch konventionelle DVD-Player den Sound abspielen, verwandeln Sie die Datei aber vorher unbedingt ins AC3-Format. Ein Beispiel für einen entsprechenden Aufruf zeigt Listing 1. Er erzeugt aus einem MP3 eine AC3-Datei mit 48.000 Hz (-ar 48000) und einer Bitrate von 224 KBit/s (-ab 224k). Die gewählte Sounddatei erscheint dann in den Reitern Audio und All oben links (Abbildung 2).

Listing 1
# ffmpeg -i Sound.mp3 -ar 48000 -ab 224k Sound.ac3

Über DVDMenu | Add Movie fügen Sie dann den passenden Film hinzu – oder auch mehrere Filmschnipsel. Auch die Eigenschaften des Films verändern Sie über das Register All und den Eintrag Properties aus dem Kontextmenü. Klicken Sie auf den Schalter Transcode >>>, so erscheint ein weiteres Register namens Transcoding (Abbildung 5). Dort ändern Sie das Format des Film, indem Sie im Dropdown-Menü Output einfach PAL als Zielformat angeben und Ihre Wahl über Accept bestätigen.

Abbildung 5: Um einen Film ins PAL-Format zu transkodieren, ändern Sie über den Reiter Output das Format des Films.

Abschließend verlinken Sie den Text im Hauptmenü noch, denn nur dann startet der Film beim Anklicken. Dazu verwandeln Sie ihn in einen Button: Wählen Sie ihn mit der rechten Maustaste an und suchen Sie aus dem Kontextmenü die Option Define as Button. Mitunter müssen Sie beide Maustasten zugleich drücken, um besagtes Kontextmenü zu sehen.

Das sich öffnende Fenster enthält wieder ein Dropdown-Menü. Links steht Jump, im großen Menü rechts daneben wählen Sie den Namen des Films (Abbildung 6) aus. Der taucht jedoch nur auf, sofern Sie bereits einen Film angegeben haben. Wie Sie mit den Reitern Normal, Highlighted und Selected die Schrift optisch aufwerten, erklärt der Kasten "Tricksen auf der Oberfläche" genauer. Nach einem Klick auf OK verfügt das Hauptmenü über einen funktionierenden Schalter, um den Film abzuspielen.

Abbildung 6: Verwandeln Sie einen Text oder ein Bild in einen Button, müssen Sie auch dafür sorgen, dass er per Mausklick den Film oder ein Submenü aufruft.

Die erste DVD

Nun müssen Sie den Film noch umwandeln. Wir gehen davon aus, dass er das grundsätzliche Ausgangsformat behalten soll (also NTSC oder PAL). Zuvor speichern Sie das erstellte Menü noch über einen Klick auf das linke Icon mit dem roten Pfeil. Geben Sie dem Projekt einen Namen und sichern Sie es im XML-Format.

Über QDVDAuthor | Create DVD erstellen Sie die eigentliche DVD. Es erscheint ein Menü mit farbig abgegrenzten Abschnitten (Abbildung 7). Der rote Abschnitt ganz oben zeigt Ihnen zum Beispiel, welchen Transcoder mit welchen Parametern QDVDAuthor gerade verwendet. Im Dropdown-Menü steht standardmäßig Videotrans – wählen Sie Transcode oder Mencoder, falls dieses versagt (siehe Kasten "Videoprobleme"). Egal, welche der drei Möglichkeiten Sie nutzen: Das entsprechende Programm müssen Sie zuvor über den Paketmanager auf dem Rechner installieren.

Abbildung 7: Hier sehen Sie, welche externen Programme QDVDAuthor aufruft, um den Film zu transkodieren. Die Parameter ändern Sie notfalls.

Die weiteren Abschnitte sorgen dafür, dass QDVDAuthor das DVD-Menü erzeugt und den Hintergrund-Sound einbaut. Gewöhnlich müssen Sie hier nichts verändern. Klicken Sie einfach auf OK, um den Prozess anzuschieben. Bevor Sie einen ganzen Film umwandeln, sollten Sie aber unbedingt einen Testlauf starten (siehe Kasten "Videoprobleme").

Sobald Sie einen der Transcoder auf den Weg schicken, öffnet sich ein Konsolenfenster, das die Ausgabe der Kommandozeile ausgibt. Klicken Sie unten links das Kästchen Keep Open an, dann bleibt das Fenster auch nach dem Abschluss der Umwandlung geöffnet. Der so genannte Execution Dialog hilft Ihnen, Fehler beim Umwandeln des Films aufzuspüren. Rote Schrift bedeutet meist nichts Gutes. Grüne oder gelbe Zeilen zeigen hingegen die Transcoder bei der Arbeit. Ist der letzte Frame erfolgreich umgewandelt, erscheint die Botschaft STAT: fixed.... Nun schließen Sie das Fenster (sofern es QDVDAuthor nicht selbst tut) und betrachten Ihr neues DVD-Menü.

Videoprobleme

Im Test lief bei einem Video der Ton nach dem Umwandeln schneller als das Bild. Wie sich herausstellte, lieferte Videotrans dieses Ergebnis – Mencoder und Transcode übersetzten das Audio- und Videosignal hingegen korrekt.

Um solche Fallstricke zu umgehen, sollten Sie zunächst ein Teil von einer Minute oder 30 Sekunden aus dem Film herausschneiden, um damit Tests zu fahren. Das Umwandeln eines gesamten Films dauert bis zu vier Stunden, bei langsamen Rechnern sogar noch länger. Es nervt also enorm, falls das Umwandeln fehl schlägt, weil der Ton zu schnell läuft oder die Musik im Startmenü nicht ertönt. Mit avisplit -s 10 -i film.avi zerlegen Sie einen Film im AVI-Format in 10 MByte große Teile. Alternativ setzen Sie ein Schnittprogramm wie Cinelerra ein, um einen Teil herauszuschneiden.

Da Transcode für das Umwandeln etwas länger braucht als Videotrans, wählen Sie Create DVD und fügen manuell die passenden Werte ein. Die Videotrans-Webseite [3] und das Forum [4] helfen Ihnen weiter.

DVD brennen

Dazu drücken Sie [Alt]+[F2] und geben vlc ein. Fehlt der Player, installieren Sie ihn via Paketmanager. Über Datei | Verzeichnis öffnen können Sie die DVD probesehen: Sie öffnen den Ordner VIDEO_TS im anfangs angegebenen Verzeichnis für die Projektdaten namens mydvd. VLC zeigt nun das DVD-Menü an und spielt per Mausklick den gewünschten Film ab. Ein Doppelklick ins Bild zeigt Ihr Menü im Großformat an, was die Kanten und Ecken im Design entblößt.

Um den Film auf DVD zu brennen, verwandeln Sie ihn zunächst in ein ISO-Image. Dazu wechseln Sie in das Verzeichnis oberhalb des Projekts mydvd, das die beiden Ordner VIDEO_TS und AUDIO_TS beherbergt. Geben Sie nun

# mkisofs -dvd-video -o ./film.img ./mydvd

ein, um ein Image namens film.img zu erzeugen. Das brennen Sie dann mit K3b als DVD-Image auf eine DVD-R oder DVD+R und halten anschließend eine selbst gemasterte DVD in der Hand.

Special Moves

Grundsätzlich basteln Sie mit QDVDAuthor auch komplexere und professionellere DVD-Menüs. So lassen sich theoretisch Filmschnipsel in das Menü einfügen, wobei die Funktion Add Movie hilft. Im Test klappte das allerdings weniger gut: Der Film flimmerte, der Rahmen verschwand mitunter im Jenseits. Auch animierte Bilder lassen sich erstellen, allerdings nur mit Hilfe selbst geschriebener Skripte: Fortgeschrittenes DVD-Authoring erfordert schlicht Geduld und Zeit. Andererseits erzielen Sie auch mit einfachen Kompositionen schon recht beeindruckende Effekte: Setzen Sie Bilder als Buttons ein und erstellen Sie illustrierte Untermenüs, über die Sie einzelne Kapitel des Filmes ansteuern (Abbildung 8).

Abbildung 8: Über die Bilder in diesem Untermenü steuern Sie einzelne Kapitel Ihres Filmes an. Mit Version 1.0 RC3 von QDVDAuthor geht das einfach.

Bildende Knöpfe

Anstelle von Texten setzen Sie zum Starten eines Films ersatzweise auch ein Bild ein. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Hintergrundbild und wählen Sie Add Image. Der Mauszeiger verwandelt sich nun in ein Kreuz. Ziehen Sie mit gedrückter linker Maustaste ein Rechteck ausreichender Größe auf, sodass der gewünschte Bilder-Button hinein passt. Nach dem Loslassen der Masutaste öffnet sich der Dateimanager und Sie wählen ein Bild aus, das in dem leeren Rahmen landet. Anschließend verwandeln Sie das Bild auf dieselbe Weise in einen Button, wie weiter oben beschrieben bereits den Text. Auch Bilder versehen Sie auf Wunsch mit einem Schatten. Dabei hilft ein Klick auf Add Shadow aus dem Kontextmenü des Bildes.

Einzelne Bilder des Films integrieren Sie ebenfalls recht einfach in das DVD-Menü. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Filmstreifen im Register All oben links. Es erscheint ein Menü, das Ihnen Einzelbilder des Films präsentiert. Verschieben Sie den linken, orangefarbenen Regler, bis das gewünschte Bild rechts oben im Areal erscheint, und klicken Sie auf As Thumbnail und dann Accept. Dann ziehen Sie das Bild per Drag & Drop aus dem Reiter All oben links auf die Arbeitsfläche. Es erscheint bereits als Button mitsamt Subtext (den Sie löschen können).

Kapitel und Untermenüs

Einige Filme ziehen sich in die Länge. Dabei wollen die Zuschauer häufig nur ein bestimmtes Kapitel sehen. Das ermöglichen alte DVD-Hasen über ein eigenes Submenü: Über verschiedene Standbilder aus dem Film gelangen die Anwender von dort aus zu den einzelnen Kapiteln. Laden Sie also das ursprüngliche Projekt aus Abbildung 1 und ergänzen Sie es um ein bebildertes Inhaltsverzeichnis.

Über DVDAuthor | Add Menu schaffen Sie ein Submenü und versehen Sie es mit einem Hintergrundbild. Wechseln Sie dann zurück ins Hauptmenü und legen Sie einen Text-Button an, über den Sie später das Untermenü erreichen. Nennen Sie den Text zum Beispiel Kapitel und wählen Sie als Jump-Ziel den Eintrag SubMenu1. Klicken Sie dann auf Advanced. Ganz unten im Bereich Got to legen Sie fest, was geschieht, sobald der DVD-Nutzer die Pfeiltasten auf der Fernbedienung benutzt. Gewöhnlich liegt der Focus erst auf Button 1. Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü Right den Eintrag Button 2, so springt der Focus auf den zweiten Knopf, sobald der Anwender den nach rechts zeigenden Knopf auf der Fernbedienung drückt. Mit OK beenden Sie den Vorgang.

Nun zum Anlegen der Kapitel: Klicken Sie wieder den Film im Reiter All mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Properties und dann den Reiter Chapters. Tragen Sie unter Auto Chapters eine Zeit ein, nach der ein Kapitel enden soll. Geben Sie dort 900 ein, dauert ein Kapitel 900 Sekunden, also 15 Minuten. Ein Klick auf Auto Chapters erstellt die Kapitel (Abbildung 9). Über Accept gelangen Sie auf die Arbeitsfläche zurück – mit einem kleinen Unterschied: Klicken Sie erneut mit der rechten Maustaste auf den Film im Register All, erscheint zusätzlich der Punkt Thumbnails.

Abbildung 9: Geben Sie eine Zeitspanne in Sekunden an und klicken Sie auf "Autochapters", errechnet die Software automatisch Kapitel für den gesamten Film.

Wählen Sie den, präsentiert ein neues Fenster für jedes Kapitel ein eigenes Bildchen (Abbildung 10). Sie können die Bilder markieren und Sie etwa über den Regler Size vergrößern. Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü Text Type den Eintrag Chapter No., tauchen unter den Bildern die Kapitelnummern auf – Chapter 1, Chapter 2 und so weiter. Wählen Sie None, verschwinden die Texte unter den Bildern komplett. Über Font ändern Sie das angezeigte Schriftenlayout. Über Frames definieren Sie, wie die Rahmen der Bilder sich verändern, wenn Sie die Maus darüber schieben.

Abbildung 10: Die Bilder für die Kapitel landen zunächst in einer Art Vorschau, in der Sie sie unter anderem vergrößern oder verkleinern.

Um die Kapitelbilder in das Submenü zu befördern, markieren Sie sie mit gedrückter linker Maustaste und ziehen sie per Drag & Drop dorthin. QDVDAuthor verwandelt die Bilder automatisch in Buttons, die zu den einzelnen Kapiteln leiten. Vergessen Sie aber nicht, auch einen Button anzulegen, der ins Hauptmenü zurückführt (Abbildung 8).

Fazit

Die professionell erstellten DVD-Menüs von Hollywood-Produktionen beeindrucken schon mit ihren Animationen und Filmsequenzen. Da kann QDVDAuthor noch nicht mithalten. Für kreative Menüs mit statischen Inhalten eignet sich die Software allerdings durchaus: Sie bauen im Handumdrehen funktionierende Menüs und Untermenüs, anschließend garnieren Sie das Ganze mit Bildern, Texten und einer Musikuntermalung. Dank drei unterstützten Transcodern gelingt auch das Umwandeln des Materials recht problemlos, inklusive des Wechsels zwischen PAL und NTSC. Man darf gespannt sein, was die Software zukünftig noch dazu lernt – für den Heimbedarf eignet sie sich jetzt schon sehr gut.

Infos

[1] QDVDAuthor für Ubuntu 7.04 "Feisty Fawn": http://www.slyck.com/bt.php?page=3

[2] Packman-Repository einbinden: http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/07/048-repositories/

[3] Videotrans-Webseite: http://videotrans.sourceforge.net

[4] Videotrans-Forum: http://sourceforge.net/forum/?group_id=129410

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