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Pixel-Kunst

Gimp 2.4

01.02.2008 Drei Jahre Wartezeit haben sich gelohnt: Mit Version 2.4 legt Gimp bei Usability und Funktionsumfang deutlich zu.

Der Volksmund sagt: "Was lange währt, wird endlich gut." Wie lang die Reifezeit für Funktionen eines Bildbearbeitungsprogramms dauert, erschließt sich daraus nicht direkt. Doch nach fast drei Jahren Entwicklungszeit erscheint die Version 2.4 des GNU Image Manipulation Program Gimp [1] mit vielen Neuerungen. Vor allem in die Benutzbarkeit haben die Entwickler viel Zeit und Mühe investiert. Auf Tagungen und Konferenzen sammelten sie zahlreiche Ideen, die letztendlich zu vielen Verbesserungen führten – aber auch die Benutzer drei Jahre lang auf die Folter gespannt haben.

Benutzbarer und schöner

Schon nach dem ersten Start fallen die komplett überarbeiteten Symbole der Bedienoberfläche auf, die dem Tango-Standard [2] gehorchen. Er soll der Software ein einheitliches Aussehen auf allen Betriebssystemen geben. Dabei stellt die Anwendung zwei Symbolthemen zur Verfügung, die Sie im Einstellungsdialog auswählen. Arbeiten Sie auf einem kleinen Bildschirm oder bevorzugen generell kleinere Symbole, dann wählen Sie das Theme mit den kleineren Symbolen unter Einstellungen | Thema | Small.

Das Bearbeiten von Auswahlen unter Gimp 2.2 beschränkte sich weitgehend auf das Erstellen und Löschen. Ergab sich die Notwendigkeit, einen Bereich ganz präzise auszuwählen, so führte das oft zu Frustration: Man musste die Auswahl so lange löschen und neu markieren, bis man endlich die korrekte Größe getroffen hatte. Mit der neuen Version von Gimp ändert sich das grundlegend: Auswahlen lassen sich vergrößern, verkleinern und verschieben. Die Benutzeroberfläche der Auswahlwerkzeuge haben die Entwickler komplett überarbeitet. Das gilt auch für das Zuschneidenwerkzeug (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Das Zuschneidewerkzeug mit hervorgehobener Auswahl und zusätzlichen Hilfslinien.

Nach wie vor ziehen sie mit der gedrückten, linken Maustaste eine rechteckige Auswahl auf. Sie sehen jetzt aber beim Loslassen der Maustaste ein Rechteck mit vier weiteren Indikatoren an den Ecken des markierten Bereichs. Diese kennzeichnen so genannte "Anfasser", mit denen Sie die Auswahl weiter bearbeiten. Sobald Sie den Mauszeiger über die Ecken der Auswahl bewegen, zeigt Gimp die jeweiligen Anfasser an, sodass sie den markierten Bereich vergrößern und verkleinern können. Auch das Verschieben der Auswahl stellt kein Problem mehr dar: Dazu positionieren Sie den Mauszeiger in der Mitte der Auswahl und verschieben diese bei gedrückten linken Maustaste.

Doch nicht nur die Funktion selbst, sondern auch die zugehörigen Werkzeugdialoge haben die Entwickler überarbeitet. So gibt es jetzt eigene Bedienelemente, um die Symmetrie zu beeinflussen oder zusätzliche Hilfslinien anzuzeigen. Denken Sie bei der Arbeit mit Auswahlen aber daran, etwaige Zwischenstadien der bearbeiteten Bilder auf jeden Fall im Gimp-eigenen Dokumentenformat XCF zu speichern: Nur dann bleiben die Auswahlen erhalten und lassen sich nach dem nächsten Öffnen der Datei wieder bearbeiten.

Für zusätzlichen Komfort bei Auswählen und insbesondere Freistellen von Bildbestandteilen sorgt das neue Werkzeug Vordergrundauswahl, das auf Siox basiert, der "Simple Interactive Object Extraction". Diesem Thema widmet sich ein eigener Artikel in diesem Schwerpunkt.

Neben den Auswahlwerkzeugen haben auch die Pinsel deutliche Verbesserungen erfahren. In der alten Version konnte man nur von Gimp angelegte Pinselspitzen skalieren. Basierte ein Pinsel jedoch auf einem Bild, ließ er sich weder vergrößert noch verkleinern. Das lag daran, dass Gimp die beiden Arten von Pinselspitzen intern unterschiedlich behandelte. Das hat sich mit Version 2.4 geändert: Jetzt erlaubt Gimp das Skalieren aller Pinsel. was sogar bei einer animierten Pinselspitze funktioniert, dem so genannten Bilderschlauch.

Für Fotografen und Webdesigner

Ein neues Plugin für Hobby-Fotografen entfernt die berüchtigten "roten Augen" automatisch. Sie finden es Plugin im Bildmenü unter Filter | Verbessern | Rote Augen entfernen. In einem Dialog stellen Sie den Schwellwert ein, ab dem die automatische Erkennung greift. Erhalten Sie nicht die gewünschten Ergebnisse oder "verbessert" die Funktion irrtümlicherweise andere in Rot gehaltene Bildbereiche, dann grenzen Sie den Arbeitsbereich des Filters einfach mit einer Auswahl ein.

Daneben lassen sich mit Gimp nun auch Unregelmäßigkeiten im Bild automatisch bereinigen – das Ganze läuft unter dem Stichwort Heilen. So retuschieren Sie mit wenig Aufwand kleinere Schönheitsfehler wie Staubkörner, Flecken oder Pickel. Das Tool funktioniert ähnlich dem Klonwerkzeug, passt jedoch die Helligkeit der umliegenden, geklonten Pixel selbständig an. Sie finden es unter Werkzeuge | Malwerkzeuge | Heilen. Setzen Sie zuerst einen Referenzpunkt, indem Sie [Strg] gedrückt halten. Danach klicken Sie mit der Maus einfach die störenden Flecken im Bild weg. Abbildung 2 verdeutlicht die Benutzung des Werkzeugs.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die rechte Seite des Tigerkopfes wurde mit dem Werkzeug Heilen entfernt – man kann die Umrisse noch erkennen.

Ein weiteres neues Plugin begradigt unerwünschte Verzerrungen durch Objektivfehler von Kameras. Sie finden den Filter unter Filter | Verzerren | Objektivfehler. Lassen Sie sich nicht durch die sechs einstellbaren Parameter abschrecken: Eine einfache Kissenverzerrung im Bild lässt sich schon durch Verändern des Bildparameters reparieren.

Ebenfalls neu ist das Werkzeug, um Objekte perspektivisch zu klonen. Es kopiert nicht einfach Bildausschnitte und fügt sie wieder ein, sondern setzt sie stattdessen als Pinselspitze ein. So lassen sich Objekte im Bild sehr einfach und präzise wiederverwenden. Dabei überträgt das Werkzeug die vorher durch den Benutzer festgelegte Perspektive beim Malen auf das geklonte Bildobjekt. So etwas können Sie etwa bei der Manipulation von Fotos mit Häuser- oder Straßenszenen einsetzen, um Fenster verschiedener Gebäude auszutauschen (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: Links im Foto wurde das kleine Fenster in der mittleren Reihe mit dem perspektivischen Klonwerkzeug übertragen. Auf der rechten Seite kam das normale Klonwerkzeug zum Einsatz.

Eine weitere Neuerung kommt vor allem bei der Farbkorrektur zum Zug: die so genannten Prüfpunkte. Sie funktionieren ähnlich wie die Pipette. Mit dieser können Sie allerdings nur genau eine Farbe auswählen, während ein Prüfpunkt die Farben mehrerer Pixel auf einmal erfasst. Sie erstellen Prüfpunkte, indem Sie [Strg] gedrückt halten und mit gedrückter Maustaste eine imaginäre Linie von den Linealleisten in Richtung Bildmitte ziehen. Daraufhin erscheinen zwei Hilfslinien, die sich am Mauszeiger kreuzen. Den Dialog zum Ablesen der Prüfpunkte finden Sie im Bildmenü Dialoge | Prüfpunkte. Derzeit lassen sich zwar nur vier Prüfpunkte simultan im Dialog erfassen – sie können aber sicher sein, dass die Entwickler diesen Dialog bald überarbeiten.

Haben Sie mit Gimp 2.2 schon einmal versucht, Objekte im Bild auszurichten? Das war bislang kein leichtes Unterfangen: Das Programm bot dazu zwar Hilfslinien, aber die Mitte zu finden, gestaltete sich gerade bei großen Bildern nicht ganz einfach. Hier schafft ein neues Werkzeug Abhilfe. Der Dialog Ausrichten erlaubt das präzise Positionieren und Verteilen von Objekten einer ausgewählten Ebene. Den Bezugspunkt für die Ebenenausrichtung legen Sie selbst fest. Standardmäßig wählt Gimp 2.4 dazu das Erste Objekt, womit es die zuletzt ausgewählte Ebene meint. Um eine Ebene Ihrer Wahl auszurichten, wählen Sie diese im Ebenendialog (Dialoge | Ebenen) an und wählen dann aus dem Bildmenü Werkzeuge | Transformationen | Ausrichten. .

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LinuxUser 05/2014

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